Oldenburg

Fliegerhorst: Rodungen haben begonnen

Ende Januar haben vorbereitende Arbeiten für die anstehenden Bauprojekte auf dem Oldenburger Fliegerhorst begonnen.

Ende Januar haben vorbereitende Arbeiten für die anstehenden Bauprojekte auf dem Fliegerhorstgelände begonnen.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (am/pm) Auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Oldenburg werden in den kommenden Jahren rund 950 Wohneinheiten und damit ein neues Quartier entstehen. Grundlage ist der vom Rat im August 2016 beschlossene Masterplan. Jetzt haben die vorbereitenden Arbeiten für die anstehenden Bauprojekte begonnen. Große Flächen müssen vor den Erschließungsmaßnahmen gerodet werden, um das Gelände sondieren und von möglichen Kampfmitteln befreien zu können. Die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit des Areals.

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Im April und Mai 1944 wurde je ein großer Luftangriff auf den Fliegerhorst Oldenburg geflogen. Luftaufnahmen aus dem Jahr 1945 zeigen die Spuren der mehrfachen Luftangriffe, die auch in den Flächen der geplanten Bauvorhaben sichtbar sind. Es ist eine erhebliche Anzahl von Bombenkratern auf der Aufnahme und die Beschädigungen einzelner Gebäude zu erkennen.

Auf Basis der bereits erfolgten Luftbildauswertung und den Kampfmittelräumarbeiten in den Jahren 2015 bis 2017 kann nachgewiesen werden, dass im betreffenden Gelände des Fliegerhorstes zahlreiche Bombentrichter und Laufgräben zu Kriegszeiten vorhanden waren. Die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse der Sondierungen und die Öffnung von Verdachtspunkten (Bombentrichter und Hohlformen), haben ebenfalls gezeigt, dass diese auch zur Entsorgung von Munition gedient haben.

„Es ist davon auszugehen, dass ein großer Anteil des heutigen Baumbestandes erst nach dem Krieg auf diesen belasteten Flächen gewachsen ist und die Flächen nicht auf Kampfmittel abgesucht worden sind“, teilt die Stadt mit. Jetzt werden sie gerodet und anschließend findet eine flächeneinheitliche Kampfmittelsondierung statt. Befürchtungen, dass ein Uhu, der als besonders schutzbedürftig gilt, von den Rodungen betroffen sein könnte, hat NABU-Geschäftsführer Rüdiger Wohlers nicht. Wahrscheinlich handele es sich eher um einen Waldkauz. Grundsätzlich seien die Arbeiten wegen der Vogelwelt bewusst in die Zeit vor der Brutphase gelegt worden, so die Stadt. Und weiter: „Es bleiben auf dem Fliegerhorstgelände auch erhaltenswerte Waldbestände unangetastet, in denen Vögel ein neues Quartier finden können. Diese Grünflächen, für die dann keine Kampfmittelfreiheit garantiert werden kann, dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.“

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Februar andauern.

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