Theater

Staatstheater: Gerechtigkeit und Toleranz im Mittelpunkt

Im Oldenburgischen Staatstheater wurde der neue Spielplan 2017/18 vorgestellt.

Im Oldenburgischen Staatstheater wurde der neue Spielplan 2017/18 vorgestellt.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) Insgesamt 32 Premieren und 19 Wiederaufnahmen sowie ein umfangreiches Konzertprogramm und das Festival der Jugendtheatertage hält das Programm des Oldenburgischen Staatstheaters für die Spielzeit 2017/18 bereit. „Wir setzen auf eine breite Mischung für Oldenburg und die Region“, erklärte er Generalintendant Christian Firmbach bei der Vorstellung des neuen Spielplans.

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Er zeigte sich begeistert vom Publikum, „das sich durch eine große Neugierde auszeichnet und sich auf Experimente einlässt.“ Ziel des Theaters sei es, einen Ort zu schaffen, der Perspektiven wechselt und Wirklichkeiten präzise und offen darstellt. „In einer Zeit, in der die Werte der Demokratie unablässig in Frage gestellt werden, ist dies der Ausgangspunkt für den Spielplan der neuen Saison, der sich verstärkt den Themen Gerechtigkeit und Toleranz widmet“, erklärte Firmbach.

Deutschsprachige Erstaufführung von „Utøya“

Mit der deutschsprachigen Erstaufführung von „Utøya“ eröffnet das Schauspiel am 28. August die neue Spielzeit. In dem politischen Theaterstück wird die zunehmend empfundene Bedrohung eines immer näher kommenden Terrors beleuchtet. Außerdem steht Lessings Klassiker „Nathan der Weise“, dessen Geschichte auch nach knapp 250 Jahren nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt hat, auf dem Programm. Die Uraufführung „Dokusoap. Episode 451“ lädt ein, mit anderen Augen auf ein Dokument unserer Zeit zu blicken und zeigt, dass Dokusoaps viel mehr Kulturgeschichte in sich tragen als deren vordergründige Banalität vermuten lässt.

Oper eröffnet mit Richard Wagners „Die Walküre“

Die Oper eröffnet am 9. September die Spielzeit im Großen Haus mit Richard Wagners „Die Walküre“ und setzt damit den Ring-Zyklus am Oldenburgischen Staatstheaters fort. In Kooperation mit der Nederlands Reisopera steht im Dezember mit „Siroe“ von Johann Adolph Hasse eine der Neuentdeckungen auf dem Opernspielplan und setzt die Barockreihe der letzten Jahre fort. Im Februar 2018 feiert Verdis „Rigoletto“ Premiere. Mit der Deutschen Uraufführung von Roman Statkowskis „Maria“ bringt die Oper Mitte März 2018 ein musikdramatisches Werk auf die Bühne.

Auftakt im Ballett mit Uraufführung

Den Auftakt im Ballett macht die Uraufführung „Drei Generationen“ am 11. November im Kleinen Haus. Drei Choreografen verschiedener Generationen zeigen unterschiedliche Zugänge zur Ballettkunst. Anfang 2018 zeigen Tänzerinnen und Tänzer der BallettCompagnie Oldenburg mit der Uraufführung von „Scheherazade erzählt“ und „Studio Moves“ erstmals eigene choreografische Arbeiten.

Junge Theater startet mit „Cyrano“

Das Junge Theater startet am 1. September mit „Cyrano“ nach Edmond Rostand in die neue Spielzeit. Mit „Der Wunschpunsch“ steht ab Mitte November Michael Endes unvergessliche Geschichte um den Gegensatz von Gut und Böse auf dem Spielplan. Kurz darauf folgt die Uraufführung des Kindermusiktheaters „Der Bär, der nicht da war“. Ein Höhepunkt des Jungen Theaters und der Theaterpädagogik sind alljährlich die Jugendtheatertage. Bei der 9. Ausgabe des Festivals zeigen Jugendtheatergruppen ab dem 16. Juni 2018 eine Woche lang aus unterschiedlichen Bereichen ihre aktuellen Theaterarbeiten, nehmen an Workshops teil, diskutieren über Gesehenes und lassen sich für zukünftige Theaterprojekte inspirieren.

„Un denn de heven vull von Geige“

Das Niederdeutsche Schauspiel zeigt ab dem 15. Oktober die Uraufführung „Un denn de heven vull von Geige“. Autor und Regisseur Marc Becker wird exklusiv für das Ensemble der August-Hinrichs-Bühne ein amüsant-berührendes Stück über Frühlingsgefühle im hohen Alter schreiben und inszenieren. Darauf folgt am 11. Februar 2018 die Niederdeutsche Erstaufführung „Adams Appeln“ von Anders Thomas Jensen und am 1. April 2018 die Premiere von „Otello draf nich platzen“.

Sparte 7 gewinnt neue Publikumsschichten

Der Sparte 7 mit ihren Aktivitäten ist es gelungen, neue Publikumsschichten zu gewinnen. Sie gehört weiter allen sechs Sparten des Staatstheaters, den Zuschauern sowie den Bürgern der Stadt und der Region gleichermaßen. Hier werden die Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen sowie den Menschen auf, vor und hinter der Bühne überwunden. Es wird diskutiert und ausprobiert und vor allem auf aktuelle Strömungen reagiert. Sie lädt ein zu Late-Night-Formaten, Poerty-Slams und Theater an ungewöhnlichen Orten. In der neuen Spielzeit stehen zudem erstmals zwei Regieproduktionen auf dem Programm.

Reichhaltiger Konzert-Spielplan

Schließlich präsentiert Generalmusikdirektor Hendrik Vestmann gemeinsam mit dem Oldenburgischen Staatsorchester einen reichhaltigen Konzert-Spielplan. Acht Sinfoniekonzerte, sechs Kammerkonzerte sowie Liederabende, das Neujahrs- und Barockkonzert und erstmals auch ein Chorkonzert füllen den Spielplan musikalisch mit großer Vielfältigkeit. Das 8. Sinfoniekonzert setzt am Ende der Spielzeit noch mal einen Höhepunkt: In Kooperation mit dem Theater Bielefeld präsentieren das Oldenburgische Staatstheater und die Bielefelder Philharmoniker die „Gurre-Lieder“ von Arnold Schönberg.

Mehr Informationen gibt es unter www.staatstheater.de.

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