TKMS will U-Boot-Teile in Spanien bauen

Der Chef des Marineschiffbauers TKMS, Oliver Burkhard, spricht sich für eine stärkere Konsolidierung der europäischen Werftenindustrie aus.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Der Chef des Marineschiffbauers TKMS, Oliver Burkhard, spricht sich für eine stärkere Konsolidierung der europäischen Werftenindustrie aus.

„Wir müssen unsere Kräfte bündeln und schneller werden – auch mit Blick auf neue Technologien“, sagte Burkhard dem „Handelsblatt“. Er wünsche sich, dass europäische Werftenkonzerne nicht nur bei einzelnen Aufträgen zusammenarbeiten, sondern dass das stärker institutionalisiert werde. „Wir sollten über einen Airbus zur See nachdenken – also eine Art ‚Seabus‘“, so Burkhard.

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Mit dem spanischen Unternehmen Navantia ist die börsennotierte Thyssenkrupp-Tochter TKMS bereits eine strategische Partnerschaft für den U-Boot-Bau eingegangen. Man sei in Gesprächen, für künftige Aufträge Teile von U-Booten in Spanien bauen zu lassen, wenn der Kunde das erlaube, sagte Burkhard, der seit Mai 2022 Chef von TKMS ist. „Vielleicht machen wir mit Navantia den Anfang, und irgendwann schließen sich weitere Partner unserem Bündnis an.“

Burkhard rechnet fest damit, nach dem U-Boot-Auftrag aus Kanada auch mit Indien ins Geschäft zu kommen. Indien leide zwar stark unter den wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs, aber soweit er informiert sei, habe das indische Finanzministerium das Budget für neue U-Boote bereits gebilligt. „Ich gehe daher davon aus, dass wir zum Ende dieses Jahres Unterschriften für die sechs U-Boote sehen, gegebenenfalls mit der Option für drei weitere“, so Burkhard.

Mit dem Aktienkurs seines Unternehmens zeigt sich der Manager zufrieden, auch wenn er weit unter dem Höchstkurs vom Februar dieses Jahres liegt: „Wir können sehr zufrieden sein mit einem Aktienkurs von 80 Euro“, sagte der TKMS-Chef. Die Kursbewegung zeige aber auch, „dass einige Aktionäre offenbar derzeit noch nicht so sehr an der langfristigen Entwicklung der TKMS teilhaben wollen, sondern eher noch mehr an der eigenen Rendite interessiert sind“.

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