Stadt prüft PAK-Befund in der Flugplatzbäke

Die Stadt warnt wegen erhöhter PAK-Werte vor der Flugplatzbäke.

Die Stadt warnt vor der Flugplatzbäke.
Foto: Jakob von Sass

Der Befund einer privaten Laboranalyse aus der Flugplatzbäke in Oldenburg weist deutlich erhöhte PAK-Werte aus. (Die Abkürzung PAK steht für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, eine Gruppe von umwelt- und gesundheitsschädlichen chemischen Verbindungen.) Beauftragt hatte die Analyse der Verein für Nachhaltige Stadtentwicklung Oldenburg – die Proben stammen vom Peerdebrok außerhalb des ehemaligen Fliegerhorsts. Der Rat hat eine umfassende Kontrolluntersuchung beschlossen. Die Herkunft der Schadstoffe ist offen. Bis zur Klärung warnt die Stadt vor Kontakt mit dem Bach.

Mitglieder des Vereins nahmen am 3. August eine Wasser- und eine Sedimentprobe und brachten sie ins Labor. Dort wurden insgesamt 15,55 Mikrogramm je Liter der untersuchten EPA-PAK gemessen – darunter 1,5 Mikrogramm je Liter Benzo(a)pyren; im Sediment lag die PAK-Summe bei 76,474 Milligramm je Kilogramm Trockenmasse. Weil die Herkunft der Stoffe offen ist und der Stadt nach eigenen Angaben noch Unterlagen zur Probenahme fehlen, lässt die Untere Wasserbehörde eigene Proben entnehmen und analysieren. Der Rat beschloss am 31. August einstimmig eine weitergehende Kontrolluntersuchung mehrerer Gewässer- und Entwässerungswege.

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Es wird wissenschaftlich

Die Messwerte fallen deutlich aus, ihre rechtliche Bewertung ist aber differenzierter als zunächst dargestellt. Für Benzo(a)pyren legt die Oberflächengewässerverordnung eine zulässige Höchstkonzentration von 0,27 Mikrogramm je Liter fest. Der gemessene Wert von 1,5 Mikrogramm je Liter liegt damit um den Faktor 5,6 darüber.

Die häufig genannte rund 80-fache Überschreitung bezieht sich dagegen nicht auf das Sediment, sondern auf die PAK-Summe im Wasser: Die erste Auswertung vergleicht 15,55 Mikrogramm je Liter mit einem Prüfwert von 0,2 Mikrogramm je Liter aus der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser. Dieser Prüfwert ist keine Umweltqualitätsnorm für Oberflächengewässer.

Für das Sediment wurden 2,25 Milligramm Benzo(a)pyren je Kilogramm gemessen; die vorläufige Auswertung weist selbst darauf hin, dass offen ist, ob bodenbezogene Prüfwerte unmittelbar auf Bachsediment angewendet werden können.

Herkunft der Schadstoffe bleibt ungeklärt

Woher die PAK in der Flugplatzbäke stammen, lässt sich aus der einzelnen Beprobung nicht ableiten. Der Verein verweist auf die Nähe zum ehemaligen Schießstand und hält einen Eintrag über Sickerwasser oder Entwässerungswege für möglich. Auch der Antrag, den der Rat inzwischen beschlossen hat, hält ausdrücklich fest, dass die private Stichprobe weder die Quelle der Schadstoffe noch eine konkrete Gefahr für Menschen und Umwelt belegt. Untersucht werden sollen deshalb unter anderem Stellen oberhalb und unterhalb eines möglichen Einflussbereichs sowie das Regenrückhaltebecken, die Ofenerdieker Bäke und erkennbare Zu- und Abflüsse. Zudem soll der Verlauf der Flugplatzbäke nördlich des Peerdebroks genauer dokumentiert werden.

Das bisherige Grundwassermonitoring spricht nach Angaben der Stadt gegen einen Eintrag aus dem ehemaligen Schießstand über das Grundwasser. In diesem Bereich seien bislang keine PAK im Grundwasser nachgewiesen worden. Zudem liege die Flugplatzbäke nicht in der Grundwasser-Fließrichtung des Schießstandes. Der neue Befund betrifft allerdings Oberflächenwasser und Sediment. Die nun beschlossene Untersuchung soll deshalb auch mögliche oberirdische Entwässerungswege erfassen und die Ergebnisse mit dem Grundwassermonitoring abgleichen.

Stadt warnt vor Kontakt mit dem Bach

Bis belastbare Kontrollwerte vorliegen, rät die Stadt vorsorglich davon ab, im Gewässerbett der Flugplatzbäke zu spielen oder Wasser aus dem Bach zu entnehmen. Die Warnung gilt bis auf Weiteres. Benzo(a)pyren zählt zu den krebserregenden PAK und ist in der Umwelt langlebig. Der Stoff kann sich zudem in Organismen anreichern.

Für Menschen, die den frei zugänglichen Bereich am Peerdebrok nutzen, bedeutet das vorerst eine konkrete Einschränkung. Ob darüber hinaus Maßnahmen nötig werden, hängt von den Kontrollproben und der Klärung möglicher Eintragspfade ab. Die Stadt will die Ergebnisse nach eigenen Angaben öffentlich machen und in den politischen Gremien vorstellen.

Streit um den ehemaligen Schießstand

Der Hintergrund reicht bis ins Jahr 2025 zurück. Bei sechs Schürfungen auf dem ehemaligen Schießstand ließ die Staatsanwaltschaft Oldenburg Bodenmaterial untersuchen. Das von ihr beauftragte Gutachten stellte unter anderem PAK und Asbest fest und bewertete Teile des Materials zunächst als problematisch. Die Stadt widersprach Teilen dieser fachlichen und rechtlichen Bewertung und erklärte, von dem gesicherten Bereich gehe keine akute Gefahr aus.

Das Niedersächsische Umweltministerium prüfte den Vorgang später und teilte im Februar 2026 mit, es sehe keine Hinweise auf eine illegale Abfallablagerung. Die Sicherungsmaßnahme sei bodenschutzrechtlich nicht zu beanstanden. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück stellte das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit Abfällen im Juni 2026 mangels hinreichenden Tatverdachts ein. Damit ist jedoch nicht geklärt, woher die nun in der Flugplatzbäke gemessenen PAK stammen. Die Stadt weist die Darstellung zurück, auf dem Gelände sei „Giftmüll“ verklappt worden.

Parallel besteht ein politischer Auftrag zur weiteren Untersuchung des Schießstandes. Der Rat hatte die Verwaltung im August 2025 beauftragt, Umfang und Herkunft der dort vorhandenen Materialien zu klären. Nach Angaben der Stadt führte ein inzwischen beauftragtes Sachverständigenbüro im August 2026 zwei Planungsgespräche. Es soll prüfen, ob und wie in das bestehende Sicherungsbauwerk eingegriffen werden kann und welche Haftungsrisiken dabei entstehen. Die Arbeiten laufen unabhängig von der Untersuchung der Flugplatzbäke.

(Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz erstellt und vom Redakteur Jakob von Sass geprüft.)

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