Politik

Bei der CDU setzen sich die Favoriten durch

Die Oldenburger Union schickt Christoph Baak und Esther Niewerth-Baumann in den Landtagswahlkampf.

Die Oldenburger Union schickt Christoph Baak und Esther Niewerth-Baumann in den Landtagswahlkampf. Es gratulierten der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani (links) und der CDU-Kreisvorsitzende Michael Eggers (rechts).
Foto: Assanimoghaddam

Oldenburg (Michael Exner) Die Oldenburger CDU zieht mit ihrem ehemaligen Oberbürgermeisterkandidaten Christoph Baak und der Ratsfraktionsvorsitzenden Esther Niewerth-Baumann in die Landtagswahl 2018. Auf dem Nominierungsparteitag am Donnerstagabend setzten sich damit in beiden Wahlkreisen die Favoriten gegen eher überraschend und kurzfristig aufgetauchte Konkurrenten durch.

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Im Wahlkreis Mitte-Süd holte sich Christoph Baak (51) die Nominierung erwartet deutlich mit 48:22 gegen Tankut Braune-Ahlhorn (53), die erst vor kurzem in die Partei eingetreten war. Die Ratskandidatin von 2016 hatte bei der Vorstellung ihre fehlende Erfahrung ausdrücklich betont. Die Mitglieder sahen das offenbar ähnlich.

Allzu lange ist auch Baak nicht in der Union, dafür aber hat er die ersten Sprossen der Karriereleiter zügig absolviert. Der Werbekaufmann hatte vor zweieinhalb Jahren noch als Parteiloser für die Union bei der Oberbürgermeisterwahl mit 25 Prozent im ersten Wahlgang und 30 Prozent bei der Stichwahl zwar klar gegen Jürgen Krogmann (SPD) verloren, dabei aber jeweils bessere Ergebnisse erzielt als die CDU bei der Ratswahl von 2011. Auch bei der Ratswahl vom September 2016 blieb die CDU mit 22,2 Prozent unter diesen Marken. Danach wurde Baak in schneller Folge bei der Union Stadtbezirksverbandsvorsitzender, Partei-Vize und Spitzenkandidat in einem der Wahlbezirke für die Kommunalwahl, bei der er vor vier Monaten mit 1586 Stimmen den drittbesten Wert aller CDU-Ratsmitglieder erzielte. Im Wahlkreis ist Baak Nachfolger des früheren Kreisvorsitzenden Olaf Klaukien, der 2013 erfolglos angetreten war.

Etwas knapper fiel das Ergebnis für den Nachbarwahlkreis Mitte-Nord aus. Da setzte sich Esther Niewerth-Baumann mit 46:36 gegen Daniel Kaszanics durch. Es war ein Sieg der Erfahrung gegen die nachdrängende Jugend und ein Duell auf hohem Niveau mit wiederholtem Zwischenbeifall für beide Kontrahenten. Die 48jährige Anwältin ist seit 20 Jahren im Rat, dort Co-Fraktionsvorsitzende und hat im September bei der Ratswahl mit 2059 Stimmen das stadtweit beste Ergebnis geholt. Sie hatte schon 2013 für den Landtag kandidiert, den Kampf ums das Direktmandat aber gegen den heutigen Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) verloren und war auf Platz 36 der Landesliste ohne Chance geblieben.

Mit ihrer ganzen Erfahrung überstand sie am Donnerstagabend auch eine kritische Situation. Die für ihre Skepsis in Sachen Bahnumfahrung bekannte Politikerin wehrte inquisitorische Anwandlungen der kleinen, aber unverändert hartnäckigen Gruppe der Bahnkritiker souverän ab.

Daniel Kaszanics (37), der als CDU-Kreisgeschäftsführer eine soliden Job erledigt, hatte früher schon als RCDS-Vorsitzender an der Universität einige Erfolge verbucht. Seine geschliffene Präsentation auf dem Parteitag war ein deutliches Zeichen dafür, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen sein dürfte.

Baak wie Niewerth-Baumann gaben als Ziel den Sieg im Wahlkreis und damit den Gewinn des Direktmandates aus. Ohne den dürften angesichts chronisch knapper Listenplätze für Oldenburger die Aussichten auf eine Hannover-Karriere auch begrenzt sein. Allerdings hat die CDU in den vergangenen 35 Jahren die Oldenburger Wahlkreise nur zweimal gewonnen: 1982 und 2003. Seit 2013 ist die CDU der Stadt nicht mehr im Landtag vertreten.

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3 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    19. Februar 2017 um 13.26

    “…früher schon als RCDS-Vorsitzender an der Universität einige Erfolge verbucht.”

    Netter Satz. Auch jetzt ist der RCDS stärkste Kraft im ASTA, so weit ich lese. Da beginnt man doch, an die Bildungsmisere in Deutschland endlich zu glauben. Kann man eigentlich in OL auch Geschichte studieren? Scheinbar nicht – jedenfalls nicht ernsthaft – sonst wären so manche Spukgestalten in der Öffentlichkeit dieser Stadt so wohl kaum möglich…

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    Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren

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    usw. usw. usw.

    Das Personal und die Taktiken wechselten teilweise, die Grundideen in dieser Partei eher mehrheitlich leider nicht…

  2. Kark
    20. Februar 2017 um 16.27

    Mich ärgert – nicht nur bei der CDU – die offensichtliche Geringschätzung der Kommunalpolitik durch gewählte. Ratsmitglieder. Ich meine, wer in den Rat gewählt wurde, sollte diesem auch für die gesamte Dauer angehören und nicht nach der nächsthöheren Liga schielen.

    • W. Lorenzen-Pranger
      21. Februar 2017 um 11.00

      Insbesondere die CDU hat aber nun eben kaum mehr kompetentes Personal, wie wir selbst an der Kanzlerin sehen. Auch sie hängt immer nur ihr Mäntelchen in den Wind. “Die mächtigste Frau der Welt?” Die Intelligenteste wäre mir irgendwie lieber…