Minarett als Leuchtturm für Oldenburg

Heute wurde das erste Minarett in Oldenburg eingeweiht.

Heute wurde das erste Minarett in Oldenburg eingeweiht.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (am) Heute wurde das 14 Meter hohe Minarett für die Haci Bayram Moschee der Türkisch-islamischen Gemeinde Oldenburg eingeweiht. Rund 400 Gäste aus den verschiedenen Gemeinden, Stadtverwaltung und Politik nahmen an der Feier in der Emsstraße teil. Mehr als fünf Jahre hatten die Muslime auf diesen Tag gewartet.

1982 mietet die Gemeinde ihre ersten Räumlichkeiten in der Hermannstraße. Schnell habe sich herausgestellt, dass sie nicht ausreichten, berichtete heute der Gemeindevorsitzende Mehmet Aydin. Es wurde ein Haus in der Alexanderstraße gekauft. Von 1989 bis 2008 war hier die Moschee untergebracht. „Immer mehr Menschen kamen – auch aus der Umgebung – wegen des ausgebildeten Imams (Vorbeter), der hier predigte. Feiertags und freitags mussten wir in das Kulturzentrum oder in Sporthallen ausweichen.“ Vor fünf Jahren konnte dann mit eigenen Mitteln das Haus in der Emsstraße gekauft werden. „Dadurch konnte der Dialog zwischen den Oldenburgern und den Muslimen verstärkt werden“, so Aydin, denn hier würden Feste gefeiert, Kurse gegeben und Offene Türen veranstaltet werden. Mittlerweile konnten die geliehenen Gelder der Gemeindemitglieder zurückgezahlt werden. Das Geld nahmen die Muslimas ein, denn sie backen jeden Freitag Lahmacun (türkische Pizza) gegen Spenden.

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Vorstandsmitglied des DITIB Oldenburg, Mehmet Gürsoy, Imam Abidin Cosar, der Religionsattachée Abdullah Gümüssoy, Dr. Bekir Alboga vom DITIB, Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der türkische Generalkonsul Mehmet Günay, GSG-Geschäftsführer Stefan Könner und der Gemeindevorsitzende Mehmet Aydin weihten das erste Minarett in Oldenburg offiziell ein.

Vorstandsmitglied des DITIB Oldenburg, Mehmet Gürsoy, Imam Abidin Cosar, der Religionsattachée Abdullah Gümüssoy, Dr. Bekir Alboga vom DITIB, Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der türkische Generalkonsul Mehmet Günay, GSG-Geschäftsführer Stefan Könner und der Gemeindevorsitzende Mehmet Aydin (von links) weihten das Minarett offiziell ein.
Foto: Anja Michaeli

Seit dem Einzug in die neue Moschee liebäugelten die Gemeindemitglieder mit einem Minarett. Mit Unterstützung von unter anderem Oberbürgermeister Gerd Schwandner und durch den Hauptsponsor GSG Oldenburg Bau- und Wohnungsgesellschaft ging dieser Wunsch jetzt in Erfüllung. Zwei Jahre der Planung und des Baus waren erforderlich. Der Termin zum Tag der offenen Moschee am 3. Oktober konnte nicht gehalten werden, weil ein einfaches Fundament nicht ausreichte und verstärkt werden musste. Vier Stahlrohre wurden zehn Meter tief eingestampft, damit sie die 14 Meter hohe Stahlkonstruktion tragen können. Das neue Minarett hat ein außergewöhnlich modernes Design. Von einem Gebetsrufer (Muezzin) kann es nicht bestiegen werden. Für den Bau wurden insgesamt rund 60.000 Euro investiert.

Imam Abidin Cosar zitierte in der Haci Bayram Moschee der Türkisch-islamischen Gemeinde Oldenburg aus dem Koran.

Imam Abidin Cosar zitierte aus dem Koran.
Foto: Christian Kruse

Oberbürgermeister Gerd Schwandner begrüßte zunächst die Gemeindemitglieder auf türkisch. „Minarett bedeutet Leuchtturm und sein Licht soll über die ganze Stadt strahlen“, leitete Schwandner ein unerfreuliches Thema ein. „In vielen Städten und Gemeinde hat es beim Bau von Minaretten Proteste gegeben, in der Schweiz wurde er zeitweilig sogar verboten“, so der Oberbürgermeister, in Oldenburg habe es das nicht gegeben. „Wir begegnen anderen Kulturen nicht mit Angst und Argwohn, sondern mit Interesse“, sagte er, zumindest gelte das für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger. Auch Dr. Bekir Alboga vom DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) betonte: „In dieser Stadt haben die bösen Kräfte kein Echo“.

Türkisch-islamische Gemeinde zu Oldenburg e.V.

Die türkisch-islamische Gemeinde in Oldenburg ist Mitglied des in Köln ansässigen Dachverbandes DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) und wurde 1982 von türkischen Gastarbeitern in Oldenburg gegründet. Der bundesweite Verein DITIB vertritt über 70 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime und damit rund 900 Moscheen und Kulturvereine. Es ist die mitgliedsstärkste Migrantenorganisation in Deutschland.

Die Haci Bayram Moschee

Die Räumlichkeiten der Moschee in der Emsstraße stehen den zirka 170 Mitgliedern als Versammlungs- und Gebetsräume zur Verfügung. 500 Menschen finden hier Platz. Es gibt eine Teestube und auch der Imam ist hier untergebracht. Mädchen und Jungen treffen sich in Gruppen zum religiösen Unterricht und Meinungsaustausch über verschiedene Themen. Die Frauen kochen und backen zusammen. Türkische Traditionen werden hier gepflegt. Ein Sprachkurs für alle interessierten Frauen findet ebenfalls in der Moschee statt. Einmal jährlich organisiert die DITIB Gemeinde zusammen mit anderen türkischen Vereinen aus Oldenburg das traditionelle türkische Kinderfest mit bis zu 600 Kindern.

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