Wirtschaft

Handwerk: Gemeinsam für Fachkräfte werben

Handwerkskammer Vollversammlung: Heiko Henke, Jürgen Krogmann und Manfred Kurmann sehen das Handwerk im Oldenburger Land auf einem guten Weg.

Heiko Henke, Jürgen Krogmann und Manfred Kurmann (von links) sehen das Handwerk im Oldenburger Land auf einem guten Weg.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Das Handwerk im Oldenburger Land blickt zufrieden auf das zu Ende gehende Jahr zurück. 88 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Gleichwohl machen sich die Handwerker Gedanken um den Schutz des Meisterbriefes, den Steuerbonus und die Gewinnung von Fachkräften.

„Der Meistertitel ist ein schützenswertes Gut, weil er hohen Verbraucherschutz garantiert“, erklärte Handwerkskammerpräsident Manfred Kurmann gestern auf der Vollversammlung in Oldenburg. Er hofft, dass die derzeitige Überprüfung regulierter Berufe durch die EU-Kommission nichts an der bisherigen Handwerkspraxis ändert und kein Angriff auf den Meistertitel stattfindet.

Der Steuerbonus habe sich als Instrument zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erwiesen. Deshalb sei er unverzichtbar. „Er ist einfach zu nutzen, sozialverträglich für Kleinverdiener und Miethaushalte und wurde bislang erfolgreich umgesetzt“, meinte Kurmann weiter, der auf ein Umdenken in Berlin hofft, wo derzeit über seine Abschaffung nachgedacht wird.

Damit das Handwerk auch künftig erfolgreich ist, forderte Kurmann die Handwerksbetriebe auf, sich modern aufzustellen und Karrierechancen im Handwerk für junge Leute sichtbar zu machen. Die Kammer würde mit der Modernisierung des Berufsbildungszentrums in Oldenburg für 13 Millionen Euro mit gutem Beispiel vorangehen.

Unterstützung erhielt er von Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der den Gastvortrag hielt. Der sicherte dem Handwerk zu, dass die Stadt Oldenburg auch künftig viel Geld in Bildungseinrichtungen stecken werde, um junge Leute gut zu qualifizieren und auf das Handwerk vorzubereiten. „Denn ohne Handwerk geht nur wenig“, machte Krogmann deutlich.

Er lobte das Handwerk vor allem für seine praktizierte Integration. „Während andernorts noch Ängste vor zu vielen Ausländern artikuliert werden, hat das Handwerk Menschen mit Migrationshintergrund längst erfolgreich integriert und leistet damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag“, meinte der Oberbürgermeister. Das Handwerk würde zudem auch bildungsschwachen Jugendlichen eine Chance geben und sie qualifizieren.

Um weitere Fachkräfte für das Oldenburger Land zu generieren, kündigte Krogmann eine gemeinsame Initiative aller Landkreise und kreisfreien Städte im Oldenburger Land an, an der sich auch die HWK maßgeblich beteiligt. „Ich bin überzeugt davon, dass wir unsere Qualitäten gemeinsam besser vermarkten können“, erklärte er und kündigte für Januar konkrete Informationen an. HWK-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke begrüßte die Aktivitäten und wirkt im Kernteam mit. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Fachkräfte in Stuttgart mit unserer Region etwas Positives verbinden und möglichst zu uns kommen“, sagte er.

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1 Kommentar

  1. Michael Reins
    18. Dezember 2014 um 13.46

    Den Meisterbrief hat man zu einem relativ wertlosem Papier verkommen lassen; es ist doch einfach eine Unmöglichkeit das ein Geselle ohne wirkliche Berufserfahrung den Meisterbrief bekommt.
    Damit hat man dem Meisterbrief genommen, was er eigentlich zeigen sollte: Echtes Können.