Oldenburg

Photovoltaik an Lärmschutzwänden statt auf dem Flötenteich

So könnten die mit Photovoltaik-Modulen ausgestatteten Lärmschutzwände entlang der Nordtangente in Oldenburg aussehen.

So könnten die mit Photovoltaik-Modulen ausgestatteten Lärmschutzwände entlang der Nordtangente in Oldenburg aussehen.
Visualisierung: Treiber Umweltconsulting

Oldenburg (am/ki/pm) Die Stadt Oldenburg will den Strom für das neue Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich künftig über Photovoltaik-Module an Lärmschutzwänden der Nordtangente erzeugen. Damit könnte rund ein Drittel des Energiebedarfs des Bades aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

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Eine ursprünglich geplante Floating-PV-Anlage auf dem Flötenteich wäre damit entbehrlich. Das Konzept wurde am vergangenen Montag im Verkehrsausschuss vorgestellt.

Ersatz für Floating-PV-Anlage

Statt einer schwimmenden Anlage auf dem Flötenteich sollen Module an den Lärmschutzwänden zwischen dem Anschluss an die A293 und der Abfahrt Donnerschweer Straße installiert werden. Nach Berechnungen von Fachleuten könnten die Module mindestens 75 Prozent der ursprünglich geplanten Strommenge erzeugen, im günstigen Fall sogar den vollen Bedarf. Die Kalkulation erfolgte konservativ. Der erzeugte Strom soll direkt dem neuen Bad zugutekommen.

Geringere Investitionskosten

Der Ersatzneubau der Lärmschutzwände ist ohnehin vorgesehen. Für die Integration der Photovoltaik-Module entstehen Mehrkosten von rund 950.000 Euro. Das entspricht etwa einem Fünftel der Kosten einer Floating-PV-Anlage. Die Gesamtkosten für den Ersatzneubau ohne Photovoltaik belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro. Etwa 63 Prozent könnten durch das Land gefördert werden.

Vorteile im Betrieb

Die Module an den Wänden gelten als wartungsarm. Sie sind gut erreichbar und verursachen keinen zusätzlichen Flächenbedarf. Durch die vertikale Anordnung sind keine Ausfallzeiten bei Schnee oder Eis zu erwarten. Eine zusätzliche bauliche Anlage auf dem Gewässer entfällt.

Austausch der Lärmschutzwände

Die bestehenden Wände stammen aus der Mitte der 1980er-Jahre. Ihre Schallschutzwirkung nimmt ab, auch die Standsicherheit wird regelmäßig überprüft. Der Ersatzneubau ist auf einer Länge von rund 4,6 Kilometern geplant. Eine Machbarkeitsstudie sieht Potenzial für Photovoltaik auf etwa 2,3 Kilometern.

Weiteres Verfahren

In einem ersten Schritt soll die Planungsleistung europaweit ausgeschrieben werden. Die Planungskosten liegen bei bis zu 1,8 Millionen Euro. Der Bau erfolgt in mehreren Abschnitten und dauert voraussichtlich rund fünf Jahre. Ein Baustart ist nach Abschluss der Planung Ende 2027 realistisch. Ohne Batteriespeicher rechnet die Stadt mit einer Amortisation nach etwa sieben Jahren.

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