Kreyenbrück

Gesundheitsförderung: Schüler informieren Schüler

Die Schülerinnen der Krankenpflegeschule Lea Seeberg und Elena Simon erklärten den Achtklässlern anhand eines Fast-Food-Menüs, wie viel Fett und Zucker sich in einer Cola und einem Hamburger verstecken.

Die Schülerinnen der Krankenpflegeschule Lea Seeberg (5. von rechts) und Elena Simon (4. von rechts) erklärten den Achtklässlern anhand eines Fast-Food-Menüs, wie viel Fett und Zucker sich in einer Cola und einem Hamburger verstecken.
Foto: privat

Oldenburg (am/pm) In der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kreyenbrück ging es für 150 Achtklässler am gestrigen Dienstag um die Gesundheitsförderung. Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Klinikums Oldenburg informierten praxisnah darüber, wie mit einfachen Mitteln die Gesundheit gestärkt werden kann. Bei den fünf Themenbereichen ging es um Bewegung, Ernährung, Umgang mit Genussmitteln und Entspannung.

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„Ziel des Projektes ist, den Schülern Verhaltensweisen und Strategien aufzuzeigen, um eine gesunde Lebensweise entwickeln zu können. Neben der Fachkompetenz als angehende Pflegekräfte im Gesundheitswesen erhoffen wir durch das jugendliche Alter der Auszubildenden der Pflegeschule mehr Akzeptanz bei unseren Schülern“, sagte die IGS-Projektleiterin Heike Schaadt und Annelene Frerichs von der Gesundheits- und Krankenpflegeschule ergänzte: „Gesundheitsförderung, auch die Anleitung und Beratung zu diesem Thema, gehören zum Lehrinhalt unserer Ausbildung. Hier können die angehenden Pflegekräfte praxisnah ihre Fähigkeiten dahingehend testen und weiter ausbauen.“ Auch die Pflegedirektorin des Klinikums Oberin Birgit Plaschke ist sich sicher, dass dieses Projekt allen Beteiligten etwas gebracht hat: „Das eine ist, in der Theorie Fachinhalte vermittelt zu bekommen, aber diese dann auch in der Praxis ausprobieren zu können. Das verstärkt den Lerneffekt enorm. Auch zur Persönlichkeitsbildung ist dieses Projekt wichtig. Und wenn nach diesem Tag der ein oder andere Schüler der IGS bewusster mit seiner Gesund­heit umgeht, wäre das ein großer Erfolg.“

Die jungen „Lehrer“ und Schüler freuten sich über die Abwechslung zum üblichen Unterricht. Lea Seeberg, 20 Jahre alt und Schülerin im 3. Semester in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, zog ein positives Fazit: „Ich hatte den Bereich Ernährung. Einige der Schüler wussten schon eine Menge darüber, andere dagegen eher weniger. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mal auf der anderen Seite zu stehen. Jetzt wissen wir, wie viel Arbeit hinter dem Unterricht unserer Lehrer auch steckt. Ich denke, dass unser Unterricht bei den Schülern gut angekommen ist.“ Dies bestätigte die 13-jährige IGS-Schülerin Maimuna Bojang: „Gerade beim Thema Ernährung wusste ich zwar schon viel, aber ich habe auch Neues gelernt. Ich glaube, dass einige darüber nachdenken werden, was sie heute gesehen und gehört haben. Auf jeden Fall hat es mir viel Spaß gemacht.“ Und ihr 14-jähriger Mitschüler Tim Schmid ergänzte: „Ich hätte zum Beispiel niemals gedacht, dass so viele Zuckerwürfel in einer Cola drin sind. Das hat mich doch überrascht.“

Für jede Themenstation war eine Stunde vorgesehen und mit viel Spaß und hoch motiviert durchliefen die Achtklässler jede der fünf Stationen. In den beiden Sportgruppen standen unter anderem Ballspiele und Koordinationsübungen auf dem Lehrplan. Der 20-jährige Tayga Ögrü war eine der „Lehrerinnen“ beim Sport: „Wir hatten anfangs schon ein wenig Bedenken, wie das laufen würde und ob die Schüler uns akzeptieren würden. Aber der Großteil der Schüler war hoch motiviert und hat beim Sport gut mitgemacht.“ In der Ernährungsgruppe gab es leckere Wraps mit gemüse­reichen Füllungen und vielen Tipps zur gesunden, aber auch leckeren Ernährung. Auch konnten die Schüler Früchte probieren und wissen jetzt nicht nur wie eine Papaya aussieht, sondern auch wie sie schmeckt. In der Genussmittelgruppe ging es unter anderem um Alkohol und Rauchen. Beispielsweise konnten die Achtklässler mit der Rauschbrille selbst austesten, wie hoch der Kontrollverlust bei 1,5 Promille Alkohol im Blut ist. Und auch Entspannung stellt im Schulalltag einen wichtigen Gegenpol zum Stress dar. Bei dieser Station gab es Tipps, wie Schüler dem ständig wachsenden Druck besser standhalten können, zum Beispiel mit Entspannungs­übungen, körperlicher, aber auch geistiger Art.

Wie geht es jetzt weiter?

„Die bisherigen Rückmeldungen von den Schülern und auch von unseren begleitenden Lehrern sind durchweg positiv. Jetzt werden wir die Erfahrungen von diesem Tag auswerten und diese werden dann in die Planungen weiterer solcher Veranstaltungen eingehen“, so Heike Schaadt. Fred Heinen, Lehrer in der Gesundheits- und Krankenpflege-Schule, sagte dazu: „Die Pflege hat auch die Aufgabe zur Gesundheitsvorsorge beizutragen durch Anleitung und Beratung zu Themen, die mit Gesundheit zu tun haben. Mit dieser Art von Unterricht möchten wir den Jugendlichen Hilfen an die Hand geben und sie darüber informieren, wie sie im Alltag gesünder leben können. Außerdem haben unsere Schüler die Möglichkeit praxisnah zu lernen, wie man anleitet und berät.“

In Zukunft wollen die IGS und die Gesundheits- und Krankenpflege-Schule beim Thema Gesundheit weiter zusammenarbeiten. Der Tag der Gesundheitsförderung soll wiederholt werden.

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