Prange und Rohr sprechen über Oldenburgs Stadtentwicklung

Moderator Felix Zimmermann (links) diskutierte mit den Oberbürgermeisterkandidaten Jascha Rohr (Mitte) und Ulf Prange (rechts) über die Oldenburger Stadtentwicklung.
Foto: Jonas Wendt
Oldenburg (am) Auf Einladung des Vereins bau_werk Oldenburg haben Ulf Prange, SPD-Kandidat und Landtagsabgeordneter, und Jascha Rohr, parteiloser Kandidat mit Unterstützung von Grünen und CDU, gestern im CORE über Oldenburgs Stadtentwicklung diskutiert. Vor rund 200 Gästen ging es bei der Veranstaltung „Woher – Wohin?“ um Potenziale, Probleme und Visionen für die Stadt. Moderator Felix Zimmermann von der „taz“ führte durch den Abend. Im Mittelpunkt standen konkrete Orte wie die 91er Straße, das frühere Bahngelände der EWE, der Waffenplatz und Galeria. Aus dem erwarteten Schlagabtausch wurde über weite Strecken ein Abend der Übereinstimmung.
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Zwei Stunden lang sprachen die beiden gebürtigen Oldenburger über Stadtentwicklung, ohne oft gegeneinander zu geraten. Beide betonten, Oldenburg brauche zuerst ein Gesamtbild und erst danach Entscheidungen über einzelne Projekte. Das klang vernünftig, manchmal aber auch wie ein sicherer Weg aus der Zumutung, konkret zu werden. Rohr wurde auf seine besondere Rolle angesprochen, als parteiloser Bewerber für ein Bündnis aus Grünen und CDU anzutreten. Prange sollte benennen, worin er sich vom amtierenden Oberbürgermeister Jürgen Krogmann unterscheidet. Wirklich auseinander lagen beide vor allem beim Stadion.
Aus sieben wurden zwei
Der Konflikt um die Auswahl der Gäste stand gleich zu Beginn im Raum. Der Architekt Horst Gumprecht begrüßte das Publikum und erklärte, warum nur Prange und Rohr auf dem Podium saßen. Als bau_werk die Veranstaltung plante, galten nur diese beiden Kandidaten als gesetzt. Später wuchs das Feld auf sieben Bewerber/innen. „Wir haben überlegt, die Segel zu streichen“, sagte Gumprecht. Schließlich blieb bau_werk bei Prange und Rohr. Mit sieben Kandidat/innen hätte das Format nach Einschätzung der Veranstalter nicht mehr funktioniert.

Byanca Küßner.
Foto: Jonas Wendt
Die parteilose Bewerberin Byanca Küßner ergriff dennoch das Wort. Schon vor der Veranstaltung hatte sie auf TikTok kritisiert, bau_werk habe sie zunächst eingeladen und später wieder ausgeladen. Als Begründung habe sie gehört, man wolle „nur die zwei Favoriten“ einladen. Küßner nannte das eine Vorauswahl und fragte, ob das Demokratie sei, „wenn man eine Vorauswahl trifft und den Rest gar nicht einlädt“.
Stadt aus einem Guss
Inhaltlich führte der Abend immer wieder zur gleichen Frage zurück: Was will Oldenburg werden? Prange und Rohr sprachen über Spielplätze, bezahlbaren Wohnraum, Galeria, das EWE-Gelände, den Waffenplatz und die Innenstadt. Beim früheren Bahngelände verwiesen beide auf Gespräche mit der Eigentümerin EWE. Die Stadt müsse verhindern, dass einzelne Filetstücke verkauft werden. Es brauche eine Entwicklung aus einem Guss.
Beim Waffenplatz erkannten beide die steinerne Fläche als Problem. Es brauche mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grün und Räume, in denen Menschen bleiben wollen. Bei Galeria lagen Prange und Rohr ebenfalls nah beieinander. Beide hielten das Kaufhaus für erhaltenswert. Prange sagte aber auch, die Innenstadt müsse neu gedacht werden. Rohr brachte eine „Oldenburg-Logistik“ ins Gespräch: Kund/innen könnten sich Einkäufe aus Geschäften oder von Marktständen per Rad nach Hause liefern lassen.
Stadion als klarster Unterschied
Der deutlichste Unterschied zeigte sich beim Stadion. Prange hatte am Vorabend im Rat für das Projekt gestimmt und verteidigte diese Haltung. Ein Stadion könne ein Ort für Gemeinschaft sein, an dem Menschen zusammenkommen. Solche Orte brauche eine Stadt, sagte er sinngemäß, egal ob Kultur, Bürgerhaus oder Sport.
Rohr hätte dagegen gestimmt. „Wenn es kommt, dann kommt es. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Erfolg wird, aber ich werde mich dem natürlich stellen“, sagte er. Den Begriff des dritten Ortes verstand er anders. Als Beispiel nannte er eher die Schnippeldisco in Bloherfelde.
So blieb der Abend eher eine erste Vermessung als ein Duell. Die großen Linien waren erkennbar: mehr Konzept, mehr Beteiligung, mehr Blick auf die ganze Stadt. Offen blieb, wer daraus im weiteren Wahlkampf die klareren Entscheidungen ableitet. Oeins hat die Veranstaltung aufgezeichnet.





