Oldenburg

70.000 Bäume im Stadtgebiet kontrolliert

Die große Linde in der Berliner Straße ist eine von den 93 Bäume im Oldenburger Stadtgebiet die gefällt werden muss.

Die große Linde in der Berliner Straße ist eine von den 93 Bäume im Oldenburger Stadtgebiet die gefällt werden muss. Schon vor Jahren musste die Krone gesichert werden, weil der Zwiesel gerissen ist. Jetzt kann der Baum nicht mehr gehalten werden. Eine Neupflanzen ist geplant.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (am/pm) Die Stadt Oldenburg hat in den vergangenen Monaten die etwa 70.000 städtischen Bäume auf ihre Verkehrssicherheit hin untersucht. Das betrifft den Baumbestand an Straßen, in Grünanlagen, entlang von Wanderwegen, auf Schulgrundstücken und Sportanlagen, bei Kindertagesstätten und anderen öffentlichen Einrichtungen. Nach derzeitigem Stand sind bei 93 kranken Bäumen Pflegemaßnahmen oder Kronensicherungen nicht mehr ausreichend, sondern sie müssen wegen ihrer Verkehrsgefährdung gefällt werden. Es stehen weitere Untersuchungen an, deshalb kann sich diese Zahl noch erhöhen.

Anzeige

Rentenlücke schließen

Zur Wahrung der Verkehrssicherheit wird der städtische Baumbestand jährlich einer Zustandsüberprüfung unterzogen. Ein Baum gilt als verkehrssicher, wenn er weder in seiner Gesamtheit noch in Teilen eine Gefahr für seine Umgebung darstellt, das heißt, wenn sowohl seine Bruch- als auch seine Standsicherheit gewährleistet sind. Im Zuge der Zustandsdiagnose durch Inaugenscheinnahme notieren die Baumkontrolleure vom Fachdienst Stadtgrünpflege und Friedhöfe Baummängel und Anzeichen, die auf eine schwerwiegende Schädigung hindeuten. Dazu zählen abgestorbene Äste, Pilzfruchtkörper, Risse im Stamm und Astbereich, Faulstellen sowie Fehlstellungen im Kronenbereich.

In einem weiteren Schritt werden je nach Dringlichkeit die sichtbaren Mängel im Nachgang von den Baumpflegern beseitigt. Sie entfernen zum Beispiel tote Äste, kürzen ausbruchgefährdete Kronenteile ein oder sichern diese mit speziellen Kronensicherungssystemen. Bei besorgniserregenden Anzeichen erfolgen weitere, eingehende Untersuchungen am Baum. Je nach Befund werden daraufhin zusätzliche Maßnahmen ergriffen: So wird bei vielen Bäumen die Verkehrssicherheit erreicht, indem gefährdete Kronenteile entfernt oder gesichert werden. Auch bei bruch- und umsturzgefährdeten Bäumen kann häufig, wenn die biologischen Voraussetzungen noch gegeben sind, durch eine Kronenreduktion eine Fällung vorerst vermieden werden.

Viele absterbende oder stark geschädigte Bäume können jedoch nicht erhalten werden, da sie eine Gefährdung darstellen. „Die Bandbreite der 93 verkehrsgefährdenden und daher zu fällenden Bäume im Stadtgebiet reicht von der kleinen abgestorbenen Eberesche im Hasenweg bis zur 20 Meter hohen Eiche in der Butjadinger Straße oder dem großen Ahorn in der Bremer Heerstraße, dessen Zwiesel sich aufspaltet“, erläutert Fachdienstleiter Uwe Ahlers.

Vorheriger Artikel

Haushaltsentwurf: Hohe Einnahmen, keine Neuverschuldung

Nächster Artikel

Tatort Bremen: „Blut“

3 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    22. Oktober 2018 um 12.03 — Antworten

    So löst man Umweltprobleme anderswo:

    https://www.nordschleswiger.dk/de/motor-daenemark-politik/million-elektroautos-bis-2030

    … übrigens von drei Millonen Kraftfahrzeugen insgesamt! Entscheidender Satz sinngemäß: Nach 2030 werden in Dänemark keine Verbrennungsmotoren im Straßenverkehr mehr zugelassen!

    und:
    https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-politik/ueber-100-millionen-kronen-fuer-neue-radwege

    Na also, geht doch…

    • W. Lorenzen-Pranger
      23. Oktober 2018 um 0.43 — Antworten

      Nachtrag:
      100 Millionen dänsiche Kronen sind 13.403.199,13 Euro! Und das in einem Land, das gerade mal insgesamt nur rund ein Drittel so goß ist wie die Bundesrepublik und bereits ein ausgebautes Radfahrnetz hat, von dem man in Deutschland nur träumen kann.
      Zitat der Aussage eines Fernsehjournalisten: „Gegen Kopenhagen ist Amsterdam eine Auto-Stadt.“
      Übrigens, Schadstoff-Grenzwerte nach EU-Norm, just von „unserer hohen Politik“ aus dümmlicher „Wahlkampfstrategie“ in Frage gestellt, dürften da kaum eine Rolle spielen. Zwei Meere in Tagesausflugreichweite bzw. teilweise Insellage sorgen stets für ausreichend Luftaustausch – und ich weiß wovon ich schreibe, ich bin nur rund dreißig Kilometer südlich der dänischen Grenze aufgewachsen.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.