Kreyenbrück

MediTech: Büro „chora blau“ gewinnt Wettbewerbsverfahren

Früher AEG, dann ACC und bald MTO – das MediTech Oldenburg. Kreyenbrück wird sich in den nächsten Jahren noch viel verändern.

Früher AEG, dann ACC und bald MTO – das MediTech Oldenburg. Kreyenbrück wird sich in den nächsten Jahren noch viel verändern.
Foto: Torsten von Reeken / Stadt Oldenburg

Oldenburg (am) In Kreyenbrück, in direkter Nähe zum Klinikum Oldenburg, soll auf dem ehemaligen AEG- bzw. ACC-Gelände ein Zentrum für die Gesundheitswirtschaft entstehen: das MediTech Oldenburg (MTO). Das Architektenbüro „chora blau“ aus Hannover hat gestern das Wettbewerbsverfahren für das neue Quartier gewonnen. Heute wurde der Siegerentwurf vorgestellt. Insgesamt wurden sechs Entwürfe eingereicht. Der erste Preis im Wettbewerbsverfahren ist mit 15.000 Euro dotiert.

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„MediTech Oldenburg wird mit Sicherheit ein schönes und innovatives Stück Oldenburg, es bietet dem Medizinstandort Oldenburg enorme Entwicklungsmöglichkeiten“, so Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Die Wettbewerbsjury unter der Leitung des Essener Landschaftsarchitekten Friedhelm Terfrüchte hat ihre einstimmige Entscheidung damit begründet, dass sich der Entwurf vor allem dadurch auszeichne, dass sich das Büro in überzeugender Weise mit dem zu beplanenden Raum intensiv beschäftigt habe. Der Entwurf zeichne sich durch die Erfüllung der besonderen Anforderungen, eine starke Flexibilität und hohe Qualität aus. Durch die Realisierung wird auf einer Gesamtfläche von 6,3 Hektar ein Quartier entstehen, das einem breiten Spektrum an etablierten und neu gegründeten Gesundheitsunternehmen aus den Bereichen Life Sciences und Public Health einen Standort für Labore, Büros und Seminarräumen bieten wird. Rund 1500 Arbeitsplätze sollen hier entstehen.

Gefordert war eine zentrale Quartiersachse mit Rad- und Fußwegen, die Erschließungsplanung für das Gelände und eine innovative Gestaltung. „Der Entwurf musste sehr flexibel sein, weil sich die Gesamtplanung erst noch in einzelne Vorhaben auflösen wird“, erklärte Elke Wicherts, Leiterin des Stadtplanungsamtes. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Verwaltung erst mit einem Unternehmen in konkreten Gesprächen, weitere Interessenten haben sich bereits gemeldet.

Landschaftsarchitekt Björn Bodem, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Projektleiterin Lydia Koch und Klaus Marbold, Vorsitzender des Sanierungsbeirates Kreyenbrück-Nord, freuen sich über die Aufwertung des gesamten Stadtteils.

Landschaftsarchitekt Björn Bodem, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Projektleiterin Lydia Koch und Klaus Marbold, Vorsitzender des Sanierungsbeirates Kreyenbrück-Nord, freuen sich über die Aufwertung des gesamten Stadtteils.
Foto: Anja Michaeli

Landschaftsarchitekt Björn Bodem von „chora blau“ (auch beteiligt an den Havekant-Planungen in Oldenburg) betonte, dass der Entwurf die Reduzierung auf das Wesentliche beinhalte. Die vorhandenen Strukturen seien mit den Planungen verzahnt worden. Die Gebäudehöhe werde sich an der bestehenden Bebauung orientieren und drei bis vier Etagen bzw. 17 Meter Höhe nicht überschreiten. „Es wird urban, aber nicht dominant“, sagte Krogmann. Pflanzinseln, Sitzelemente mit Ablagemöglichkeiten, Gastronomie, eine Boulderwand, eine Riesenschaukel, Tischtennisplatten, schmale Tische für den kurzen Smalltalk, die gleichzeitig als Radabstellplätze dienen, sollen die Aufenthaltsqualität in dem neuen Quartier garantieren. Der Entwurf beinhaltet zudem zwei Parkgaragen.

Die Stadt hatte das Gelände 2015 erworben. Zur Realisierung des Wettbewerbsentwurfes ist beabsichtigt, dem Preisträger die freiraumplanerischen Leistungen für den Bau der Quartierachse in den nächsten Jahren zu übertragen. Parallel zur weiteren Planung der Quartiersachse soll die Bauleitplanung erfolgen. Zurzeit ist das Gelände noch als Industrie- bzw. Gewerbegebiet ausgezeichnet. Nach dem Aufstellungsbeschluss wird im Frühjahr eine Bürgerversammlung und anschließend die öffentliche Auslegung der Planungen stattfinden. Der weitere zeitliche Ablauf ist derzeit aber noch nicht konkret zu benennen. Ziel ist es jedoch, die ersten Ansiedlungen im Jahr 2020 zu ermöglichen.

Eine „Neue Mitte“ für Kreyenbrück

Neben dem MTO-Projekt entsteht an der Klingenbergstraße ein Stadtteilzentrum für Kreyenbrück, das von der Oldenburger Wohnungsbaugesellschaft GSG realisiert wird. Hier werden Wohnungen, eine Tagespflegestation für Demente und ein Schwesternwohnheim mit 29 Appartements gebaut. Außerdem werden die Stadtteilbücherei und ein Stadtteilbüro in das neue Zentrum ziehen. Ebenfalls in Arbeit ist der Klingenbergplatz. Der 2500 Quadratmeter große Platz wird komplett neu gestaltet.

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