Politik

Quartett konkurriert um Landtagskandidatur

Angela Holz, Hanna Naber, Nicole Piechotta und Hilbert Schoe bewerben sich um die Landtagskandidatur bei der Oldenburger SPD.

Gruppenbild mit Herrn: Angela Holz, Hanna Naber, Nicole Piechotta und Hilbert Schoe (von links) bewerben sich um die Landtagskandidatur bei der Oldenburger SPD.
Fotos: privat

Oldenburg (Michael Exner) Zur Landtagswahl im Januar 2018 könnte in Oldenburg zumindest bei der SPD die Auswahl interessanter werden als die eigentliche Wahl. Während im Süd-Wahlkreis der Stadt der Parteivorsitzende und 2013-Sieger Ulf Prange (41) offenbar unumstritten vor der erneuten Nominierung steht, bewerben sich im Norden drei Frauen und ein Mann um die Nachfolge des jetzigen Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann. Dabei gibt es eine Premiere: Am 9. März wird erstmals ein Mitgliederparteitag und kein Delegiertengremium über Landtagskandidaturen entscheiden.

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Der Wahlkreis im Stadtnorden hat eine eigene Geschichte. Er war zwei Jahrzehnte Heimat der Politik-Ikone Horst Milde – einst Verwaltungspräsident, dann Oberbürgermeister, später bis zum freiwilligen Rückzug 1998 acht Jahre Landtagspräsident. 2008 nahm der bis dahin politisch eher Insidern bekannte Ex-Stadtsprecher Jürgen Krogmann den Wahlkreis dem damaligen CDU-Wissenschaftsminister Lutz Stratmann ab (und beendete damit mittelbar dessen Karriere). Stratmanns Ende wurde Krogmanns Sternstunde. Sechs Jahre, einen erneuten Wahlsieg und einen Parteivorsitz später wurde er 2014 zum Oberbürgermeister gewählt (und damit Nachfolger des Mannes, der ihn als Stadtsprecher entsorgt hatte). Seitdem ist der Wahlkreis verwaist – und zwar komplett, weil die CDU über die Landesliste keinen Kandidaten durchgebracht hatte.

Um Krogmanns Nachfolge als Landtagsabgeordneter konkurriert zunächst mal ein hochkarätiges Damentrio. Nicole Piechotta (29) und Angela Holz (37) haben ihre Bewerbung nahezu gleichzeitig bekanntgegeben: beide stellvertretende Parteivorsitzende, beide Ratsmitglieder und beide erfahren in Parteiarbeit. Die beiden haben auch darauf gedrungen, dass die SPD von der vor drei Jahren im Grundsatz verankerten Möglichkeit Gebrauch macht, auch diese Entscheidung einem Mitgliedervotum zu überantworten. Die plötzliche Anrufung der Basis hat einen nicht uneigennützigen Hintergrund. Sie gilt der Dritten im Bunde: Hanna Naber (45), die sich als letzte der Frauen gemeldet hat, deren Namen aber seit Jahren immer wieder genannt wird, wenn es in der SPD um Mandate geht (ohne dass sie den Schritt je versucht hätte). Die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt Weser-Ems ist in der SPD bestens vernetzt. Sie kümmert sich in Bezirks- und Landesvorstand um die Finanzen der Partei und gilt in der Kandidatur-Runde als erklärte Favoritin der Parteigremien oberhalb der Stadtebene. Die Initiative der beiden anderen mit dem Basisvotum basiert auf der Überlegung, dass die Mitglieder (insgesamt rund 1000 verteilt auf zwei Wahlkreise) vielleicht nicht ganz so leicht von Bezirks- und Landespartei zu beeinflussen sein könnten wie eine überschaubare Zahl von Delegierten.

Als letzter hat Hilbert Schoe (53) seinen Hut in den Ring geworfen. Der Vorsitzende eines Handels- und Gewerbevereins ist bis dato parteipolitisch kaum hervorgetreten. Er hat aber bei der Kommunalwahl im September ein gutes Ergebnis erzielt und den Einzug in den Rat nur sehr unglücklich wegen einiger Feinheiten des Wahlrechts verpasst. Dennoch gilt er als Außenseiter; nicht zuletzt, weil die Parteiführung in diesem Wahlkreis als Ausgleich zum „männlichen“ Süden eine Frau sehen will. Allgemein wird erwartet, dass die Entscheidung zwischen Naber und Piechotta fällt. Allerdings: Das letzte Wort haben die Mitglieder – und die sind bekanntlich unberechenbar.

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