Bekannte Ökonomen empfehlen Gasspar-Bonus für EU-Staaten

Gas-Hinweisschild, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Europäische Union sollte nach Empfehlung von vier bekannten Wirtschaftswissenschaftlern und Experten für Energiepolitik den Mitgliedsstaaten eine Prämie für einen geringeren Gasverbrauch zahlen, um ihnen einen Anreiz zum Gassparen zu bieten. In einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) bemängeln Ottmar Edenhofer, Matthias Kalkuhl, Axel Ockenfels und Georg Zachmann, dass in Europa bisher zu wenig Gas gespart wird.

Auch um das Energieangebot zu erhöhen, werde nicht genug getan: „Deutschland ziert sich mit seinen Kern- und Kohlekraftwerken. Frankreich sperrt sich gegen eine Gasleitung, die Engpässe nach Spanien beheben könnte. Die Niederlande reduzieren ihre Gasförderung.“ Gleichzeitig werde der Energieverbrauch durch Subventionen wie die in Deutschland geplante Gaspreisbremse noch angeheizt.

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Die Wissenschaftler bemängeln, dass momentan jedes Land Anreize habe, den Gasverbrauch auf Kosten seiner Nachbarn zu subventionieren. Die Lösung sei mehr Kooperation auf europäischer Ebene: „Eine Vereinbarung zwischen den Mitgliedstaaten sollte zunächst vorsehen, dass die Länder die direkte und indirekte Subventionierung ihres Gasverbrauchs beenden und gegenseitig alle Möglichkeiten ausschöpfen, das Angebot von Gas und seinen Substituten zu erhöhen. Regulatorische Barrieren müssen abgebaut und grenzüberschreitende Energieflüsse dürfen nicht behindert werden“, schreiben die Forscher in der FAS. Eine aus einem europäischen Fonds finanzierte Prämie für Länder, denen es gelingt, ihren Gasverbrauch zu senken, könnte dann Anreize zum Sparen bieten: „Die Erstimportländer hätten damit eine Versicherung, dass es nicht zu subventionsinduzierten Preissteigerungen kommt. Für die Hochpreisländer sinkt das Risiko der Rationierung, weil keine Preisobergrenze eingeführt wird.“

Finanzieren könnten diesen Fonds die Mitgliedsstaaten entweder entsprechend ihrer Wirtschaftskraft oder ihrer historischen Gasimporte aus Russland. Für Deutschland hieße das, dass es entweder ein Drittel oder 40 Prozent beitragen müsste.

Foto: Gas-Hinweisschild, über dts Nachrichtenagentur

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