Oldenburg

Kein Buch mit sieben Siegeln

Oldenburg entwickelt sich zunehmend zu einem interessanten Wirtschaftsstandort. Was alles in der Huntestadt passiert, darüber informiert das Statistische Jahrbuch.

Oldenburg entwickelt sich zunehmend zu einem interessanten Wirtschaftsstandort. Was alles in der Huntestadt passiert, darüber informiert das Statistische Jahrbuch.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) 334 Seiten Informationen über Oldenburg bietet das jetzt von der Stadt herausgegebene Statistische Jahrbuch 2016. Es enthält alle in 2015 veröffentlichten Statistiken, Grafiken und Beiträge zum kommunalen Leben Oldenburgs gesammelt bis zum Stichtag 31. Dezember 2015. Von Einwohnerzahlen über Miet- und Grundstückspreise bis hin zur produzierten Müllmenge und Übernachtungsgästen – das Jahrbuch verrät viel über die rund 168.000 Oldenburger, von denen 40 Prozent oder 65.125 noch in der Huntestadt geboren wurden. In 2017 könnte die Einwohnerzahl von 170.000 geknackt werden. Vorausgesetzt das Wirtschaftsleben entwickelt sich weiterhin so positiv wie in der Vergangenheit.

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Wie stark die Stadt wächst, beweist auch die Bevölkerungsdichte. Die nahm um 28,8 Einwohner je Quadratkilometer zu, weshalb auf 100 Hektar 1590 Bürger leben. Im Jahr zuvor waren es noch 1562. Laut Statistik haben die Oldenburger auch mehr Platz in ihren vier Wänden. So ist jede Wohnung durchschnittlich von 1,83 Bürgern bewohnt. 1995 waren es noch zwei. Die bevölkerungsreichste Straße ist weiterhin die Alexanderstraße mit 2068 Anwohnern gefolgt von der Bloherfelder Straße und der Nadorster Straße. Außerdem leben 6154 Hunde in Oldenburg, die immerhin 656.000 Euro Hundesteuer in die Stadtkasse spülen.

83.194 Pkw beziehungsweise Kombi sind in Oldenburg gemeldet, davon haben 30.172 weibliche Halter. Hinzu kommen 5947 Krafträder (883 mit weiblichen Haltern) sowie 102 Omnibusse und 4405 Lkw. Nicht nur sie, auch motorisierte Gäste der Stadt fielen 130.387 Mal wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten auf. Es gab 115.818 Verwarnungen, 10.383 Bußgeldbescheide und 4186 Kostenbescheide. Blickt man in die Unfallstatistik, so fällt auf, dass Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren (558) die Unfallursachen anführen, gefolgt von Fehlern beim Einfahren in den fließenden Verkehr (391) und Vorfahrtsmissachtung (296).

40.200 Menschen pendeln täglich nach Oldenburg, um hier ihrer Arbeit nachzugehen. Umgekehrt verlassen jeden Tag 20.722 Oldenburger ihre Stadt, weil sie im Umland arbeiten.

Die Huntestadt ist für Touristen ein interessantes Pflaster. 338.878 Übernachtungen wurden gezählt. Dahinter verbergen sich 156.219 Besucher, 13.182 kamen aus dem Ausland. Die meisten Gäste kamen im September gefolgt von Oktober und Juli. 1900 Gäste steuerten Oldenburgs Campingplatz an und verbrachten dort 4454 Nächte. Die Auslastung der Jugendherberge an der Alexanderstraße stellte sich 2015 weiterhin positiv dar und hat mit 44,7 Prozent einen neuen Rekord aufgestellt. In der Jugendherberge übernachteten fast 17.000 Gäste.

Der Flächenumsatz betrug im Jahr 2015 insgesamt 132.000 Quadratmeter. Dahinter verbergen sich 174 Fälle. Der durchschnittliche Kaufpreis je Quadratmeter betrug 272,17 Euro und lag somit um 27,2 Prozent über dem Vorjahrespreis. Im Gegenzug gibt es 554 Hektar Naturschutzgebiete und 544 Biotope mit einer Gesamtfläche von 408 Hektar.

Für die Gesundheit der Oldenburger sorgen 398 niedergelassene Ärzte aller Disziplinen. 18.658 Mal wurde der Rettungswagen alarmiert, 1184 Mal handelte es sich um einen Fehlalarm. Die Feuerwehr rückte 1697 Mal aus. Bei sieben Einsätzen handelte es sich um einen vorsätzlich herbeigeführten Fehlalarm. Zwei Mal gab es einen Großbrand, 19 Mal Mittelbrände sowie 125 Kleinbrände. 1019 Mal musste die Feuerwehr bei Verkehrsunfällen behilflich sein.

Und obwohl es den meisten Oldenburgern gut geht, sind sie alle verschuldet. Zumindest statistisch gesehen. Denn die Stadt hat 211 Millionen Euro Schulden, also 1300 Euro pro Kopf. Und wegen des demografischen Wandels erreichte die Zahl der Beerdigungen mit 1661 Verstorbenen ein Rekordhoch. 1998 wurden 1641 Verstorbene gemeldet. Und selbst über den Verlust von Gliedmaßen informiert der Jahresbericht. 75 Oldenburger waren 2015 davon betroffen. 14.836 Bürger sind schwerbehindert, darunter befinden sich 295 Kinder unter 15 Jahre.

Das Statistische Jahrbuch ist für 15 Euro beim Fachdienst Geoinformation und Statistik, Industriestraße 1, telefonisch unter 0441 / 235 25 91 oder per E-Mail an statistik@stadt-oldenburg.de erhältlich.

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