Osternburg

Baumhaus eröffnet Hotel und Café

Die Jugendstil-Villa am Osternburger Markt wird zu einem Hotel umgebaut.

Die Jugendstil-Villa am Osternburger Markt wird zu einem Hotel umgebaut.
Foto: Christian Kruse

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Oldenburg (am) – Oldenburg bekommt ein neues Hotel mit Café. Es wird am Osternburger Markt entstehen und Menschen mit und ohne Behinderung Arbeit bieten. Nachdem die Aktion Mensch die Förderung für das geplante Hotel Villa Stern und das Café Schnuppe zugesagt hat, kann das Projekt der Baumhaus Inklusion gGmbH an den Start gehen.

Die Jugendstil-Villa in Osternburg wird für ein barrierefreies Boutique-Hotel mit 15 individuellen Doppelzimmern und einer Suite, einem Hotelgarten und einem Café mit 37 Innen- und 30 Außenplätzen umgebaut. Das Hotel wird in einem Stilmix aus Shabby chic, Jugendstil und Fabric chic eingerichtet. Über einen Fahrstuhl werden die Zimmer auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sein. WLAN und Fahrräder werden den Gästen zur Verfügung gestellt und sie können zum Beispiel an speziellen Ausflügen teilnehmen. Im Café sollen Kunstausstellungen stattfinden.

Sechs Menschen mit und sechs ohne Handicap werden unter gleichen Lohnbedingungen ab Frühjahr 2017 in dem Hotel arbeiten. Die Mitarbeiter werden geschult, Herzlichkeit und Professionalität sollen miteinander verbunden werden. Die Arbeitsplätze des Integrationsunternehmens sind sozialversicherungspflichtig und schaffen den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt. „Für uns ist es wichtig, dass es für das Projekt eine Nachfrage gibt und auch Tätigkeitsfelder für Menschen mit Handicap entstehen“, so Bettina Unruh. Die Baumhaus-Geschäftsführerin wünscht sich von der Gesellschaft eine höhere Wertschätzung für Menschen mit Behinderungen. „Sie sollten einen guten Platz in der Arbeitswelt haben.“ Man müsse wegkommen vom Begriff Behindertenwerkstatt, der Menschen mit Handicap stigmatisiere. „Das Hotel wird eine ‚Sternschnuppe‘ auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft sein, in der es sozusagen ‚schnuppe‘ ist, ob ein Mensch eine Beeinträchtigung hat.“

Zurzeit wohnen in der Anlage auf dem ehemaligen Bahlsengelände an der Stedinger Straße rund 300 Menschen mit und ohne Handicap. Seit 2007 entstanden eine Küche und Kantine mit öffentlichem Mittagstisch, ein Café, eine Fahrradwerkstatt, Seifenmanufaktur mit Seifenladen, Wollegruppe, Wäscherei, Holzwerkstatt und ein Gartenservice. 100 Menschen werden hier ausgebildet bzw. haben einen Arbeitsplatz gefunden. Die vier Baumhaus-Gesellschaften Werkstatt, Wohnheim, Betreutes Wohnen und die Inklusions gGmbH, die ursprünglich aus einem Elternverein entstanden sind, haben ein Ziel: „Wir wollen eine Inklusive-Gesellschaft“, betont Bettina Unruh. Es gebe kaum Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen und das wolle man ändern.

Über ihre Hotelpläne informierte die Geschäftsführerin Bettina Unruhkürzlich die CDU-Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann während eines Besuches. In der Fahrradwerkstatt trafen sie die Mitarbeiter Jonas Helmig, Tim Burschäpers, Alexander Deußen sowie Manuel Müller und Tim von Häfen.

Über ihre Hotelpläne informierte die Geschäftsführerin Bettina Unruh (links) kürzlich die CDU-Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann (3. von links) während eines Besuches. In der Fahrradwerkstatt trafen sie die Mitarbeiter Jonas Helmig, Tim Burschäpers, Alexander Deußen (von links) sowie Manuel Müller und Tim von Häfen (vorn von links).
Foto: privat

Insgesamt werden in das Projekt 1,3 Millionen Euro investiert. Das Gebäude wurde bereits vor zwei Jahren gekauft. Unter anderem fließen für den Umbau Gelder vom Landesintegrationsamt über die Ausgleichsabgaben und 250.000 Euro von der Aktion Mensch ein. Allerdings müssen noch 40.000 Euro Spendengelder gesammelt werden. Jeder Euro aus den Einzelspenden wird von einer Stiftung für Menschen mit Handicap der Software AG, Darmstadt, verdoppelt.

Spendenkonto
Baumhaus Inklusion gGmbH
IBAN: DE08 2805 0100 0090 7428 26
BIC: BRLADE21LZO
Stichwort: Hotelprojekt

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1 Kommentar

  1. robert nähle
    27. Oktober 2015 um 16.03

    na, das ist doch mal ’ne feine sache! 🙂