Oldenburg

57,3 Millionen Euro: Stadionpläne vorgestellt

So soll das neue Stadion für Oldenburg aussehen.

So soll das neue Stadion für Oldenburg aussehen.
Visualisierung: Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG

Oldenburg (jvs) Die Stadt Oldenburg hat am Freitag, 8. Mai, den Entwurf für den geplanten Stadionneubau an der Maastrichter Straße vorgestellt. Das europaweite Vergabeverfahren ist abgeschlossen. Die Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG will den Auftrag an einen Totalunternehmer vergeben. Der Rat soll am 1. Juni über den Vergabebeschluss entscheiden. Die Stadt begründet den Neubau damit, dass das Marschwegstadion baulich und infrastrukturell nicht mehr die Anforderungen an Profifußball, Sicherheit, Medienarbeit und Barrierefreiheit erfüllt. Die Kosten für den Neubau sollen 57,3 Millionen Euro betragen.

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Bei der Vorstellung in der Alten Fleiwa, vor der Fans des VfB Oldenburg und Gegner/innen des Neubaus Sprechchöre riefen, präsentierte die Stadt erstmals Visualisierungen der geplanten Arena. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sagte: „Die Zeit für ein neues Stadion in Oldenburg ist reif. Die Vorbereitung darauf läuft super.“ Er verwies auf die anstehende Ratsentscheidung: „Ich bin zuversichtlich, dass der Stadtrat am 1. Juni die richtige Entscheidung trifft.“

10-Prozent-Puffer für Kosten eingeplant

Der Entwurf sieht ein Stadion mit 10.604 Plätzen vor. Davon entfallen 6.195 auf Sitzplätze und 4.409 auf Stehplätze. Bei Bedarf kann die Kapazität auf bis zu 15.000 Plätze wachsen. Für diese Erweiterung müsste nach Angaben der Stadt zusätzlich ein Parkhaus gebaut werden. Der Heimfanbereich soll auf der Nordtribüne entstehen und 3.809 Stehplätze umfassen. Für Gästefans plant die Stadiongesellschaft einen eigenen Bereich auf der Südtribüne.

Die Auftragssumme liegt nach Angaben der Stadt bei 57,3 Millionen Euro. Eine Investitionskostenberechnung hatte 2024 für eine Variante mit 10.000 Plätzen rund 50,4 Millionen Euro angesetzt. Dr. Julia Figura, Erste Stadträtin und Kämmerin der Stadt Oldenburg, verwies auf mögliche Mehrkosten: „Es kann aus verschiedenen Gründen zu unvorhergesehenen Kosten kommen. Dafür wurde zusätzlich ein 10-Prozent-Puffer eingeplant. Das ist wichtig, um bei höheren Kosten kein neues Ratifizierungsverfahren der EU auslösen zu müssen und damit keinen Baustopp zu riskieren.“

Stadion wird multifunktional nutzbar sein

Stefan Orth, Geschäftsführer der Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG, sieht den Entwurf als mehr als reine Fußballstätte. „Das Stadion passt architektonisch sehr gut in die Stadt. Es soll die neue Heimat des VfB Oldenburg werden, ist aber auch eine Multifunktionsarena, in der jegliche Art von Veranstaltung in kurzer Zeit realisiert werden kann.“ Die Stadt nennt unter anderem American Football, Kleinfeldsport, Motocross, BMX, Reitturniere und Konzerte als mögliche Nutzungen. Bei Konzerten soll die Arena rund 15.000 Besucher/innen fassen können.

Das Stadion soll nahe Bahnhof und ZOB entstehen. Ein Boulevard von der Maastrichter Straße soll den Hauptzugang bilden. Für Bürger/innen sind vor allem Verkehr, Erreichbarkeit und Parken relevant. Nach der Planung entstehen 347 Autostellplätze im Westen des Geländes und 1.665 Fahrradstellplätze. Im Süden sind Stellplätze für Gästebusse vorgesehen. Ein Lärmschutzwall soll das Gelände im Osten von den Berufsbildenden Schulen und der Wohnbebauung abgrenzen.

Die Arena soll barrierefrei erreichbar sein. Geplant sind knapp 100 Plätze für Rollstuhlfahrende, barrierefreie Theken an den Kiosken und eine „Toilette für alle“. Auf den Tribünendächern sollen Photovoltaikanlagen entstehen. Wärmepumpen und begrünte Retentionsdächer gehören ebenfalls zum Konzept.

Bau soll im Sommer 2027 starten

Die Bauleitplanung für den Standort ist abgeschlossen. Eine abschließende Rückmeldung der Europäischen Kommission zu beihilferechtlichen Fragen steht noch aus. Vorbereitende Arbeiten sollen nach der politischen Entscheidung noch in diesem Jahr beginnen. Der Stadionbau soll am 1. Juli 2027 starten. Die Fertigstellung strebt die Stadt für Ende 2028 oder Anfang 2029 an.

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