Oldenburg

OOWV: Zehn Großprojekte in diesem Jahr

Jens de Boer (rechts) und Reinhard Hövel bei einem Ortstermin am Hochheider Weg. Hier sollen naturnahe Gräben zur Regenwasserrückhaltung hergestellt und mit dem Regenwasserkanal verbunden werden.

Jens de Boer (rechts) und Reinhard Hövel bei einem Ortstermin am Hochheider Weg. Hier sollen naturnahe Gräben zur Regenwasserrückhaltung hergestellt und mit dem Regenwasserkanal verbunden werden.
Foto: Heiko Poppen / OOWV

Oldenburg (am) In diesem Jahr investiert der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) rund 7,8 Millionen Euro in den Ausbau des Oldenburger Kanalnetzes. Neben zahlreichen kleineren Maßnahmen sind zehn große Baumaßnahmen geplant. Schwerpunkte sind das ehemalige Fliegerhorst-Areal, der Hochheider Weg und die Bremer Heerstraße. Teilweise müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf Beeinträchtigungen einstellen.

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Das wird auf dem ehemaligen Fliegerhorst kaum der Fall sein, denn hier geht es um die Infrastruktur vor der Bebauung. 1200 Meter Schmutzwasser- bzw. Regenwasserkanal sollen verlegt werden. Außerdem wird ein Rückhaltebecken mit einem Volumen von 16.000 Kubikmetern entstehen. Baubeginn ist im Frühjahr. Investitionssumme: zirka 2,2 Millionen Euro. „Der Fliegerhorst nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Auch die folgenden Teilflächen werden schon geplant“, berichten OOWV-Regionalleiter Jens de Boer und Sachgebietsleiter Planung und Bau Reinhard Hövel.

In der Bremer Heerstraße beginnt der Ausbau eines ersten Abschnitts. 300 Meter Regenwasserkanal sollen in 2019 verlegt werden. Welche der insgesamt 900 Meter langen Strecke als erstes bearbeitet wird, entscheidet sich noch. Bis 2021 sollen hier die Straßen- und Kanalbaumaßnahmen abgeschlossen sein.

Geplante Baumaßnahmen im Stadtgebiet Oldenburg 2019.

Geplante Baumaßnahmen im Stadtgebiet Oldenburg 2019.
Grafik: OOWV

Weitere große Kanalbaumaßnahmen sind in der Siedlung Brokhausen (zweite Jahreshälfte), im Hochheider Weg (3. Bauabschnitt, ab März), in der Ziegelhofstraße (August- bis Würzburger Straße, noch fehlt die Zustimmung des Stadtrates), Taastruper Straße (im Bereich einer neu geplanten GSG-Tiefgarage), Dedestraße (Altenensch- bis Dragonerstraße, fertig bis Ende Mai), zwei Projekte in der Klingenbergstraße (Cloppenburger Straße bis An den Voßbergen, Anfang März, und östlich vom Alten Postweg) und anschließend im Alten Postweg (Klingenbergstraße bis Nummer 13, Mai bis August).

Weitere Maßnahmen

Bei den großen Maßnahmen müssen teilweise Straßen gesperrt werden, somit ist mit Beeinträchtigungen im Verkehr zu rechnen. Die jährlich stattfindenden kleinere Reparaturen wie die rund 70 Kilometer Kamerabefahrung der Kanäle oder die Sanierung von zirka 300 Schachtdeckeln (insgesamt 20.000) fallen verkehrstechnisch kaum ins Gewicht.

Gefahren und Lösungen für Starkregenereignisse

Ein neues System wird im Hochheider Weg eingeführt. Die großen Gräben sollen quasi als Regenrückhaltebecken dienen und mit dem Regenwasserkanal verbunden. Wenn bei Starkregen die Kanäle an ihre Grenzen kommen, kann es über die unterirdischen Verbindungsleitungen in die Gräben fließen. Verhindert werden soll die Überflutung von Straßen und Gärten. Dies ist eine der Vorsorgemaßnahmen bei Starkregen. Neben einer Anpassung an das Kanalnetz informiert der OOWV weiter über die digitale Starkregengefahrenkarte. Durch eine Simulation des Abflusses sind die gefährdeten Stellen bekannt. Reinhard Hövel wird über die lokalen Besonderheiten beim Bürgerverein Etzhorn am 7. März informieren. Weitere Termine in den anderen Stadtteilen sind geplant.

Außerdem wird das Potenzialkataster zur Dachbegrünung auf die gesamte Stadtfläche erweitert. Es wurde 2017 mit Hilfe von Laser-Scandaten entwickelt und zeigt die Oldenburger Dächer auf, die theoretisch – wenn es die Statik zulässt – begrünbar sind. Dadurch könnten 40 bis 80 Prozent des Regenwassers zurückgehalten werden, erklärt Hövel. Daneben sieht er Vorteile bei der Wärmedämmung und dem Schutz vor Hitze. Begrünte Dächer tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Sie bieten Pflanzen und Tieren einen zusätzlichen Lebensraum. Die Möglichkeit einer Dachbegrünung solle bestenfalls bei jeder zukünftigen Bebauung bedacht werden, empfiehlt de Boer.

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