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Wehrbeauftragter fordert schnelle Umsetzung von Dunkelfeld-Studie

via dts Nachrichtenagentur

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), hat mit Blick auf den Skandal bei den Fallschirmjägern in Zweibrücken von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die rasche Umsetzung einer Dunkelfeld-Studie zur Aufklärung ähnlicher Missstände gefordert. „Es stehen schwerwiegende Vorwürfe im Raum, die nun vollständig aufgeklärt werden müssen“, sagte Otte der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe).

Deshalb fordere er, dass das Ermittlungsverfahren zügig und konsequent zu Ende geführt werde. „Ebenso fordere ich, dass die Dunkelfeld-Studie, die bereits vor mehr als einem Jahr von meiner Vorgängerin im Amt empfohlen wurde, zeitnah vom Ministerium umgesetzt und vorgelegt wird.“ „Sie untersucht mögliche vorhandene, aber nicht gemeldete Fälle. Eine belastbare Analyse ist unerlässlich, um gezielte und wirksame Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen entwickeln zu können“, mahnte Otte.

Am Mittwoch hatte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, im Verteidigungsausschuss einen Aktionsplan zur Beseitigung solcher Missstände vorgestellt. Otte sagte dazu: „Der angekündigte Aktionsplan des Heeres-Inspekteurs ist ein wichtiges und richtiges Signal. Die Truppe und die Gesellschaft müssen, insbesondere mit Blick auf den neuen Wehrdienst, darauf vertrauen können, dass in der Bundeswehr Recht und Ordnung gelten. Nur so gelingt es, Menschen für einen Dienst in den Streitkräften zu gewinnen.“

Mitgliedern des Fallschirmjägerregiments 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken werden Fälle von Rechtsextremismus, sexualisiertem Fehlverhalten und Drogenmissbrauch vorgeworfen.

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dts Nachrichtenagentur

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Markus
    15. Januar 2026 um 14.37 — Antworten

    Hach, was für eine Aufregung. Solche Berichte gibt es immer wieder, wenn die Meldungen zu breit in den Medien sind gibt es eine Empörung samt „strenger Untersuchung“ von oben herab, bis sich die Wogen wieder geglättet haben und Gras darüber gewachsen ist. Danach läuft alles weiter wie bisher. Vielleicht gibt es ein paar Bauernopfer (meist untere Dienstgrade, maximal Unteroffiziere), die öffentlichkeitswirksam gescholten und versetzt werden, um dann nach einem halben bis ganzem Jahr wiederkommen – mit Beförderung, versteht sich. Alles Show für das dumme Volk. Intern wird dann aber schärfstens nach denen gesucht, die das nach aussen getragen haben. DIE haben dann garantiert nichts mehr zu lachen.
    Derartige Geschichten werden bundeswehrweit von oben gelebt, immer schon, auch vor der Wende.
    Ich kann mich noch an empörte Meldungen erinnern, als irgendwelche „ganz harten“ Kampfverbände Liegestütze über dem hochgestellten Kampfmesser exerzierten. War Standard, hat jahrelang niemanden gestört – bis einer zusammgebrochen ist und schwer verletzt wurde. Da war dann plötzlich die Aufregung gross. Riesiger Medienrummel, sogar die BLÖD empörte sich. Fazit: ein paar Beuernopfer (s.o.) und die interne Anweisung, das doch bitte nicht mehr so öffentlich sichtbar zu machen.

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