Geschichte

KinOLaden: Knips-Kunst-Beobachtung

Werkstattfilm-Leiter Farschid Ali Zahedi, Stella Rüger und Yvonne Resch im Café des KinOLadens vor Fotografien aus den 20er Jahren.

Werkstattfilm-Leiter Farschid Ali Zahedi, Stella Rüger und Yvonne Resch (vom Team Werkstattfilm) im Café des KinOLadens vor Fotografien aus den 20er Jahren.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg / am – Im KinOLaden des Vereins Werkstattfilm in der Wallstraße 24 wurde in den vergangenen Wochen in den Räumen kräftig gewerkelt und die neue Ausstellung „Knips-Kunst-Beobachtung. Visuelle Geschichte und Gedächtnis der Stadt Oldenburg.“ konzipiert. Gezeigt werden ab dem 31. Oktober unter anderem bisher unveröffentlichte Fotos, Filme und Originaldokumente der Stadtgeschichte.

„Knips-Kunst-Beobachtung. Visuelle Geschichte und Gedächtnis der Stadt Oldenburg.“

Auf mehr als 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche können die Besucher die audiovisuelle Stadtgeschichte Oldenburgs vom 19. bis 20. Jahrhundert erleben. Zu Themen wie die Goldenen 20er Jahre oder Oldenburg von den 1950er bis 70er Jahren werden Fotos des Oldenburger Medienarchivs gezeigt, die den Wandel der Stadt dokumentieren. Bilder von der alten Glashütte oder der Wagenbauanstalt und eines der ersten Fotos aus Oldenburg, das einen Blick auf die Langestraße im Jahr 1882 zeigt, sind Höhepunkte der Ausstellung. Thematisiert wird unter anderem die Umgestaltung des Schlossplatzes in den 50er Jahren und die Ankunft der Flüchtlinge damals.

Die Langestraße in der Oldenburger Innenstadt um 1900.

Langestraße um 1900.
Foto: Oldenburger Medienarchiv / Werkstattfilm e.V.

Die Oldenburger Wallstraße und der Lappan um 1900.

Wallstraße und Lappan um 1900.
Foto: Oldenburger Medienarchiv / Werkstattfilm e.V.

Zudem wurde eine Dokumentationsstelle zur NS-Zeit in Oldenburg geschaffen, die eine umfassende Auswahl an Interviews mit Zeitzeugen sowie zahlreiche Publikationen und Exponate bereitstellt. Neben Bildungseinrichtungen sollen damit sowohl die Wissenschaft als auch die interessierte Öffentlichkeit angesprochen und zur Auseinandersetzung mit der visuellen Geschichte der Stadt angeregt werden.

Renovierung des KinOLadens

Aber auch in den Räumlichkeiten des KinOLadens wurde in den vergangenen Wochen gearbeitet. Im Kino wurde die Technik verbessert und für mehr Bequemlichkeit gesorgt. Im renovierten Café können die Gäste mit Blick auf Fotos der 20er Jahre oder beim Blättern in verschiedenen Bildbänden einen Tee oder Kaffee trinken. Zu den neuen Sehenswürdigkeiten gehört die Treppengalerie, auf der 120 Oldenburger Bilder aus verschiedenen Epochen beim Aufstieg betrachtet werden können. Die Besucher können mit ihren eigenen Fotos an der „Treppengalerie“ teilhaben. „Amateurfotografien haben eine entscheidende Rolle bei der visuelle Stadtgeschichte gespielt“, so Werkstattfilm-Leiter Farschid Ali Zahedi. Der Blick sei anders als der von professionellen Fotografen und deshalb wichtig. Die mitgebrachten Originale können später wieder abgeholt werden. Für die Renovierung und Neugestaltung wurden rund 18.000 Euro investiert.

Werkstattfilm und KinOLaden

Der gemeinnützige Verein Werkstattfilm vermittelt seit 1992 mit seinem Oldenburger Medienarchiv relevante gesellschaftliche Themen unter dem Einsatz audiovisueller Medien. Werkstattfilm hat inzwischen ein umfangreiches regionales Foto- und Filmarchiv zusammengetragen und sich in den Bereichen Konservierung, Erhaltung und Digitalisierung fundierte Kenntnisse angeeignet. Im KinOLaden werden neben der Dauerausstellung Filme (z.B. „Museum Hours“, 4. und 5. November) und Kinderfilme („Shana – The Wolfs Music“, 21. November) gezeigt. Außerdem werden Führungen für Kinder angeboten, die sich mit den Anfängen des Kinos beschäftigen (21. November und 19. Dezember). Das Team arbeitet weitgehend ehrenamtlich. Der Verein finanziert sich aus Spendenmitteln und Sponsorengeldern. Die Aktion „Mein Stück Oldenburg“ (ein Euro für eine Fotopatenschaft / Online-Archiv) spülte rund 2500 Euro in die Kasse. Aber eine Förderung aus öffentlichen Mitteln wäre notwendig, so Farschid Ali Zahedi, der unter anderem auf das Land Niedersachsen und die Nordmedia hofft.

Die Ausstellung wurde von der EWE-Stiftung, dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) und der Stadt Oldenburg gefördert. Sie wird am 31. Oktober um 15 Uhr eröffnet. Samstags und sonntags ist sie jeweils von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt kostet zwei Euro. Weitere Informationen und Buchungen für Gruppenführungen und Sonderveranstaltungen werden per E-Mail an info@werkstattfilm.de oder telefonisch unter 04 41 / 121 80 entgegengenommen.

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