Stadt prüft PAK-Befunde in der Flugplatzbäke

Die Stadt Oldenburg überprüft die auffälligen PAK-Befunde in der Flugplatzbäke.
Foto: Stadt Oldenburg
Die Untere Wasserbehörde der Stadt Oldenburg hat für die Flugplatzbäke ein Untersuchungskonzept erarbeitet. Anlass sind auffällige Befunde zu polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK, die im August bekannt wurden. Die erste Kontrollbeprobung fand am Mittwoch, 9. September, an der Bäke sowie relevanten Zuflüssen und Entwässerungswegen statt. Mit erneuten, fachgerecht genommenen Proben will die Behörde die bisherigen Ergebnisse überprüfen, mögliche Eintragspfade räumlich eingrenzen und etwaige Quellen identifizieren.
Ausgangspunkt sind Proben, die der Verein für Nachhaltige Stadtentwicklung Oldenburg im August in der Nähe des Peerdebroks selbst genommen und untersuchen lassen hatte. Die vorgelegten Ergebnisse wiesen sowohl im Wasser als auch im Sediment auffällige Konzentrationen der untersuchten EPA-PAK16 auf. Im Wasser wurde eine Summenkonzentration von 15,55 Mikrogramm pro Liter angegeben, im Sediment waren es 76,474 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse. Die Stadt weist darauf hin, dass bislang ein Einzelbefund vorliegt und für die fachliche Einordnung auch die Bedingungen der ursprünglichen Probenahme und Probenbearbeitung wichtig sind.
Proben an sieben Stellen
An sieben gezielt ausgewählten Stellen nahm die Stadt Sedimentproben. Wasserproben waren wegen des niedrigen Wasserstandes nur an drei Stellen möglich. Das Labor untersucht die sogenannten EPA-PAK16, eine Gruppe von 16 ausgewählten PAK. Dazu gehört auch das toxikologisch besonders relevante Benzo(a)pyren. Zusätzlich werden unter anderem Schwermetalle wie Kupfer untersucht.
Die Kontrollbeprobung erfolgte nach Angaben der Stadt unter nachvollziehbaren und vergleichbaren Bedingungen. Damit soll sich zeigen, ob sich die im August gemessenen Werte bestätigen und ob sich anhand der räumlichen Verteilung Hinweise auf mögliche Eintragswege oder Quellen ergeben.
Ergebnisse werden in einigen Wochen erwartet
Die Laboruntersuchungen werden voraussichtlich einige Wochen dauern. Je nach Ergebnis kann die Stadt das Untersuchungsprogramm anpassen oder ausweiten. Sollten sich die Befunde bestätigen und nachvollziehbare räumliche Konzentrationsverläufe zeigen, können weitere Untersuchungen folgen.
Für die fachliche Bewertung reicht nach Angaben der Stadt der Nachweis eines Stoffes allein nicht aus. Berücksichtigt werden müssen unter anderem Konzentration, Zusammensetzung, räumliche Verteilung sowie mögliche Aufnahme- und Wirkungspfade. Das Vorhandensein eines toxikologisch relevanten Stoffes bedeutet demnach nicht automatisch eine konkrete gesundheitliche Gefährdung.
Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes bestehen Risiken nur bei großflächigem oder langandauerndem Hautkontakt oder bei wiederholter oraler Aufnahme des Sediments. Eine belastbare Einordnung der gemessenen Konzentrationen sei erst möglich, wenn die Kontrolluntersuchungen, geeignete Vergleichsdaten und die tatsächlich relevanten Expositionspfade berücksichtigt werden können.
Stadt hat Hinweise aufgestellt
Vorsorglich hat die Stadt bereits vor Abschluss der Untersuchungen reagiert. Der unmittelbar an den Fliegerhorst angrenzende Bereich der Flugplatzbäke unterhalb beziehungsweise südlich des Peerdebroks wurde am Freitag, 4. September, mit Hinweisen beschildert. Die Stadt informiert damit vor Ort über die laufenden Untersuchungen.
Über das Untersuchungskonzept berichtete die Verwaltung am Donnerstag, 10. September, im Ausschuss für Umwelt, Stadtgrün und Klima. Dort stellte sie auch aktuelle Ergebnisse des fortlaufenden Grundwassermonitorings im Bereich der ehemaligen Schießbahn vor.
Keine PAK im Grundwassermonitoring nachgewiesen
Beim Grundwassermonitoring stellte die Stadt nach eigenen Angaben keine Veränderungen gegenüber den bisherigen Beprobungen fest. Eine PAK-Belastung wurde dort nicht nachgewiesen. Geringfügige Überschreitungen der gesetzlichen Prüfwerte ergaben sich ausschließlich beim Parameter Vinylchlorid an einer von vier Messstellen.
An den benachbarten Messstellen war Vinylchlorid nicht nachweisbar. Die Verwaltung geht deshalb von einem diffusen, lokal begrenzten und geringfügigen Auftreten aus. Eine konkrete Quelle lasse sich nicht zuordnen. Nach Einschätzung der Stadt geht davon keine Gefahr für das Grundwasser aus.
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