Oldenburg

1. Mai: Gegen Ausbeutung, Konkurrenz und Kapitalismus

Bei der Autonomen-Demo am 1. Mai 2014 in Oldenburg wurde gegen Ausbeutung, Konkurrenz und Kapitalismus demonstriert.

Demonstriert wurde gegen Ausbeutung, Konkurrenz und Kapitalismus.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (am) Nach der DGB-Maikundgebung gingen am gestrigen 1. Mai die Autonomen auf die Straße. Die Demo mit anschließendem Straßenfest beim Alhambra-Zentrum war wie üblich nicht angemeldet, die Polizei begleitete den friedlichen Gang rund um die Stadt mit zahlreichen Kräften.

Anzeige

LzO Beratung

Rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrierten gegen den Lohnarbeitszwang und für ein Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung und für die Abschaffung des Kapitalismus. In der ersten Ansprache, die in der Kaiserstraße gehalten wurde, ging es um den Irrsinn der Lohnarbeit, die Situation von Oldenburger Postverteilern bis hin zu den schlechten Bedingungen für Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter in Bangladesch. Beklagt wurden die massiven sozialen Einschnitte im Süden Europas.

Einen ersten Halt machte der Demonstrationszug an der Lappan-Kreuzung. In einem feministischen Beitrag ging es unter anderem um die Rollenverteilung in den Haushalten, der 24-Stunde-Pflege sowie Lohn und Rente für Reproduktionsarbeit. „Sich kümmern muss in der Gesellschaft anerkannt werden“. Beim Gang durch die Peterstraße wurden unter Applaus die NPD-Wahlplakate von den Laternen geholt. Zwischendurch waren O-Töne von Menschen unter anderem zu den Themen Rassismus und Leiharbeit zu hören. Um die Flüchtlingspolitik ging es dann auf dem Julius-Mosen-Platz. Gäste vom Selbstverwalteten Zentrum „SubstAnZ“ aus Osnabrück berichteten über das Flüchtlingslager Bramsche-Hesepe. Ein Bewohner resümierte: „Unser Leben ist nicht gut. Wir müssen frei sein“. Das Autonome Zentrum „Alhambra“ wies darauf hin, dass man den Protestmarsch von Migrantinnen und Migranten aus Europa von Straßburg nach Brüssel (19. Mai bis 21. Juni) unterstützen wolle. Am kommenden Donnerstag, 8. Mai, 18 Uhr findet ein Organisationstreffen statt.

Abschlusskundgebung

1. Mai Demonstration 2014 in Oldenburg

Vor der Rede waren auf dem Rathausmarkt Aussagen von migrantischen Arbeitskräften der Landwirtschaft in Südoldenburg zu hören. Dabei ging es um Lohndumping, unmenschliche Bedingungen, sexuelle Übergriffe und unwürdige Behausungen. In der Ansprache wurde dann die Frage gestellt, warum „die reichsten 85 Menschen denselben Reichtum besitzen wie die ärmere Hälfte der Erdbevölkerung zusammen“. „Während in vielen Teilen der Welt zwar keine Revolutionen, aber immerhin ausgewachsene soziale Revolten an der Tagesordnung sind, ist in Deutschland noch nicht einmal ein rebellisches Lüftchen wahrzunehmen“, hieß es weiter. Gefordert wurde eine Gesellschaft, in der Herkunft, Geschlecht und sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielen, in der es kein Oben und Unten mehr gibt, in der alle ein Dach über dem Kopf, genug zu essen und Zugang zu Bildung haben. Mit so wenig Arbeit wie nötig und so viel Luxus wie möglich.

Vorheriger Artikel

Freifeld Festival: Streit mit ffn beigelegt

Nächster Artikel

Internetkriminalität auf dem Vormarsch

1 Kommentar

  1. teilnahmer_in
    3. Mai 2014 um 14.38

    Danke für den super Bericht! Schön, dass es Berichterstattung neben dem NZW-Blabla gibt.