Oldenburg

Coronavirus: Erster bestätigter Fall in der Region

Dr. Elmar Vogelsang, Jörg Bensberg, Jürgen Krogmann, Dr. Holger Petermann und die Sozialdezernentin Dagmar Sachse bei der Pressekonferenz in Oldenburg.

Dr. Elmar Vogelsang, Jörg Bensberg, Jürgen Krogmann, Dr. Holger Petermann und die Sozialdezernentin Dagmar Sachse bei der Pressekonferenz in Oldenburg.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg / Ammerland (am) Ein 21-jähriger Mann aus Rastede ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Patient hatte nach bisherigen Erkenntnissen an einer Karnevalssitzung in Palenberg im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen teilgenommen und sich aller Wahrscheinlichkeit nach dort mit dem Virus infiziert. „Der Betroffene wurde isoliert und befindet sich in häuslicher Quarantäne“, teilt die Stadt Oldenburg mit. „Der Krankheitsverlauf ist nicht schwer“, so Dr. Elmar Vogelsang, Leiter des Gesundheitsamtes Ammerland. Weil er sich in den vergangenen Tagen bei seiner Mutter in Oldenburg aufgehalten hat, wurde auch sie häuslich isoliert. Mögliche Kontaktpersonen wurden bereits informiert bzw. ebenfalls unter Quarantäne gestellt.

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Hier berichten wir fortlaufend über die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus in Oldenburg und in der Region.

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden am heutigen Nachmittag die Details mitgeteilt. Der junge Mann habe am 26. Februar die Rückreise aus Palenberg angetreten und ist zu seiner Mutter nach Oldenburg gefahren. Bereits am Montag habe er seinen Hausarzt im Ammerland telefonisch kontaktiert. Der Arzt habe sich vorbildlich verhalten und die richtigen Schutzmaßnahmen für sein Personal und andere Patienten ergriffen, so Landrat Jörg Bensberg. Dr. Elmar Vogelsang betonte: „Der Patient ist nicht schwer krank, er hat leicht erhöhte Temperatur sowie Glieder- und Halsschmerzen.“ Mutter und Sohn würden regelmäßig von den Gesundheitsämtern kontaktiert und medizinisch betreut, die Mutter habe keinerlei Symptome. „Sie hat sehr umsichtig gehandelt“, so Dr. Holger Petermann, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Oldenburg. Die 56-Jährige habe den Kontakt seit den ersten Anzeichen der Erkrankung ihres Sohnes zu anderen Menschen vermieden.

Die Behörden im Landkreis Ammerland und der Stadt Oldenburg haben bereits Kontaktpersonen des Patienten ermittelt. Ein Freund und dessen Freundin müssen nun 14 Tage in Wiefelstede das Haus hüten. Die Gesundheitsämter in Heinsberg und Aachen wurden informiert, dass weitere sechs Personen Kontakt zu dem Patienten hatten. „Es wurden alle Dinge getan, die getan werden mussten“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Die zuständigen Stellen seien seit Wochen vorbereitet. „Für viele ist das erst einmal ein Schreck, aber an der grundlegenden Situation hat sich nichts geändert. Es gibt kein Grund für Panik“, so Krogmann. „Auch die Versorgung ist sichergestellt“, kann Sozialdezernentin Dagmar Sachse Verunsicherte beruhigen.

Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann schreibt: „Trotz dieses zweiten bestätigten Falles zirkuliert das Virus in Niedersachsen weiterhin nicht. Offenbar hat sich der junge Mann beim Karneval in der Nähe von Heinsberg in Nordrhein-Westfalen angesteckt. Wir setzen nach wie vor darauf, Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit entsprechenden Symptomen zu isolieren, sie so schnell wie möglich auf das Coronavirus zu testen und im Falle einer Ansteckung die entsprechenden Kontaktpersonen zu ermitteln. Diese werden dann ebenfalls unter Quarantäne gestellt und bei auftretenden Symptomen getestet. Dieses Verfahren hat sich in der Region Hannover seit dem letzten Samstag bewährt und wird nun auch in Oldenburg und im Ammerland zur Anwendung kommen.“

Eine zentrale Notruf- oder Hilfenummer wurde bisher zwar nicht eingerichtet. Aber mit der zuständigen kassenärztlichen Vereinigung sei man aber darüber im Gespräch, so Petermann. Dass die Kliniken in Oldenburg und im Ammerland seit geraumer Zeit auf Krankheitsfälle durch den Coronavirus vorbereitet sind, bestätigten sowohl Bensberg als auch Krogmann.

Update, 18.23 Uhr

Soeben erreicht uns die Nachricht, dass es nun insgesamt vier bestätigte Fälle in Niedersachsen gibt. Im Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes wurden heute 100 Proben von 96 Patientinnen und Patienten untersucht. Bei einer Kontaktperson des ersten niedersächsischen Falls aus der Region Hannover wurde dabei Niedersächsischen SARS-CoV-2 nachgewiesen.

Es handelt sich bei dem Mann um einen weiteren Teilnehmer der Busreise nach Norditalien. Das Gesundheitsamt der Region Hannover hatte ihn daher bereits am Sonntag als enge Kontaktperson des ersten Patienten eingestuft und ihn und seine Ehefrau umgehend häuslich isoliert. Das Gesundheitsamt der Region Hannover ermittelt derzeit die Personen im Umfeld des 63-Jährigen, mit denen er seit seiner Rückkehr engen Kontakt hatte.

Außerdem wurden zwei weitere Infektionen aus dem Landkreis Cuxhaven und dem Landkreis Ammerland in privaten Laboratorien bestätigt. Es handelt sich bei dem Fall in Cuxhaven nach Angaben des Landkreises um eine männliche Person, die sich in häuslicher Isolation befindet und in Verbindung mit einer Reise nach Norditalien steht. Es liege eine milde Symptomatik vor. Die Ehefrau befinde sich als Kontaktperson ebenfalls in Quarantäne.

Trotz dieser Einzelfälle bleibt es bei der Einschätzung des NLGA, dass das Coronavirus in Niedersachsen nicht zirkuliert. Alle bestätigten Fälle haben einen klaren Auslandsbezug oder sind im Falle des Mannes aus dem Ammerland auf das Infektionsgeschehen in einem anderen Bundesland zurückzuführen.

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