Tatort: „König in Gelb“

Kathrin Ackermann, Andreas Lust, Maria Furtwängler (von inks).
Foto: Frizzi Kurkhaus / NDR
In das „Demenzdorf“ Kleinhude verschlägt es diesmal die LKA-Ermittlerin Charlotte Lindholm aus Hannover. Ein Todesfall in der Provinz überfordert – wie so oft in den Niedersachsen-Tatorten – wieder mal die örtliche Polizei, so dass die Hauptkommissarin zu Hilfe gerufen wird. Am 13. September endet die lange Sommerpause der Reihe Tatort; um 20.15 Uhr sendet das Erste den ersten neuen Fall der Saison 2026/2027.
„Ich sag‘, wie es ist“; das ist der Standardsatz, den Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) von ihrem Kollegen Matthias Vogel (Andreas Lust) hört. Ob das, was der Ermittler sagt, aber tatsächlich den Tatsachen entspricht, bleibt über weite Strecken der Handlung die große Frage. Bei Kommissar Vogel selbst ist der Beginn einer Demenz diagnostiziert worden; er ist deshalb beurlaubt.
Seine Einschränkungen sind ihm bewusst und er hat damit umzugehen, dass er „sich selbst nicht mehr trauen“ kann. Ausgerechnet er, Spezialist für „Cold Cases“ versucht nun Kommissarin Lindholm davon zu überzeugen, dass der Tod einer gut situierten Bewohnerin kein Unfall ist. Ganz im Gegenteil: Er vermutet, dass der Dorfmitbewohner Gustav König (Thomas Thieme) ein lang gesuchter Serienmörder ist, der seine Opfer stets mit einem gelben Kleidungsstück ausstaffiert.
Kein Krimi von der Stange, den Alexander Adolph schrieb und inszenierte. Beraten von einer Alzheimer-Demenz-Expertin konzentriert sich sein Film im Wesentlichen auf die Darsteller Andreas Lust und Thomas Thieme; und deren Spiel ist außergewöhnlich stark.

Thomas Thieme als Gustav König im Tatort „König in Gelb“.
Foto: Frizzi Kurkhaus / NDR
Während der eine von dem Erschrecken über sich selbst bestimmt ist – der suspendierte Ermittler versteht ja, dass seine eigene Demenz immer stärker das Leben, den Verstand einschränkt, er den obsessiv verfolgten Fall des vermeintlichen Serienmörders eventuell nicht aufklären wird, bleibt bei dem anderen die Frage offen, ob der tatsächlich dement ist oder das nur vorspielt. Ganze drei Sätze hat Thomas Thieme im Film. In seiner Rolle als ehemaliger Musikpädagoge ist allerdings während Teilen der Handlung eine von ihm geschriebene Oper zu hören, deren Text manche Aufschlüsse bieten kann.
Es liegt auf der Hand, dass in diesem Setting die eigentliche Krimihandlung in den Hintergrund geraten muss und auch Maria Furtwängler in ihrem üblichen Spiel als leicht distanzierte Kommissarin und Fachfrau aus der Landeshauptstadt an Grenzen kommt. Ihr obliegt es, auf die Konfrontation mit der Demenz zu reagieren; mit Alpträumen, großen Augen und der Projektion von eigenen Erkrankungsängsten auf ihre Mutter.
Und sonst noch …
„König in Gelb“ wurde vom 24. Februar bis zum 28. März 2026 in Seevetal und Hamburg in Szene gesetzt.
Für Alexander Adolph ist „König in Gelb“ bereits das elfte Drehbuch, das er für die Reihe Tatort erdachte, zuletzt hatte er die Falke-Doppelfolge „Ein guter Tage“ und „Schwarzer Schnee“ geschrieben.
Bereits im Sommer 2025 wurde der Lindholm-Tatort „Schützenfest“ (Buch: Daniel Nocke) von Stefan Krohmer produziert; Sendetermin soll – nach derzeitiger Planung – der 1. Januar 2027 werden. Für registrierte Nutzer der ARD-Mediathek werden Erstausstrahlungen vom Tatort – beginnend mit „König in Gelb“ – bereits am Freitag vor der Aussendung online verfügbar sein.
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