Kultur

Werkstattfilm stellt visuelles Gedächtnis der Stadt online

Das Foto zeigt die Lackierer der Wagenbauanstalt Osternburg nach der Fertigstellung des ersten elektrischen Wagens im Oktober 1925.

Das Foto zeigt die Lackierer der Wagenbauanstalt Osternburg nach der Fertigstellung des ersten elektrischen Wagens im Oktober 1925.
Foto: Oldenburger Medienarchiv

Oldenburg (vs) Rund 6000 Fotos enthält die neue digitale Datenbank, die vom Oldenburger Verein Werkstattfilm jetzt freigeschaltet wurde. In vielen Jahren und unzähligen Stunden wurde die Sammlung mit stadthistorisch und regionalgeschichtlich wertvollem Film- und Fotomaterial aus Oldenburg und der Region digitalisiert und für die Bevölkerung online gestellt. Das älteste Foto, das im Oldenburger Medienarchiv zu sehen ist, ist auf das Jahr 1876 datiert.

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Unter der Adresse www.oldenburgermedienarchiv.de ist diese digitale Sammlung mit historischen Aufnahmen der Stadt Oldenburg im Original einzusehen, die in Zukunft schrittweise erweitert wird. Dieses regionalgeschichtliche Film- und Fotoarchiv umfasst mittlerweile etwa eine Million Fotos und Filme. Es beinhaltet Fotos von Privatpersonen sowie den Nachlass von Gustav Tahl, einem bekannten jüdischen Fotografen Oldenburgs der 1920er Jahre, der vor dem Nationalsozialismus in die Niederlande floh, und der verstorbenen Oldenburger Journalistin Ilse Rosemeyer.

„Das Baby ist da“, sagt Farschid Ali Zahedi vom Verein Werkstattfilm mit einem Lächeln und betont die Einmaligkeit dieser Plattform in gesamt Nord-West-Deutschland, die in der Vergangenheit von bis 25 Leuten erstellt wurde. Als Vorbild für den Aufbau und die Gestaltung dienten verschiedene renommierte Medienarchive in Deutschland. Dietmar Schütz, 1. Vorsitzender des Fördervereins für Werkstattfilm, hob bei der Präsentation der Plattform die Bedeutung der „großartigen Sammlung“ des Oldenburger Medienarchivs und des Vereins Werkstattfilm für die Stadt Oldenburg hervor. „Ich hoffe, dieses Projekt ist der Schlüssel, den Verein noch mehr zu unterstützen“, so der ehemalige Oldenburger Oberbürgermeister.

Audiovisuelle Erbe von Oldenburg bewahren

„Ziel des Oldenburger Medienarchivs ist es, das audiovisuelle Erbe der Stadt zu bewahren und allen Interessierten einen kostenlosen Zugang zu ermöglichen. Journalisten, Wissenschaftler, Lehrkräfte und Schüler können von diesem Archiv genauso profitieren, wie interessierte Bürgerinnen und Bürger“, so Werkstattfilm. Alle Medien im Archiv können kostenlos und ohne Registrierung betrachtet und durchsucht werden. Die benutzerfreundliche Oberfläche bietet die Suche nach vorgegebenen Kategorien und Schlagwörtern wie zum Beispiel Stadtteile, Politik, Verkehr, Bauwerke, Portraits oder Ereignisse und Kultur an. Eine eigene Stichwortsuche ist ebenfalls möglich. Download und Nutzung der Medien sind gegen Gebühr möglich und können mit einem Nutzungsvertrag angefragt werden.

Fotografen und Kultureinrichtungen können sich beteiligen

Das Oldenburger Medienarchiv bietet zudem professionellen und Hobby-Fotografen sowie Bürgern die Möglichkeit, ihre (historischen) Fotografien in dem Medienarchiv zu präsentieren. Die Namen der Fotografen werden auf Wunsch genannt, das Urheberrecht bleibt bestehen. Werkstattfilm erhält lediglich ein Nutzungsrecht. Farschid Ali Zahedi wünscht sich ebenso, dass sich die Kultureinrichtungen und Museen der Stadt und Region mit ihren umfangreichen Medienarchiven an dieser Plattform beteiligen.

Farschid Ali Zahedi vom Werkstattfilm e.V. präsentiert die Inhalte des neuen Oldenburger Medienarchivs mit rund 6000 Fotos und Filmen.

Farschid Ali Zahedi vom Werkstattfilm e.V. präsentiert die Inhalte des neuen Oldenburger Medienarchivs mit rund 6000 Fotos und Filmen.
Foto: Volker Schulze

Das Oldenburger Medienarchiv ist unter www.oldenburgermedienarchiv.de zu finden. Mehr Informationen über den Verein gibt es unter www.werkstattfilm.de.

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