Oldenburg

IHK: Oldenburg könnte als ICE-Anbindung abgehängt werden

Der Oldenburger Bahnhof könnte vom überregionalen Schienenverkehr abgehängt werden.

Der Oldenburger Bahnhof könnte vom überregionalen Schienenverkehr abgehängt werden.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (pm) In den kommenden Wochen will der Bund den „Fahrplan 2030plus“ vorstellen. Auf dessen Grundlage soll in den nächsten Jahren der sogenannte Deutschland-Takt im Schienenverkehr eingeführt werden. Die derzeitige Planung sieht vor, dass die ICE-Anbindung der Stadt Oldenburg entfallen könnte und das Oldenburger Land vom überregionalen Schienenverkehr weiter abgehängt würde. Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht darin ein falsches Signal.

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„Der Wegfall der ICE-Anbindung Oldenburgs wäre das falsche Signal und stünde klar dem Ziel entgegen, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Hildebrandt. Ohne attraktive Anbindungen im Regional- und Fernverkehr könne weder die Verkehrswende gelingen noch würden die Klimaschutzziele erreicht. „Abgehängt zu werden ist keine Option! Wir erwarten eine entsprechende Anbindung, und dann kann der Nordwesten profitieren. Konkret meinen wir damit: Mehr Bahnverbindungen, kürzere Fahrzeiten und bessere Anschlüsse. Für die Wirtschaft im Oldenburger Land und insbesondere für den Nordsee-Tourismus ist eine zukunftsweisende Regional- und Fernverkehrsanbindung der Bahn von essenzieller Bedeutung“, so Hildebrandt.

In den Planungen für den Deutschland-Takt müsse der Ausbau der ICE-Anbindung Oldenburgs mit seinen 170.000 Einwohnern fest verankert werden. Neben einer Taktung der ICE-Anbindung von mindestens zwei Stunden je Fahrtrichtung müsse außerdem die ICE-Linie bis nach Wilhelmshaven verlängert werden. Darüber hinaus sei es an der Zeit, dass die Stadt Wilhelmshaven als Oberzentrum endlich direkte Intercity-Verbindungen nach Hannover und Osnabrück bekommt, erklärt Hildebrandt. „In diesem Zusammenhang muss auch eine IC-Linie von Wilhelmshaven über Oldenburg, Cloppenburg und Osnabrück bis in das Ruhrgebiet in die Planungen für den ‚Fahrplan 2030plus‘ aufgenommen werden, um endlich das Oldenburger Münsterland an das Fernverkehrsnetz der Bahn anzubinden und die Attraktivität dieser Region für Fachkräfte weiter zu erhöhen.“ Dies setze einen zweigleisigen Ausbau und eine Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Osnabrück voraus.

Die Vollversammlung der IHK hat Positionen für eine bessere Erreichbarkeit des Oldenburger Landes im Schienenverkehr verabschiedet.

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