Landkreis Oldenburg

Bahnhof Wüsting: Gefährliche Abkürzung

Unfälle an geschlossenen Bahnübergängen sind häufig schwer.

ie Geschwindigkeit der Züge wird schnell überschätzt.
Foto: Anja Michaeli

Wüsting (am) Geduld ist eine Tugend, die einige Menschen offensichtlich besonders an geschlossenen Bahnübergängen verlässt. Unfälle an diesen Stellen sind häufig schwer, jeder vierte von rund 200 in Deutschland ist tödlich. Laut der Deutschen Bundesbahn sind 90 Prozent der Unfälle auf Fehlverhalten wie Leichtsinn zurückzuführen. Beamte der Oldenburger Bundespolizei haben am Dienstagmorgen festgestellt, dass Schüler den Weg zum Bahnhof Wüsting – trotz sich senkender Schranken und Rotausleuchtung – über die Bahngleise abkürzen.

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Insgesamt drei Schüler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren konnten die Beamten direkt auf dem Bahnübergang Hauptstraße ertappen, entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet. Die vermeintliche Abkürzung am Bahnhof Wüsting verläuft direkt über die Hauptgleise der Bahnstrecke Oldenburg – Bremen. „Traurig ist, dass auch Erwachsene ‚abkürzen’“, sagt Fahrdienstleiter Jürgen Fertmann. „Es ist kein Wunder, dass es die Kinder und Jugendlichen dann nachmachen.“ Teilweise werden die Gleise sogar direkt am Bahnhof Wüsting überquert – weit entfernt von einem Bahnübergang. In höchster Lebensgefahr bewegen sich zudem die jugendlichen Rad- und Mofafahrer, die am Bahnsteig entlang fahren.

Reisezüge, die nicht im Bahnhof Wüsting halten, haben eine Geschwindigkeit von zirka 160 Stundenkilometer. Der Anhalteweg dieser Züge läge bei einer Gefahrenbremsungen bei weit über einem Kilometer, klärt die Bundespolizei auf. „Die Züge sind zudem wesentlicher leiser als früher“, so Fertmann. Die Geschwindigkeit und damit die Gefahr könnten kaum eingeschätzt werden.

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2 Kommentare

  1. Aleskerli
    28. Mai 2015 um 20.49

    Auch wenn der Artikel eben erst „gefunden“ wurde – er hat weiterhin Aktualität!
    Jugendliche & Erwachsene Individuen denken nicht darüber nach; was in einem Lokführer vor sich geht, wenn er ohne Schuld sehr Dumme tötet – mein verstorbener Vater war Oberlokführer bei der DB – im Alter von 12 Jahren durfte ich einmalig auf der „Dicken Berta“ mitfahren. {Bitte nicht verwechseln mit einem Geschütz aus einem Weltkrieg!!}

    Bereits in dem Alter war ich erstaunt über die Geschwindigkeit der Zugmaschine – heute wie im Artikel erwähnt; geht es schneller & leiser! Als Ordnungswidrigkeit sollte das Verhalten der Individuen NICHT geahndet werden – für uns ist es eine Straftat, bzw. unerlaubter Eingriff in den gefährlichen Schienenverkehr & sollte mit empfindlichen Bußgeldern bestraft werden! Vielen Dank!

    • robert nähle
      29. Mai 2015 um 21.50

      eine lok die „dicke berta“ heißt, wie süß (-;

      es sollte als straftat mit gefängnisstrafe oder jugendarrest geandet werden denn es wird immer schlimmer. das weiß ich von einem lokführer. ich stand deswegen schon sehr oft auf gleisen „irgendwo im nirgendwo“, zuletzt gestern zwischen bremen & hamburg & es nervt ungemein…