Stillstand nach Schneefall: Stadt erklärt Einsatz, Kritik an VWG

Ein Streufahrzeug des AWB wird mit Streusalz beladen.

Ein Streufahrzeug des AWB wird mit Streusalz beladen.
Archivfoto: Mohssen Assanimoghaddams / Stadt Oldenburg

Oldenburg (am/pm/ki) Nach dem starken Schneefall ab dem 2. Januar ist der Busverkehr in Oldenburg am Samstag um 13 Uhr komplett eingestellt worden. Erst am Sonntag um 9.30 Uhr nahm die VWG den Betrieb wieder auf, ab 10 Uhr nach Fahrplan. Die Stadt weist darauf hin, dass der Winterdienst planmäßig im Einsatz war. Gleichzeitig gibt es Kritik von der BSW Fraktion und der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) an der vollständigen Einstellung des ÖPNV.

Ein Sprecher der VWG begründete die Maßnahme mit extremer Glätte und mehreren Unfällen. Teilweise seien die Busse beim Einfahren in Haltestellen ins Rutschen gekommen. Es sei deshalb nicht möglich gewesen, einen sicheren Betrieb aufrechtzuerhalten.

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Die Stadt Oldenburg erklärt, der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) habe die Winterdienstarbeiten entsprechend Wetterprognose und Lagebeurteilung durchgeführt. Vom 2. bis 4. Januar waren täglich bis zu 60 Mitarbeitende aus mehreren Ämtern mit rund 30 Fahrzeugen im Einsatz. Die Touren starteten jeweils um 5 Uhr und wurden bis 20 Uhr gefahren. Zusätzlich war eine Rufbereitschaft von 4 bis 21 Uhr organisiert.

Der Winterdienst decke rund 400 Kilometer Fahrbahnen ab, darunter Hauptverkehrsstraßen, ÖPNV Routen und Schulbuslinien. Auch ein Großteil des Radwegenetzes und wichtige Fußgängerüberwege wurden behandelt. Allein an den drei Tagen wurden etwa 200 Tonnen Salz und 90.000 Liter Sole gestreut.

Die Stadt betont, dass die gesetzlichen Anforderungen im Winterdienst übertroffen werden: Nicht nur gefährliche Stellen wie Steigungen und Kreuzungen würden behandelt, sondern das komplette, im Winterdienstplan erfasste Straßennetz – einschließlich der ÖPNV Trassen und Radwege. Die Einsätze erfolgten zudem teilweise präventiv.

Die BSW Fraktion bezeichnete die Einstellung des VWG Busverkehrs als „irritierend“. Ratsherr Jonas Christopher Höpken forderte im Verkehrsausschuss Aufklärung. Die Maßnahme sei bei normalem Winterwetter nicht nachvollziehbar, zumal andere Linien des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN) weitergefahren seien.

Auch die MIT Oldenburg Stadt äußerte scharfe Kritik. Der Busausfall am Tag der Aktion „Samstags einfach Busfahren“ schade dem Vertrauen in den Nahverkehr. Die MIT fordert ein verbindliches Stufenkonzept für den ÖPNV bei Winterwetter – von Regelbetrieb über ein reduziertes Kernnetz bis hin zu Notverkehr mit Taxis für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Die Polizei meldete allein in Oldenburg seit Samstag über 80 wetterbedingte Unfälle.

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