Neue Parkhauszufahrt technisch machbar

Das Parkhaus am Waffenplatz soll um eine Ebene erweitert werden und 47 zusätzliche Stellplätze bieten.

Das Parkhaus am Waffenplatz soll um eine Ebene erweitert werden und 47 zusätzliche Stellplätze bieten.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (am) Zum dritten Mal tagte am gestrigen Dienstag der Runde Tisch zum Thema Verlegung der Zufahrt für das Parkhaus am Waffenplatz, der auf Wunsch der Grünen- und der SPD-Fraktion eingerichtet worden war (die OOZ berichtete). Weitere Fakten und Aspekte wurden vorgestellt. Die technische Machbarkeit bestätigte Prof. Bernd Müller, Leiter des Amtes für Verkehr und Straßenbau. Offen ist allerdings die Frage der Kostenhöhe und der Finanzierung. Nach wie vor lehnt die Betreibergesellschaft des Parkhauses eine Zufahrtsverlegung ab. Im Laufe der Sitzung stellten Oldenburger Bürger einen Alternativvorschlag vor.

Vorschlag für eine Zufahrtsverlegung

Nach einer Ideenskizze von Architekt Wolfram Blenk hatte die Stadtverwaltung einen Straßenvorschlag entwickelt, der den Verkehr zum Parkhaus zwischen der Neuen Straße bzw. alten Fahrradstation und der Grünfläche hinter der Knabenschule entlang des Parkhauses bis zur Einfahrt führen soll. Dafür müsse die Fahrbahn verbreitert und der Kartenschalter verlegt werden, der zudem überdacht werden würde. Ein Träger müsste umgesetzt werden, damit die Pkw in einer 180 Grad-Kurve in das Parkhaus einfahren können. „Auf dem Träger ruhen vier Etagen Parkhaus, das ist nicht einfach“, so Müller. Aber es wäre machbar. Auch die etwas verkürzte Aufstellfläche für den Rückstau der wartenden Wagen sei kein Problem. Sieben Bäume müssten dafür gefällt werden. Der Rad- und Fußweg entlang des Parkhauses würde abgeschafft. Eventuell sind nach dem Umbau einige Stellplätze im Parkhaus nicht mehr erreichbar.

Anzeige

Kosten der Zufahrtsverlegung

Nach den Kosten befragt, erklärte Müller, dass sie noch im Detail zu konkretisieren seien und es in dieser Phase um die grundsätzliche Frage der Machbarkeit ginge. Die Kompensationskosten (Ausgleich für Flächen an der Knabenschule und/oder Stellplatzflächen) müssten genauso wie das Lärmaufkommen noch berechnet werden.

Sorgen der Anlieger

Die Bedenken der Anlieger richten sich gegen Lärm und Abgase: „Keiner denkt über die Neue Straße nach und gerade dort wohnen doch viele Menschen“. Die Anlieger wiesen außerdem darauf hin, dass der zusätzliche Verkehr durch den Neubau (an Stelle der ehemaligen Broweleithäuser) nicht bedacht worden sei. Einen verkehrsfreien Waffenplatz würde es also nicht geben. Prof. Bernd Müller bestätigte die Bedenken, auch die Hotelzufahrt und der Zulieferverkehr müssten weiter über die Wallstraße fahren.

Stimmen zum Parkhaus am Waffenplatz

CDU-Fraktionschef Olaf Klaukien zeigte sich skeptisch – sowohl was die Kosten für die Zufahrtsverlegung als auch die Wohnsituation in der Neuen Straße angeht. Aber er stimmte Grünen-Ratsherr Sebastian Beer zu, der die Verlegung einmal durchdacht haben möchte. Das Thema komme alle zehn Jahre wieder auf den Tisch. Schlussendlich müsse dann abgewägt werden. Hans-Henning Adler von den Linken fragt sich, was mit einer Zufahrtsverlegung zu gewinnen sei. Das wäre die entscheidende Frage. SPD-Ratsherr Alexander Wandscher sieht Handlungsbedarf bei der Schlange wartender Autos, die trotz Anzeige bei vollem Parkhaus in die Wallstraße einfahren.

Taxi-Stellflächen

Die Taxibetreiber konnte Prof. Bernd Müller gestern mit einer Lösung beruhigen, die allerdings auf der bestehenden Straßenführung und Parkhauseinfahrt beruht: Die Taxen könnten sich entlang des Parkhauses aufstellen und dann über die Wallstraße abfahren. Damit würde den Forderungen der Taxiunternehmen Rechnung getragen, denn in den Abendstunden – insbesondere während großer Veranstaltungen – brauchten sie zahlreiche Plätze, die schnell in alle Richtungen an- und abgefahren werden könnten.

Umgestaltung Waffenplatz

Der Fachdienstleiter Stadtgrün der Stadt Oldenburg, Hans Schröder, stellte die Überlegungen zur Gestaltung des Waffenplatzes vor (die OOZ berichtete). Mit der Verlegung der Zufahrt würden Fakten geschaffen, die Auswirkungen auf die gesamte Gestaltung hätten. Bei der Platzgestaltung haben die Planer die gesamte Fläche im Blick – also auch die westliche Fläche hinter der alten Knabenschule. Deshalb mögen die Teilnehmer des Runden Tisches auch in die Zukunft schauen und den Platz insgesamt bedenken.

Neuer Vorschlag von Oldenburger Bürgern

Wie auch schon bei dem Neu- bzw. Teilneubau der Cäcilienbrücke haben sich engagierte Oldenburger Gedanken über die Zufahrt zum Parkhaus am Waffenplatz gemacht. Der Architekt Dieter Kühne und der Schlossermeister Hartwig Bauer schlagen vor, die Zufahrt zu belassen – allerdings sie einen Meter abzusenken und darüber eine Dachterrasse auf Eingangshöhe zur ehem. Knabenschule / VHS-Gebäude zu installieren. Nach ihrer Meinung hätte das viele Vorteile: Das Haus würde durch die bessere Anbindung an den Waffenplatz mehr zur Geltung kommen und die Terrasse wäre für eine Außengastronomie nutzbar. Über die Kosten konnten keine Angaben gemacht werden.

Die neuesten Erkenntnisse werden dem Ausschuss für Stadtplanung und Bauen (ASB) am kommenden Donnerstag präsentiert.

Mehr aus diesem Ressort
OldenburgSchulungen: Smartphone besser nutzenOldenburgAbschnitt der Cloppenburger Straße erhält neue DeckschichtOldenburgManga-Kurse und Gaming-Abend in der Stadtbibliothek
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenTote und Verletzte bei Brand auf kanadischer MilitärbasisNiedersachsenBrand in Trafostation in Meppen führt zu StromausfallBremenWetterbericht für Niedersachsen/Bremen (18.10.2026)NachrichtenAuto durchbricht Zaun am Leipziger Flughafen – Nordpiste gesperrtNachrichten1.200 Festnahmen bei Protesten in FrankreichNachrichtenKlingbeil verlangt von SPD Bekenntnis zum Regierungswillen

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok