Oldenburg (pm) – Einer der wichtigsten Aspekte für erfolgreiche Integration ist die sprachliche Verständigung. Viele neuzugezogene Migrantinnen und Migranten haben keine oder nur geringe Deutschkenntnisse, sodass erhebliche Kommunikationsprobleme zu überwinden sind. Aufgrund des vermehrten Zuzugs von Flüchtlingen hat sich diese Situation noch verschärft. Deswegen legt die Stadt Oldenburg ein Konzept für einen Sprachmittlerpool vor.

Für Menschen, die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen, wird die Stadt ein Sprachmittlerpool einrichten. Denn solange beispielsweise Flüchtlinge im Asylverfahren und Geduldete immer noch keinen Anspruch auf die Finanzierung eines Platzes in Sprach- und Integrationskursen haben, wird es bei Behördengängen, in der medizinischen Versorgung und in allen Alltagsbelangen Verständigungsprobleme geben. Gerade am Anfang sind die Deutschkenntnisse noch sehr gering. In dieser Situation will die Stadt Oldenburg durch den ehrenamtlichen Sprachmittlerpool eine gute Basis für eine gelingende Kommunikation schaffen. „Dabei soll der Sprachmittlerpool wesentlich dazu beitragen, dass Menschen, die kaum oder gar kein Deutsch sprechen, besser in unserer Stadt zurecht kommen“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Anzeige

LzO Immobilienservice

Die Initiierung eines Sprachmittlerpools durch die Stadt Oldenburg bietet sozialen und medizinischen Einrichtungen sowie Ämtern, Behörden und Vereinen die Möglichkeit, Übersetzungshilfe von ehrenamtlichen Sprachmittlerinnen und -mittlern zu buchen. Darüber hinaus zielt der Sprachmittlerpool darauf ab, durch den Austausch von kulturellen Gegebenheiten ein breites Verständnis für die Lebenslagen von Flüchtlingen und Migranten in Oldenburg zu schaffen. „Dieser Pool käme nicht nur Flüchtlingen, sondern allen Migrantinnen und Migranten in Oldenburg zugute, denn er steht allen Menschen mit geringen Deutschkenntnissen zur Verfügung“, erklärt die Integrationsbeauftragte Dr. Natalia Petrillo.

Wer ehrenamtlich vermitteln möchte, erhält kostenlose Schulungen und Fortbildungen und bekommt eine pauschale Aufwandsentschädigung. Einsätze, die einen vereidigten Dolmetscher verlangen, können nicht geleistet werden. Schriftliche Übersetzungen sind ebenfalls ausgeschlossen, dies bleibt professionellen Übersetzungsdiensten überlassen. Voraussichtlicher Start ist Juli 2016.

Vorheriger Artikel

„Handgemacht Festival“ im Cadillac

Nächster Artikel

„Terror“: Staatstheater probt im Gerichtssaal