Oldenburg

Finanzamt zieht es zum Bäkeplacken

Sicherheitszäune umgeben zurzeit das marode Oldenburger Finanzamtsgebäude an der 91er Straße, das die Mitarbeiter im nächsten Jahr verlassen müssen.

Sicherheitszäune umgeben zurzeit das marode Finanzamtsgebäude an der 91er Straße, das die Mitarbeiter im nächsten Jahr verlassen müssen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) – Nun ist es amtlich: Der Landesliegenschaftsfonds hat den Bau einer vorübergehenden Unterkunft für die 300 Mitarbeiter des Finanzamtes Oldenburg ausgeschrieben. Es soll auf dem landeseigenen Grundstück in Wechloy am Bäkeplacken entstehen. Die Ausschreibung endet am 10. Mai. Das jetzige Gebäude an der 91er Straße ist marode und wird bereits gesichert.

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Schon im vergangenen Jahr ist das Finanzamtsgebäude von Fachleuten unter die Lupe genommen worden, nachdem größere Schäden an der Fassadenkonstruktion entdeckt worden sind. Das führte zu sofortigen Sicherungsmaßnahmen. So sind Zäune aufgestellt worden, um Passanten vor herabfallenden kleineren Teilen zu schützen. Auch die Stahlbetonstützen sind marode, so dass die Restlebensdauer fraglich ist, wie die Behördensprecherin Antje Kindich berichtete.

Inzwischen steht fest, die Unterkunft muss bis Ende des Jahres verlassen werden. Und weil die Suche nach einer anderen Unterkunft im Stadtgebiet gescheitert ist, soll möglichst schnell mit dem Bau der Interimsunterkunft begonnen werden. 7000 Quadratmeter groß wird der Systembau. „Den muss man sich wie aufgepeppte Container vorstellen“, erklärt Finanzamtsvorsteher German Unland. Die Ausschreibung endet am 10. Mai, die Vergabe könnte im Juni erfolgen. Das dreigeschossige Gebäude mit einer Länge von 90 und einer Breite von 35 Metern wird in H-Form aufgestellt und soll zum Jahresende bezugsfertig sein.

Der Umzug von der 91er Straße zu den Bäkeplacken könnte zur Jahreswende erfolgen. Was aus dem in den Anfang der 1970er Jahre gebauten Gebäude wird, ist unklar. Fest steht nur, dass die neue Unterkunft vorübergehend sein soll. „Vielleicht bleiben wir dort sieben bis zehn Jahre“, sagt Antje Kindich. „Möglicherweise ergibt sich auch schneller eine endgültige Lösung.“ Das heißt, es wird entweder ein Gebäude gefunden, dass sich für die 300 Beschäftigten eignet oder ein neues gebaut. Ob es an der jetzigen Stelle gebaut wird oder anderswo, ist unklar. Zuständig ist ohnehin das niedersächsische Finanzministerium. Dort werden die Entscheidungen getroffen.

Ob das EWE-Verwaltungsgebäude das neue Domizil werden könnte, ist vollkommen offen.

Ob das EWE-Verwaltungsgebäude das neue Domizil werden könnte, ist vollkommen offen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Derweil wird darüber spekuliert, ob das EWE-Verwaltungsgebäude an der Tirpitzstraße demnächst zur Verfügung stehen könnte. „Davon haben wir auch gehört, aber wir wissen nichts Konkretes“, sagt Antje Kindich. Die EWE könnte möglicherweise hinter dem ZOB ein neues Verwaltungsgebäude bauen, um so die vielen kleinen Standorte in der Stadt aufgeben zu können. Doch amtlich ist gegenwärtig nichts. „Es müsste dann geprüft werden, ob sich das Gebäude als Finanzamt eignet“, sagt die Sprecherin. „Denn wir brauchen nicht nur Platz für die Mitarbeiter, wird benötigen auch Fläche für eine Infothek und Besprechungsräume.“

Der Systembau ganz in der Nähe des neuen Haltepunktes Wechloy habe eine gute Lage, vor allem auch in Hinblick auf mögliche Folgenutzungen, findet German Unland. Immerhin befindet sich der geplante Neubau zwischen den beiden Universitätsstandorten Haarentor und Wechloy. Angesichts der herrschenden Raumnot an der Uni wäre eine Folgenutzung durchaus denkbar. Die Investitionen würden sich rechnen.

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