IG Metall weitet Warnstreiks im Norden aus

Die Warnstreiks gehen weiter.
Foto: Peter Bisping
Die IG Metall Küste hat ihre Warnstreiks in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ausgeweitet. Auch in der Region Oldenburg sind weitere Arbeitsniederlegungen angekündigt: Für heute hat die Gewerkschaft Beschäftigte in Apen, Rastede und Varel aufgerufen. Sie will vor der nächsten Tarifverhandlung den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich bis Dienstag seit dem Ende der Friedenspflicht knapp 5.000 Beschäftigte im Tarifgebiet Küste an den Aktionen. Mehr als 3.300 Beschäftigte nahmen in Bremen über mehrere Schichten hinweg an Warnstreiks bei Mercedes-Benz und Lear teil. In Hamburg versammelten sich am Dienstagmittag mehr als 600 Beschäftigte zum zentralen Warnstreik bei Blohm+Voss.
Aktionen in Apen, Rastede und Varel angekündigt
Bei August Brötje Raumheizsysteme in Apen ist die Kundgebung vor dem Werkstor an der August-Brötje-Straße 1 für 11.45 Uhr angekündigt. Als Redner ist Gabriel Drexler von der IG Metall Oldenburg vorgesehen.
In Rastede stehen zwei Kundgebungen um 13 Uhr auf dem Programm. Vor August Brötje an der August-Brötje-Straße 17 soll Arne Bischoff sprechen. Dort sind auch Beschäftigte von BDR Thermea Service aufgerufen. Bei Broetje-Automation, Am Autobahnkreuz 14, ist Paul Naujoks als Redner angekündigt. Beide gehören ebenfalls zur IG Metall Oldenburg.
Für Airbus Aerostructures in Varel hat die Gewerkschaft drei Kundgebungen vor dem Werkstor am Riesweg 151–155 angekündigt: um 3 Uhr, 10.45 Uhr und 18 Uhr. Für den ersten Termin war Robert Witt als Redner vorgesehen, für die beiden weiteren Felix Hartmann von der IG Metall Wilhelmshaven.
Beschäftigte streikten auch im Saterland
Zu Arbeitsniederlegungen kam es laut Gewerkschaft in der Nacht zum Dienstag auch bei Waskönig+Walter im Saterland. Weitere Betriebe waren GKN Driveline in Kiel und Krones in Flensburg. „Wir erhöhen jetzt den Druck. Die Beschäftigten zeigen sehr deutlich, dass sie sich mit dem Angebot der Arbeitgeber nicht abspeisen lassen“, sagt Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Arbeitgeber müssen sich bewegen und bei der nächsten Verhandlung ein tragfähiges Angebot vorlegen.“
Nächste Tarifverhandlung am Freitag geplant
Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent höhere Entgelte. Außerdem verlangt sie eine tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen, eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen und eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und dual Studierende.
Nordmetall hatte in der zweiten Verhandlungsrunde in Oldenburg eine Einmalzahlung für Juli 2027 angeboten. Sie soll ein Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbudgets betragen und nach den Regeln der Automatischen Differenzierung angepasst werden können. Die IG Metall kritisiert sie als streichbar. Eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 1,3 Prozent soll im Juli 2028 folgen. Der Arbeitgeberverband fordert zugleich Möglichkeiten zur Senkung betrieblicher Kosten und Vereinbarungen zur Sicherung von Investitionen und Beschäftigung.
Die dritte Tarifverhandlung ist für Freitag, 6. November, in Bremen geplant. Sie betrifft rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen.
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