Oldenburg

Neues Wohnprojekt am Küstenkanal

Entlang der Bundesstraße 401 in einem Dreieck am Küstenkanal sollen demnächst 74 neue Wohnungen in Oldenburg entstehen.

Eine besondere Architektur für ein außergewöhnliches Grundstück.
Foto: Neun Grad Architekten

Oldenburg (zb) Eine ungewöhnliche Fläche von 12.000 Quadratmetern haben zwei Investoren und ein Architekt aus Oldenburg ins Visier genommen. Entlang der Bundesstraße 401 an der Nordmoslesfehner Straße und der Hundsmühler Straße direkt in einem Dreieck am Küstenkanal sollen demnächst 74 neue Wohnungen entstehen. Wenn alles glatt geht, ist das geplante und außergewöhnliche Wohnbauprojekt im Herbst 2018 bezugsfertig.

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Vermutlich wegen der viel befahrenen Straße von bis zu 20.000 Fahrzeugen pro Tag und weil das bisher landwirtschaftlich genutzte Gelände nicht im Flächennutzungsplan ausgewiesen war, hat bislang niemand das Areal im Blick gehabt. „Die beiden Investoren Dennis Poelmeyer und Christoph Albers haben es aus dem Dornröschenschlaf geholt“, sagt Jochen Rehling, Geschäftsführer des Oldenburger Architekturbüros „Neun Grad Architekten“, der von den Bauherren beauftragt wurde, eine passende Architektur zu entwickeln.

Blick auf den Küstenkanal

„Das städtebauliche Konzept sieht ein Ensemble aus fünf Baukörpern vor, die sich um den Innenhof gruppieren. Entlang der Nordmoslesfehner Straße und der Hundsmühler Straße positionieren sich drei Riegel. Durch Einknicke entstehen vor den Gebäuden großzügige Eingangssituationen. Zwei Solitäre entlang des Küstenkanals vollenden die Form“, beschreibt Rehling das Bauprojekt.

Zwischen den zwei- bis sechsgeschossigen Baukörpern, deren Fassaden verklinkert werden, entsteht auf einer tiefer liegenden Fläche eine Parkebene, die eine stabile Abdeckung erhält. Darüber befindet sich der grüne, gemeinschaftlich genutzte Innenhof, der über eine Treppe erreichbar ist. „Die Bewohner erhalten einen direkten Blick über die Deichkante auf den Küstenkanal sowie eine autofreie Gestaltung des Areals“, sagt Rehling. Außerdem werden die Dächer begrünt.

Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern sollen unterschiedliche Wohnungsgrößen für Familien, Paare und Einzelpersonen zwischen 30 und 120 Quadratmeter entstehen, die alle zum Innenhof ausgerichtet sind. „Ob die Wohnungen verkauft oder vermietet werden, ist noch nicht entschieden“, sagt Rehling, der für seine Architektur bekannt ist und in Oldenburg gerade einen runden Supermarkt entworfen hat, der letzte Woche eröffnet wurde.

Wer die Hundsmühler Straße stadtauswärts fast bis zur Oldenburger Stadtgrenze fährt, sieht das Areal auf der linken Seite liegen.

Wer die Hundsmühler Straße stadtauswärts fast bis zur Stadtgrenze fährt, sieht das Areal auf der linken Seite liegen.
Foto: Neun Grad Architekten

„Neben unserem Anspruch auf Qualität geht es uns um eine Individualisierung der Projekte“, erklärt er. „Das Wohnprojekt am Küstenkanal befindet sich in einer außergewöhnlichen Lage mit außergewöhnlichen Zwängen wie dem Lärm von allen Seiten und braucht deshalb auch eine besondere Architektur, die sich dem speziellen Umfeld anpasst“, erläutert Rehling.

Bürgerversammlung

Auf einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 22. Juni, um 19 Uhr in der Grundschule Hogenkamp, Hogenkamp 10, will das Stadtplanungsamt über die Projektplanung von Rehling und den beiden Investoren informieren.

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6 Kommentare

  1. Robin W.
    23. Juni 2016 um 7.26

    keine Frage alles sehr außergewöhnlich, mindestens so schick wie der runde Supermarkt. Dennoch die wegrasierte Baumreihe am Kanal, offenbart eine Arroganz im Entwurf, wie man mit bestehenden Landschaftsstrukturen umgeht.
    Ich gebe dem städtebaulichen Entwurf daher nur eine 4- (unter der Voraussetzung dass die Treppe bleibt)

  2. Werner Lorenzen-Pranger
    23. Juni 2016 um 10.07

    Die Lego-Architekten werden immer prmitiver. Da lobe ich mir Entwürfe einer Architektin namens Lucy Hillebrand, die bis in die 90-er Jahre in Göttingen Räume nach einer „Tanzschrift“ entwarf, also nach den Bedürfnissen natürlicher Bewegungsabläufe des menschlichen Körpers. Sie hat sie mir in den späten 70-ern noch selbst gezeigt. Hier wird mal wieder billigst gebaut für den maximalen Profit, nicht für den Menschen der drin leben soll. Das sind lächerliche charakterlose Billig-Aquarien aus dem Baumarkt, nichts weiter! Im Osten hieß sowas früher zu recht auch „Plattenbau“. Von teurer „Luxus-Wohnung“ keine Spur, wie in den „Johanneshöfen“ auch. Echte Oldenburger wissen, warum die so heißen und was man bei dem bekommt bzw. bekam.
    Jacques Tatis Satire „Mon Oncle“ hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt – und die tatsächlich gebaute Architektur sich seit Ende der 50.-er, als dieser Film entstand, kaum weiter entwicklelt.
    Wäre ich Architekt, ich würde mich in Grund und Boden schämen für so viel Talentlosigkeit.

  3. Robin W.
    24. Juni 2016 um 7.37

    „Der dichte Baumbestand wird erhalten, lediglich am Kanal entlang wird ein wenig ausgelichtet, um die Sicht auf den Kanal freizuhalten“, verspricht Anna Drewes.

    Bürger bewerten Neubaugebiet skeptisch

    http://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/buerger-bewerten-neubaugebiet-skeptisch_a_31,0,1719421514.html

    da bin ich aber beruhigt, oder einfach nur zu blöd…

  4. Barbara Klebinger
    30. Juni 2016 um 12.02

    … gerne würde ich den Entwurf mit einem mE nach unbedingt notwendigen mind. 1.80m hohem Zaun sehen ! Kinder und Haustiere leben sonst auf Dauer in der Gefahr, in den Kanal zu stürzen. Oder sind freilaufende und spielende Kinder nicht vorgesehen ??

    • Werner Lorenzen-Pranger
      1. Juli 2016 um 14.58

      Kinder…? Haustiere…? In der gespentischen Betonwüste…? Na ja, die Psychiater müssen ja auch von irgendwas leben – und von „ADHS“ lebt es sich sicher ganz gut.

      • Barbara Klebinger
        7. Juli 2016 um 0.55

        Danke.