Oldenburg

Klappern gehört zu ihrem Handwerk

Das Storchennest in Bornhorst ist das einzige, das im Stadtgebiet Oldenburg von den Zugvögeln angenommen wurde.

Das Storchennest in Bornhorst ist das einzige, das im Stadtgebiet Oldenburg von den Zugvögeln angenommen wurde.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – Seit Jahrzehnten brüten Weißstörche in einem Nest auf dem Giebel einer Scheune in der Klein-Bornhorster-Straße 19. Lediglich von 2006 bis 2010 war das Storchennest nicht belegt. Trotzdem ist die Freude immer groß, wenn ein Paar eingezogen ist. Zahlreiche Ausflügler kommen dann gerne vorbei, um einen Blick auf die imposanten Vögel zu werfen. Heute wurde ein Infokasten der Unteren Naturschutzbehörde vorgestellt, der Wissenswertes in Bild und Text enthält.

Das Storchennest in Bornhorst ist das einzige, das im Stadtgebiet Oldenburg von den Zugvögeln angenommen wurde. Hier finden sie ihren idealen Lebensraum mit den Bornhorster Wiesen als gut gedeckten Tisch. Regenwürmer und Mäuse stehen unter anderem auf ihrem Menüplan. Im vergangenen Jahr hat hier ein Storchenpaar drei Jungtiere aufgezogen. Das ist beachtlich, denn im Schnitt ziehen die Storcheneltern zwei Jungtiere auf. Wie es ihnen ergangen ist, wie Störche leben und welche Bruterfolge bisher in Bornhorst verzeichnet werden konnten, erfahren die Storchenfreunde anhand von Informationen, die in dem neuen Schaukasten unterhalb des Nestes zu finden sind. Udo Hilfers von der Storchenpflegestation Wesermarsch betreut und aktualisiert die Tafel. Bei der Nestarbeit helfen ihm die Nachbarn rund um den Hof Wöbken in Bornhorst.

Hilfers ist ein Storchenfachmann und kennt die Nester in der Region. Er weiß auch, dass das gerade frisch eingezogene Paar zumindest teilweise kein unbekanntes ist: Der Herr im Horst ist der Vater der drei Jungen aus dem vergangenen Jahr, während die Dame eine fremde ist. Allerdings hat sie einen Ring und erst wenn er genauer angesehen wurde, weiß der Experte, woher sie stammt.

Die Störchinnen fliegen immer etwas später ein als die Herren. So könnte es sein, dass auch die Verflossene noch eintrifft und dann drohe vielleicht Ärger, erklärt Hilfers. Welche Dame es nun schlussendlich sein wird, die in Oldenburg gemeinsam mit dem Partner ihre Jungen aufzieht, muss abgewartet werden. Zirka 14 Tage wird es noch dauern, bis das erste Ei gelegt wird. Anschließend brüten die Störche einen Monat lang. Die Küken werden voraussichtlich im Mai schlüpfen. Nach sechs bis sieben Wochen kommt Udo Hilfers, um die Jungen zu beringen. Nach fünfzig bis hundert Tagen sind die Jungstörche flügge.

tellten gemeinsam den Informationsschaukasten über Störche vor: Tjorven Tenambergen, Gabriele Nießen, Stadtbaurätin, Stadt Oldenburg, Robert Sprenger, Fachdienstleiter Naturschutz und technischer Umweltschutz, Stadt Oldenburg, Antje Weisgerber-Johannes, Sachbearbeiterin Fachdienst Naturschutz und technischer Umweltschutz, Stadt Oldenburg und Udo Hilfers, Storchenpflegestation Wesermarsch.

Stellten gemeinsam den Informationsschaukasten vor (von links): Tjorven Tenambergen, Gabriele Nießen, Stadtbaurätin, Stadt Oldenburg, Robert Sprenger, Fachdienstleiter Naturschutz und technischer Umweltschutz, Stadt Oldenburg, Antje Weisgerber-Johannes, Sachbearbeiterin Fachdienst Naturschutz und technischer Umweltschutz, Stadt Oldenburg und Udo Hilfers, Storchenpflegestation Wesermarsch.
Foto: Anja Michaeli

Udo Hilfers weiß Interessantes über die Störche zu erzählen. Seit vielen Jahren betreut er im Auftrag der Staatlichen Vogelschutzwarte ehrenamtlich den Weißstorchbestand von der Nordsee bis zum Dümmer. Dazu gehört auch die fachgerechte Nestreinigung, die Dokumentation des Brutverlaufs und von Besonderheiten. Außerdem ist er stolz darauf, dass bereits hunderte von kranken oder verletzten Störchen auf eigenen Schwingen die Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne verlassen konnten. Wer diese Arbeit unterstützen möchte, kann Fördermitglied des Vereins werden oder Spenden. Mehr Informationen unter www.storchenstation.de.

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