Politik

Grenzwerte: Bundesverkehrsminister in der Kritik

Die Werte der Messstation am Heiligengeistwall sind ein beliebtes Thema in den Medien.

Die Werte der Messstation am Heiligengeistwall sind ein beliebtes Thema in den Medien: unter anderem in „Das Diesel-Desaster“ (ARD) und die Sendung „Hart aber fair: Grenzwerte geschätzt, Motoren manipuliert: ein Land im Diesel-Wahn?“.
Foto: Anja Michaeli

Berlin / Oldenburg (am/pm) Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dennis Rohde und die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, kritisieren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für seine Aussagen über die Stickstoffdioxid-Messwerte in Oldenburg. In der gestrigen Talkshow „Maybrit Illner“ hat Scheuer darüber gesprochen, dass die Messwerte während des Marathons in Oldenburg am 21. Oktober über dem gesetzlichen Grenzwert gelegen hätten. Das, so Rohde und Lühmann, sei mit Blick auf die Messdaten völlig unhaltbar.

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Scheuer habe von teilweise schrägen Messwerten gesprochen und Oldenburg als Beispiel angeführt. Die Grenzwertüberschreitung habe es gegeben, als die Straße wegen des Marathons gesperrt war. „Aus den Messdaten, die übrigens jedermann über die Homepage des Umweltbundesamtes einsehen kann, geht klar hervor, dass die Stickstoffdioxid-Belastung während der Stunden der Sperrung deutlich unterhalb des Grenzwerts lag“, so Rohde dazu. „Erst nach Aufhebung der Sperrung am Nachmittag steigen sie wieder an – genau das Ergebnis, das der gesunde Menschenverstand erwartet hätte. Statt auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, verbreitet der Bundesverkehrsminister Unsinn und bringt Oldenburg und unsere Behörden in Misskredit. Seiner Aufgabe, für saubere Luft zu sorgen und Fahrverbote zu vermeiden, erweist Scheuer damit einen Bärendienst.“ Tatsächlich hätten die Stickstoffdioxid-Werte während des Marathons selbst leicht oberhalb von 30 µg/m3 und somit deutlich unter dem Grenzwert von 40 µg/m3 gelegen.

„Die Debatte über die Höhe der Stickstoffdioxid-Grenzwerte muss auf einer seriösen Basis geführt werden. Es kann nicht sein, dass der Bundesverkehrsminister dabei immer wieder auf falsche Daten zurückgreift. Zumal diese Daten offen zugänglich sind und eine Überprüfung der Fakten so mit Leichtigkeit möglich wäre“, ergänzt die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann.

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4 Kommentare

  1. mats
    2. Februar 2019 um 11.24 — Antworten

    Wie kleine Kinder denen man nicht das Spielzeug kauft, welches sie im Fernsehen gesehen haben…
    „Ich will aber Autofahren wann immer und wo immer ich will!“ plärr, trotz….

    und von solchen Leuten werden wir regiert.

    Fachhochschul-Gesellschaft.

    • W. Lorenzen-Pranger
      3. Februar 2019 um 0.20 — Antworten

      Zumal dieser „Verkehrsminister“ immer noch das Märchen von den erhöhten Werten während des Marathons erzählt. Es ist für ihn wohl zu schön hier ein „Argument“ für seine Haltung zu haben. Aber – wie heißt es so schön? „Lügen haben kurze Beine“!

  2. Ste mi
    5. Februar 2019 um 1.55 — Antworten

    Ihr in Deutschland seit doch nicht ganz dicht.

  3. W. Lorenzen-Pranger
    5. Februar 2019 um 11.22 — Antworten

    „Die Debatte über die Höhe der Stickstoffdioxid-Grenzwerte muss auf einer seriösen Basis geführt werden. Es kann nicht sein, dass der Bundesverkehrsminister dabei immer wieder auf falsche Daten zurückgreift.“

    Ein Bayer und seriös? Da sei das „hervorragende“ bayrische Abitur vor,, für das wir Stoiber, Söder, (Dr.?- noch so einer!) Scheuer, Dobrindt und Co. doch immer so bewundert haben und bewundern… (grins!)

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