Grüne fordern Entsiegelungsoffensive nach niederländischem Vorbild

Grüne fordern Entsiegelungsoffensive nach niederländischem Vorbild

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die Bundestagsfraktion der Grünen will bei ihrer Fraktionsklausur an diesem Freitag einen Beschluss zur Klimaanpassung fassen, der eine „Entsiegelungsoffensive“ vorsieht. Die Grünen empfehlen dafür das niederländische Modell des „Tegelwippens“ (zu Deutsch: Fliesenrauswerfen). Das geht aus einem Antrag hervor, über den die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

In dem Papier heißt es, die Niederlande zeigten mit dem „Tegelwippen“, wie es einfach und günstig funktioniere: Bei diesem Wettbewerb siegten die Kommunen, die mehr Pflastersteine und Betonplatten aus dem Boden wippten als andere. Bei der niederländischen Meisterschaft im „Fliesenrauswerfen“ träten Städte und Gemeinden gegeneinander an: Bürger entfernten Pflastersteine und andere versiegelte Flächen aus Gärten, Höfen oder entlang von Gebäuden und ersetzten sie durch Grün. Die entfernten Steine würden online gemeldet und der jeweiligen Kommune gutgeschrieben. Um unterschiedlich große Kommunen vergleichbar zu machen, werde unter anderem die Zahl der entfernten Steine pro 1.000 Einwohner betrachtet. Inzwischen seien mehr als 22,6 Millionen Pflastersteine entfernt worden.

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Weniger versiegelte Flächen bedeuteten, dass Regenwasser wie in einem Schwamm versickern könne, Städte sich bei Hitze weniger stark aufheizten und mehr Raum für Pflanzen und Artenvielfalt entstehe, so der Antrag. Nach niederländischem Vorbild sei in Deutschland der Wettbewerb „Abpflastern“ entwickelt worden. Auch hier könnten Bürger, Kommunen und Organisationen entsiegelte Flächen melden.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julia Verlinden sagte dem RND, angesichts der eskalierenden Klimakrise und brütend heißer Städte im zweitheißesten Sommer seit 1881 brauche Deutschland eine Offensive zum Entsiegeln. Die Nachbarn in den Niederlanden machten das mit „Tegelwippen“ bereits vor. Dort sei praktische Klimaanpassung zur gesellschaftlichen Bewegung geworden. Auch in Deutschland hätten bereits einige mit dem „Abpflastern“ begonnen. Die Bundesregierung solle dies mit finanzieller Förderung und einem rechtlichen Rahmen unterstützen.

Die Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge sagte mit Blick auf die gesamte Klimaschutzpolitik, dieser Sommer sei eine Zäsur. Die Klimakrise sei nicht mehr abstrakt, das Land befinde sich im Klimanotstand. Verantwortungsvolle Politik gestehe Fehler ein und ändere den Kurs. Das erwarte sie von Friedrich Merz und auch von Lars Klingbeil in der Klimapolitik.

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