Oldenburg

Schüler mit Schreckschusswaffe festgenommen

Durch einen Zeugen erfuhr die Polizei, dass ein 18-jähriger Schüler eine Schusswaffe hat und auf dem Weg zum Herbartygymnasium sei.

Die Polizei hat weitere Ermittlungen aufgenommen.
Foto: Marco / flickr.com; Lizenz: CC BY 2.0

Oldenburg (am/ots) Durch einen Zeugen erfuhr die Polizei heute Morgen gegen 11.30 Uhr, dass ein 18-jähriger Schüler mit einer Schusswaffe auf dem Weg zum Herbartgymnasium in Oldenburg sei. Aufgrund dieses Hinweises umstellte die Polizei mit einem Großaufgebot an Kräften und das Schulgelände und fahndete nach dem 18-Jährigen. Der Polizeihubschrauber war auch im Einsatz.

Anzeige

LzO Vorsorge

Der Schüler konnte im Rahmen dieser Fahndungsmaßnahmen um 12.15 Uhr in der Nähe der Schule von Polizeikräften festgenommen werden. Bei ihm wurde eine Schreckschusswaffe gefunden. Das sei legal, teilt die Polizei mit, denn der 18-Jährige sei im Besitz des Kleinen Waffenscheins.

Vorheriger Artikel

„Gewaltfrei Lernen“: Selbstbewusst und schlagfertig

Nächster Artikel

Pkw-Fahrerin landet auf Baustelle

6 Kommentare

  1. Karl
    28. März 2017 um 8.51

    Diese Waffenhysterie oder meinetwegen auch -phobie wird ja langsam unerträglich. Als ich Schüler der Hindenburgschule war, führte fast jeder Junge ein sog. Fahrtenmesser mit sich, das offen am Gürtel bzw. in einer dafür vorgesehenen Scheide an der Hose getragen wurde und heute zu den verbotenen Gegenständen zählen würde. Diese Messer waren nichts anderes wie ein Statussymbol und wer einen Mitschüler oder gar einen Lehrer damit bedroht hätte, wäre noch am gleichen Tag von der Schule geflogen.

    • W. Lorenzen-Pranger
      28. März 2017 um 10.25

      Völlig richtig, Karl. Zu meiner Zeit hatte jeder Jugendliche ein Luftgewehr oder eine „Schreckschußpistole“ – meist die preiswerte „RG 3“. In den Ferien zog ich übern Bauernhof los und jagte mit der Flinte Ratten. Als Pfadfinder hatte man natürlich auch das Fahrtenmesser dabei. Schließlich mußte man sich eine Weidenrute als Angelstock oder ein paar Stäbe fürs Stockbrot schneiden können, – oder man schnitzte mit dem Ding mal was. Wir lernten so den veranwortungsvollen Umgang mit diesen „Waffen“ und passiert ist nie etwas. Ich hatte meine Lektion so gründlich gelernt, daß ich zum Kriegsdientverweigerer wurde. Man zielt nicht und niemals auf andere Menschen, auch nicht mit einer ungeladenen oder Spielzeugwaffe.
      Wie heute den Kindern der Platz zum Abenteuer fehlt, so ist auch der Umgang mit diesen Gegenständen so stark eingeschränkt, daß das Lernen an viel zu vielen Stellen ausfällt – und die, die das zu verantworten haben, schieben dann, wie beim schulischen Lernen das sie vermurksten auch, ausgerechnet die Schuld auf die Opfer ihrer eigenen beschränkten Unverantwortlichkeit – die Kinder und Jugendlichen.

  2. Manfred Murdfiled
    28. März 2017 um 14.44

    Ich habe in den 1980er Jahren einige Jahre am Oberstufenzentrum Bau (OSZ) in Berlin-Spandau unterrichtet. Wenn wir jedes Mal, wenn die Jungs sich profilieren mussten, das SEK geholt hätten, wären viele Prüfungen ins Wasser gefallen. Aber vielleicht waren wir damals noch nicht so überfordert bei Sprüchen: „Wir wissen, wo Sie wohnen“. Die aufmüpfigen Heranwachsenden sind doch schliesslich nicht neu-ergogan alles sofort Terroristen, die in Handschellen abgeführt werden müssen. Nicht die Jugendlichen an sich haben die Kontrolle verloren, sondern eine im Verhältnis gesehen derzeit über reagierende Gesellschaft, die in jedem Koffer den Weltuntergang vermutet. Ich beschönige oder gar verteidige damit hier auf keinen Fall irgendwelche vorsätzlichen oder tatsächlichen Gewalttaten, aber zum differenzieren kann man gerne mal auf dem Teppich bleiben. Ach ja, auf der Hindenburgschule war ich auch mal, da gabs unter Herrn Debes von den ehemaligen Nazilehrern noch was mit dem Lineal auf die Hand. Alles hat eben seine Zeit, mal so, mal so.

    • Karl
      29. März 2017 um 8.36

      >…von den ehemaligen Nazilehrern noch was mit dem Lineal auf die Hand.

      Sollte es dazu beigetragen haben, Abiturienten studierfähig zu machen, sei ihnen im Nachhinein verziehen. (hehe)

      • W. Lorenzen-Pranger
        29. März 2017 um 11.23

        Hat es aber nicht, Karl, im Gegenteil. Mit dem Lineal auf die Hand war übrigens noch ein Glücksfall. Ich hatte noch Lehrer (50-er Jahre), die die Hose runterzogen und sich am Anblick ihrer gedemütigten wehrlosen Opfer ergötzten, wenn sie mit dem Rohrstock, also dünnem Bambus, drauf herumprügelten. Die hatten eine festes Klientel, das immer etwas abbekam („Komm her, Müller, kriegst Dreie!“ -Originalzitat-)), also mehrfach täglich, und dann die freie Auswahl unter dem Rest der Klassse nach Belieben. Das waren pädophile sadistische Schweine – wie die meisten Ultra-Rechten bis heute. Die damals hatten sich als „unabkömmlich“ an der „Heimatfront“ herumgetrieben – aus Feigheit. Sowas wie ein Teil meiner „Lehrer“ damals säße heute wahrscheinlich längst im Knast, sowas gibts heute fast nur noch als katholische „Würdenträger“, die dann nicht einmal gerichtlich belangt werden.

  3. Manfred Murdfield
    30. März 2017 um 17.11

    Moin Karl, ich hab trotz Hindenburgschule kein Abitur, es geht auch ohne, hab studiert, Dipl. Ing. und auch die Grosse Staatsprüfung, sozusagen eine polytechnische Ausbildung wie in der DDR, nur in der BRD. Einige „Eliten“ sehen es nicht so gern, aber unser Bildungssystem kennt für einsichtige oder erkennende Willige durchaus auch alternative Erfolgsmöglichkeiten. Leider ist das noch immer nicht so einfach, sonst würden nicht alle Politiker seit längerem schreien: wir müssen in die Bildung investieren. Da scheint ja was nicht richtig zu funktionieren, aber die dazugehörige Interpretation orientiert sich nun mal im wesentlichen am jeweiligen Bedarf der Wirtschaft. Insofern erscheint mir eine „polytechnische“ Verbindung von praktisch und theoretisch aber inzwischen kein offizielles Tabu mehr zu sein. Gut so. den „was ihr nicht begreift, werdet ihr auch nicht verstehen“.