Metall-Tarifstreit: Weiter keine Einigung

Trotz Warnstreiks keine Einigung.
Foto: Michael Seehase, IG Metall Küste
Die dritte Tarifverhandlung zwischen der IG Metall Küste und dem Arbeitgeberverband Nordmetall ist am Freitag in Bremen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Auch nach dem rund 90-minütigen Gespräch liegen die Positionen weit auseinander. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld und Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Nordmetall hält die Forderungen angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage für nicht tragbar. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde zunächst nicht vereinbart.
„Wir haben gezeigt, dass wir eine Lösung wollen. Jetzt müssen die Arbeitgeber zeigen, dass auch sie dazu bereit sind“, erklärte Daniel Friedrich, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Küste. Die Gewerkschaft habe Vorschläge zur Beschäftigungs- und Standortsicherung gemacht. Dazu gehören verbindliche Zusagen zu Investitionen, Arbeitsplätzen und Ausbildung. Abweichungen von tariflichen Standards sollen aus ihrer Sicht nur unter klaren Bedingungen möglich sein.
Mehr als 42.000 Beschäftigte im Warnstreik
Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich seit Beginn der Warnstreiks am Sonntag mehr als 42.000 Beschäftigte in Norddeutschland an Arbeitsniederlegungen. Allein am Donnerstag waren es 21.800 Menschen in 96 Betrieben. Am Freitag kamen rund 6.000 Warnstreikende hinzu, darunter 4.000 aus 27 Bremer Industriebetrieben.
Sie zogen in zwei Demonstrationszügen zum Verhandlungshotel. Bereits Ende Oktober hatten rund 1.500 Beschäftigte die zweite Tarifverhandlung in Oldenburg mit einem Protestmarsch vom Schlossplatz zum Europaplatz begleitet. Auch das nordwestliche Niedersachsen ist von den Warnstreiks betroffen.
Bei Airbus Aerostructures in Nordenham beteiligten sich am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben 1.860 Beschäftigte, bei einer Kundgebung in Wilhelmshaven weitere 600. Arbeitsniederlegungen gab es unter anderem bei der Meyer Werft in Papenburg und Siemens Gamesa in Cuxhaven.
Nordmetall will Ende der Warnstreiks
Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele forderte die Gewerkschaft auf, die Gespräche konstruktiv fortzusetzen und die Arbeitsniederlegungen möglichst bald zu beenden. Die Warnstreiks verursachten erhebliche Kosten und belasteten die Unternehmen zusätzlich zur angespannten wirtschaftlichen Lage. „Gleichzeitig bringen Warnstreiks die Verhandlungen keinen Schritt weiter. Lösungsbereitschaft ist jetzt gefragt, von der IG Metall wie von NORDMETALL“, erklärte Ströbele.
Angebot der Arbeitgeber
Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde acht Monate ohne Entgelterhöhung, eine differenzierbare Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 sowie eine tabellenwirksame Erhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten. Die vorgeschlagene Laufzeit reicht bis Ende 2028. Nach Angaben der IG Metall sagten die Arbeitgeber inzwischen zu, dass die Einmalzahlung in allen norddeutschen Bundesländern gleich hoch ausfallen soll.
Ströbele kritisierte insbesondere die Forderung nach einer tariflichen Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben. Diese würde nach Auffassung von Nordmetall den Flächentarifvertrag schwächen. Über zusätzliche Zahlungen sollten die Unternehmen selbst entscheiden können. Die IG Metall fordert dagegen neben der Entgelterhöhung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende. Pauschale Lohnverzichte zur Kostensenkung lehnt sie ab.
Wie es im Tarifkonflikt weitergeht, bleibt offen. Friedrich kündigte Beratungen mit der Tarifkommission über die nächsten Schritte an. Ströbele drängte auf eine baldige Fortsetzung der Verhandlungen. Die Tarifparteien verhandeln für rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen.
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