5 Kommentare
An die Redaktion.
Ich bin am Donnerstag, den 4.6.26 zu einer Beerdigung ( 11.00 Uhr ) in der Getrudenkapelle gewesen. Bei der Hinfahrt habe ich aufgrund des Regens und etwas knappen Zeit in einer Straße ( hinterer Friedhofseingang ) geparkt. In meiner Betroffenheit aufgrund der bevorstehenden Trauerfeier, habe ich die Straße vergessen, in welcher in mein Auto abgestellt hatte. Nach den Trauerfeierlichkeiten , begann ich mein Auto zu suchen. Nach ca 20 Minuten war ich schon verzweifelt. Da hat mich eine Frau, die gerade mit Taschen bepackt vom Einkauf kam, ob sie mir behilflich sein kann. Ich schilderte Ihr meine schwierige Lage. Da sagte, “ Wissen sie, ich hole mein Auto. Es steht am Ende der Straße und ich fahre mit Ihnen die einzelnen Straßen um den Friedhof herum ab. wir werden es schon finden. “ Sie holte Ihr Auto, verstaute Ihre Einkäufe und los ging es. In der Humboldtstr. fanden wir mein Auto. Ich wollte mich revanchieren . Sie sagte “ gern geschehen und kommen Sie gut nach Hause “ . Das bin ich trotz Gewitter.
Mein großes ‚Dankeschön an die Frau, deren Namen ich nicht weiß.
Liebe Oldenburgerinnen ein tolles Kompliment der Hilfsbereitschaft in Ihrer schönen Stadt erfahren zu haben.
Edeltraud Hermann-Hirche Bremen
Ein Lob muss auch in die Zeitung liebe Redaktion .
MfG E.Hermann-hirche
Grundsätzlich sehe ich es genauso, dass jeder Veranstalter für sich entscheidet, wer zu einem Gespräch eingeladen wird. Manchmal geben aber auch Gesprächsteilnehmer positive Impulse und setzen einen anderen Fokus. Sicher sind sieben Bewerber eine große Herausforderung für den Moderator, denn dadurch wird die Redezeit und auch gleichzeitig die Argumentationslinie jedes einzelnen stark verkürzt. Es ist nicht einfach, einen guten Mittelweg zu finden, allerdings die beiden Protagonisten als „Favoriten“ einzuladen sehe ich in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Parteien bei den Bürgern eher als gewagt an. In diesem Sinne einen schönen Donnerstag.
Der Entschuldigung zum Auftakt dieser soliden Veranstaltung hätte es nicht bedurft. Es ist allein die Entscheidung der Veranstalter, wen sie auf ein Podium holen. Das hat mit Demokratie nichts zu tun, auch wenn sich das manche gern einbilden. Zudem müsste mal jemand erklären, welchen Sinn es machen sollte, Kandidaten von eigenen Gnaden, bei denen jeder weiß, dass sie niemals Oberbürgermeister werden, zu fragen, was sie als Oberbürgermeister denn so machen würden. Das ist vielleicht manchmal unterhaltsam (und war es in der Vergangenheit ja auch gelegentlich), bringt aber wenig Erkenntnisgewinn fürs Publikum.
Sie wissen doch gar nicht, wen ich als OB wählen würde. Bis vor kurzem hatte ich sogar erwogen, einen der Kandidaten zu wählen, was aber aus einem anderen Grund nicht mehr in Frage kommt.
Und Sie wissen auch nicht, was die anderen Kandidaten sagen würden, geschweige denn. wie die Wahl ausgeht.
Aber dieser Verein wird lt. eigener Website aus Steuermitteln finanziert, was ihn zur Überparteilichkeit verpflichten dürfte.
Wer sich hier gerne einbildet, demokratische Grundsätze zu kennen, sind offensichtlich eher Sie.
Merkwürdiges Demokratieverständnis hinsichtlich der Auswahl der Kandidaten.