Politik

OB-Wahl: Erstes Duell zwischen Rot und Grün

Der parteilose Daniel Fuhrhop (für die Grünen) und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) werden in der Stichwahl gegeneinander antreten.

Der parteilose Daniel Fuhrhop (für die Grünen) und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) werden in der Stichwahl gegeneinander antreten.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (Michael Exner) Im Kampf um den Chefsessel im Rathaus kommt es am 26. September zur Stichwahl zwischen Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) und dem parteilosen Grünen-Kandidaten Daniel Fuhrhop. Krogmann gewann am Sonntag die erste Runde mit 40,92 Prozent vor Fuhrhop, der mit 29,91 Prozent als erster Grünen-Bewerber in die Entscheidungsrunde einzog. Der parteilose Ulrich Gathmann verpasste mit 18,43 Prozent als erster CDU-Kandidat seit Einführung der Direktwahl des Oberbürgermeisters 1996 die Stichwahl.

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Auf den Plätzen landeten Jonas-Christopher Höpken (Linke) mit 5,58 Prozent, der parteilose Pirat Andreas Sander (3,71) und Einzelbewerber Michael Stille (1,45). Die Wahlbeteiligung lag mit 53,83 Prozent erheblich über der von 2014, als nur 33,82 Prozent abgestimmt hatten. Allerdings wurde damals nur der OB und nicht gleichzeitig der Rat gewählt.

Wie sich die Wahlbeteiligung auswirkt, zeigen die absoluten Zahlen. Krogmann hatte vor sieben Jahren die Vorwahl mit 46,59 Prozent zwar klarer gewonnen, er holte diesmal aber mit 29 561 Stimmen deutlich mehr als damals (23 482). Fuhrhop hat die Stimmen der Grünen mit 21 611 gegenüber seiner Vorgängerin Marion Rieken (11 129) nahezu verdoppelt. Der Anstieg von 22,08 auf 29,91 Prozent weist diesen Erfolg nicht so deutlich aus. Umso dramatischer zeigt sich der Einbruch der Union. Für Ulrich Gathmann stimmten 13 316 Wählerinnen und Wähler. Das sind sogar noch 713 mehr als bei Vorgänger Christoph Baak, es bedeutet aber einen Rückgang um 6,57 Prozentpunkte.

Der ehemalige Stadtsprecher und spätere Landtagsabgeordnete Krogmann hatte vor sieben Jahren (die Amtszeit der Oberbürgermeister wurde zwischenzeitlich geändert) den zweiten Wahlgang, die sogenannte Stichwahl, mit 69,21 Prozent (30 005 Stimmen) gegen den seinerzeit parteilosen und heutigen CDU-Vorsitzenden Christoph Baak (30,79/13 348) gewonnen. Der Sieg vom Sonntag wird ihn nicht zu vorschnellem Jubel verleiten. Vor-Vorgänger Dietmar Schütz (SPD) hatte 2006 auch den ersten Wahlgang gewonnen und dann die Stichwahl gegen Gerd Schwandner (parteilos für die CDU) verloren. Und die Geschichte lehrt noch etwas: Seit 40 Jahren hat kein Oldenburger Oberbürgermeister mehr als eine Amtszeit überstanden.

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