SPD fordert mehr Erdverkabelung zum Schutz der Stromnetze

SPD fordert mehr Erdverkabelung zum Schutz der Stromnetze

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Nach den jüngsten Attacken auf Stromnetze in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen plädiert die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, für eine unterirdische Verlegung der Stromnetze.

Scheer sagte der „Rheinischen Post“: „Zwar wird verbreitet eine längere Reparaturdauer von Erdverkabelung im Falle eines Schadens beklagt. In der Betrachtung darf aber die Prävention nicht aus dem Blick geraten.“ Denn auch schon kürzere Ausfälle hätten verheerende Auswirkungen, gerade angesichts wachsender Stromnutzung. Dies spreche für Erdverkabelung sowie eine Stärkung staatlicher Verantwortung. An der Strominfrastruktur hänge Leib und Leben sowie die Sicherheit wie auch Verteidigungsfähigkeit des Landes, so Scheer.

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Die Anschläge auf Strominfrastruktur erforderten ein neues Verständnis von Sicherheit und Sicherheitsanforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung und Elektrifizierung aller Lebensbereiche müsse es eine Frage der nationalen Sicherheit wie gleichermaßen auch der Landesverteidigung sein, die Strominfrastruktur zu schützen – vor Anschlägen von innen wie von außen, betonte Scheer.

Der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Andreas Lenz (CSU), sprach sich gegen stärkere Erdverkabelung aus. Diese löse das aktuelle Problem nicht, sagte Lenz der „Rheinischen Post“. Umspannwerke und andere zentrale Netzknoten blieben auch bei Erdkabeln oberirdisch und damit angreifbar. Vor allem sei die Reparierbarkeit bei Erdkabeln noch schwieriger und meistens langwieriger. Allerdings müsse natürlich die Frage der Angreifbarkeit durch Drohnen diesbezüglich Berücksichtigung finden, so Lenz weiter. Es gehe auch darum, dass entstandene Schäden möglichst schnell wieder behoben werden könnten. Dafür brauche man beispielsweise mobile Trupps, die für Reparaturen bereitstünden.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Kellner, forderte einen effizienteren Einsatz von Kräften der Bundespolizei. Auch die Bundespolizei müsse ihre Ressourcen anders einsetzen können. Symbolische Grenzkontrollen zu Polen und Frankreich binden Kräfte, die besser für den Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt würden, sagte Kellner der „Rheinischen Post“.

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