Berlins Finanzämter verschicken Steuerbescheide am schnellsten

via dts Nachrichtenagentur

Berlins Finanzämter sind die schnellsten in Deutschland.

Im Durchschnitt warteten die Bürger der Hauptstadt vergangenes Jahr 46 Tage auf ihren Steuerbescheid. In Hamburg und Sachsen war es ein Tag mehr. Am meisten Geduld mussten die Menschen in Bremen aufbringen. Dort vergingen zwischen Abgabe der Einkommensteuererklärung und Erhalt des Bescheids 74 Tage. Das zeigt eine umfassende Stichprobe des Online-Steuerportals Lohnsteuer-kompakt, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Die Zahlen basieren nach Angaben des Betreibers auf der Auswertung von rund 400.000 Steuererklärungen, die 2025 über die Plattform abgegeben wurden. Um Verzerrungen zu vermeiden, gingen in die Messung nur Finanzämter ein, bei denen mindestens 50 Erklärungen eingereicht wurden. Das waren im Vorjahr 482 der insgesamt 517 Ämter.

Im bundesweiten Durchschnitt benötigten die Ämter 50 Tage, um den Steuerbescheid zu erstellen – einen Tag weniger als 2024 und sogar sieben Tage weniger als 2023. Damals hatten Sonderaufgaben rund um die Corona-Pandemie und die anstehende Grundsteuerreform für einen Bearbeitungsstau in vielen Finanzämtern gesorgt. Dieser hat sich nun aufgelöst. 2021 waren die Bescheide allerdings im Schnitt bereits nach 49 Tagen fertig.

Das Bundesfinanzministerium bestätigt das Ergebnis der Stichprobe weitgehend. „Für 2025 wird bezogen auf das Bundesgebiet eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 51 Kalendertagen erwartet“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Noch gibt es keine amtliche Zahl. Für 2026 werde gemeinsam mit den Ländern eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 49 Kalendertagen für eine Einkommensteuererklärung angestrebt, hieß es weiter. „Diese Entwicklung soll insbesondere durch optimierte Abläufe und eine höhere Autofallquote erreicht werden“, sagte ein Sprecher.

Aus Sicht der Deutschen Steuergewerkschaft lässt sich das Tempo deutlich erhöhen. „Das Ziel muss sein, dass der Großteil der Steuerpflichtigen überhaupt keine Steuererklärung mehr abgeben muss“, sagte der Bundesvorsitzende Florian Köbler. Um künftig schneller zu werden, sei jetzt die Politik gefragt: „Es braucht einen entschlossenen Ausbau der Digitalisierung und eine substanzielle Vereinfachung des Steuerrechts.“

Einen ähnlichen Ansatz vertritt der Bund der Steuerzahler. „Wir fordern seit Langem die vorausgefüllte Steuererklärung, die in anderen Ländern längst Standard ist“, sagte Daniela Karbe-Geßler, Leiterin Steuerrecht und Steuerpolitik. Die Finanzverwaltung habe viele Daten der Bürger, die sie besser nutzen könne. Dadurch lasse sich die Geschwindigkeit deutlich erhöhen.

dts Nachrichtenagentur

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