Filmfest Oldenburg eröffnete 33. Ausgabe

Festivalleiter Torsten Neumann eröffnete das 33. Internationale Filmfest Oldenburg mit der Weltpremiere von „Strange Neighbors“ von Mi Steinbach. Zum Filmteam der Regisseurin gehören Komponist Robert Nacken (2. von rechts) und Editor Bernhard Reddig.
Foto: Volker Schulze
Mit einer Gala im Oldenburgischen Staatstheater ist das 33. Internationale Filmfest Oldenburg an diesem Mittwochabend eröffnet worden. Mehr und weniger bekannte Stars und Sternchen gingen im Blitzlichtgewitter über den Roten Teppich. Zum Auftakt lief „Strange Neighbors“ in Anwesenheit der Regisseurin Mi Steinbach und ihres Teams.
Festivalleiter Torsten Neumann eröffnete das Festival gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und nordmedia-Geschäftsführerin Meike Götz. Wie üblich, begann auch die diesjährige Eröffnung mit reichlich Verspätung. Diese versuchte Neumann, ebenfalls wie gewohnt, mit seinem Charme und Understatement wegzulächeln. Als Eröffnungsfilm zeigte das Festival „Strange Neighbors“ von Regisseurin und Kamerafrau Mi Steinbach. Zu ihrem Team vor Ort gehörten auch Komponist Robert Nacken und Editor Bernhard Reddig. Mit langem Applaus bedachte nach Filmende das vollbesetzte Große Haus diese unkonventionelle Weltpremiere. Erstmals in der Geschichte des Festivals gab es einen Dokumentarfilm zur Eröffnung. Dieser verlangte dem Publikum in 80 Minuten neue Sehgewohnheiten ab.
Ehrengäste auf dem roten Teppich
Zu den Ehrengästen auf dem roten Teppich zählten unter anderem Regisseur und Drehbuchautor Neil LaBute sowie Stuntfrau und Schauspielerin Zoë Bell. Das Festival widmet LaBute eine Retrospektive und zeigt einige seiner Filme. Das Festival bringt seinen Film „Murderous“ am Freitagabend als Weltpremiere. Hauptdarstellerin des Films, Schauspielerin Gia Crovatin, ist ebenfalls in Oldenburg zu Gast.

Auf dem roten Teppich vor dem Oldenburgischen Staatstheater gaben sich Schauspieler Oliver Korittke (Mitte) und Stuntikone Zoë Bell (vorne rechts) die Ehre.
Foto: Volker Schulze
Stuntikone Zoë Bell erhält vorab am Freitagabend im Kino „Globe“ auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne den Tribute-Preis. Auch einige ihrer Filme sind während des Festivals zu sehen. Alle drei VIP-Gäste genossen sichtlich das Schaulaufen vor den zahlreichen Kameras und posierten professionell auf Ansage. Zoë Bell war die gefragteste Person auch bei den Fotografen und Autogrammjägern.

US-Schauspielerin Amanda Plummer ist im Umgang mit ihren Fans immer bestens gelaunt. Filmfest-Stammgast Udo freut es.
Foto: Volker Schulze
Amanda Plummer, bekannt unter anderem aus „Pulp Fiction“, war wieder einmal mit bester Laune in Oldenburg zur Eröffnung dabei. Hinzu kamen der deutsche Schauspieler Oliver Korittke, Leni Rabbel und Regisseur Josef Brandl. Sie präsentieren am Donnerstag die Komödie „Superbuhei“ als Europapremiere. Mehrfacher Oscar-Gewinner Ken Meyer war ebenso bei der Gala dabei wie Regisseur Thomas Stiller (u. a. „Tatort“). Hausherr, Generalintendant Georg Heckel, ließ es sich natürlich ebenfalls nicht nehmen, seine erste Eröffnungsgala des Filmfests in seinem Theater zu verfolgen.
„Strange Neighbors“ zum Auftakt
Der Eröffnungsfilm bricht mit den Sehgewohnheiten des Kinopublikums. Ohne Dialog, nur mit Musik unterlegt, zeigt Mi Steinbach die Fauna und Flora der Elbinsel Schwarztonnensand. Diese winzige Insel entstand in den 1960er-Jahren im Rahmen der damaligen Elbvertiefung und ist somit keine natürliche Insel. Um den Sand nicht wieder zu verlieren, wurde die Insel begrünt. Mit den Jahren erwuchs auf dem Eiland eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Über Jahre besuchte die Regisseurin diese Insel und drehte alleine mit ihrem Equipment diesen besonderen Film.
Lange Sequenzen mit Natur- und Tieraufnahmen fordern das Auge. Dramatik entsteht, wenn Szenen aus dem Hamburger Containerhafen bei Nacht oder auf einem Fischkutter im krassen Gegensatz zur stillen Natur gezeigt werden. Aufnahmen der riesigen Container- und Kreuzfahrtschiffe stehen im Widerspruch (oder im Einklang?) mit der unberührten Natur. Kleines Makel ist wohl, dass sich Bilder ähneln und die mögliche Vielseitigkeit der Insel nicht zum Tragen kommt.
Das Publikum würdigte diesen ersten Langfilm der Regisseurin verdient mit herzlichem Applaus und reichlich Lob bei der anschließenden Fragerunde auf der Bühne des Großen Hauses. Die einzigartige Atmosphäre im Großen Haus, auch hervorgebracht durch die einzigartige Projektion des Films und der herausragende Sound in dem Saal, machte diese Festivalpremiere zu einem einmaligen Erlebnis.
Eröffnung im Großen Haus
In seiner gewohnt launigen und nicht immer stringenten Eröffnungsrede schwor Torsten Neumann abermals das Publikum darauf ein, dem unabhängigen Kino eine Chance zu geben und sich auf Abenteuer einzulassen. Man wolle in der derzeitigen Zeit keine Gleichschaltung, bewusst anecken, mit Sehgewohnheiten brechen und jungen Talenten eine Chance geben und passionierte Filmemacher nach Oldenburg holen.
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann betonte in seiner letzten Eröffnungsrede als OB, dass das Filmfestival auf jeden Fall weitergehen müsse. Er hob die besondere Stimmung hervor und bezeichnete es als besonderen „Kick“ für ihn, dass seine letzte Eröffnung im Staatstheater stattfinde.
Nach dem Eröffnungsfilm ging es für die geladenen Gäste und das Publikum bis tief in die Nacht zur Party in „Karin’s Krone“ zu Bier und Currywurst. Mit gutem Grund lautet das Festival-Motto „Five days to blow your mind“.
Das komplette Programm gibt es unter www.filmfest-oldenburg.de.
NachrichtenIW Köln gegen Übergangsphase für Abschaffung der Rente mit 63
NachrichtenBericht: Bundesregierung will Tankrabatt und Preisdeckel
NachrichtenRabe sieht Deutschland in großer politischer Krise
NachrichtenShakira an Spitze der Single-Charts – „Wir sind Helden“ auf Platz 3
NachrichtenSchwesig weist Kritik an Wahlkampfstil zurück
NiedersachsenUnfall beim Driften im Parkhaus am Berliner Ring in Wolfsburg
