EZB senkt Leitzins auf 4,25 Prozent

EZB (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins auf 4,25 Prozent abgesenkt. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt am Main mit.

Damit wurde die im Oktober begonnene Zinspause vorerst unterbrochen, nachdem es zuvor seit Juli letzten Jahres zehn Erhöhungen in Folge gegeben hatte. Der ebenfalls wichtige Einlagezinssatz liegt jetzt bei 3,75 Prozent – ihn bekommen Banken für ihr bei der Zentralbank geparktes Geld, auch Tagesgeldzinsen für Verbraucher bewegen sich mittelfristig meist in diesem Bereich.

Anzeige

Auf Grundlage einer aktualisierten Beurteilung der Inflationsaussichten, der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission sei es nun angemessen, den Grad der geldpolitischen Straffung zu reduzieren, schrieb die EZB bezüglich ihrer Entscheidung. „Seit der Sitzung des EZB-Rats im September 2023 ist die Inflation um mehr als 2,5 Prozentpunkte zurückgegangen, und die Inflationsaussichten haben sich seitdem deutlich verbessert.“ Zudem seien die Inflationserwartungen für alle Zeithorizonte zurückgegangen.

Zugleich sei der binnenwirtschaftliche Preisdruck angesichts des kräftigen Lohnwachstums nach wie vor hoch, auch wenn er in den letzten Quartalen etwas nachgelassen habe. „Die Inflation dürfte bis weit ins nächste Jahr über dem Zielwert bleiben“, erwartet der EZB-Rat. „Die jüngsten von Fachleuten des Eurosystems erstellten Projektionen für die Gesamt- und die Kerninflation wurden für die Jahre 2024 und 2025 gegenüber den März-Projektionen nach oben korrigiert. Die Fachleute erwarten nun eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,5 Prozent für 2024, 2,2 Prozent für 2025 und 1,9 Prozent für 2026. Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel gehen die Fachleute von durchschnittlich 2,8 Prozent für 2024, 2,2 Prozent für 2025 und 2,0 Prozent für 2026 aus. Sie erwarten einen Anstieg des Wirtschaftswachstums auf 0,9 Prozent für 2024, 1,4 Prozent für 2025 und 1,6 Prozent für 2026.“

Trotz der Senkung des Leitzinses sei man „entschlossen, für eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Ziel von zwei Prozent zu sorgen“. Man werde die Leitzinsen „so lange wie erforderlich ausreichend restriktiv“ halten, um dieses Ziel zu erreichen. Die Festlegung der angemessenen Höhe und Dauer des restriktiven Niveaus durch den EZB-Rat werde auch in Zukunft von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung erfolgen. „Der EZB-Rat legt sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest“, so die Notenbanker.

dts Nachrichtenagentur

Foto: EZB (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenHalbvolle Gasspeicher: Linke will 150 Euro EnergiekrisengeldNachrichtenSchneider ruft Länder zu Investitionen in Wasserinfrastruktur aufNachrichtenWolf warnt BSW vor Unterstützung der AfD in Sachsen-Anhalt
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
BremenFeuer in Bremer Entsorgungsbetrieb beschäftigt Feuerwehr stundenlangNachrichtenRhein will Ausschussposten im Bundestag für AfDNachrichtenHessens Ministerpräsident fordert Tankrabatt bis 2027NachrichtenRhein will stärkere konservative Ausrichtung der CDUNachrichtenKinderrechtsorganisationen warnen vor KI-Risiken für KinderNachrichtenBahn bietet Familienticket dauerhaft an

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026UOdMVerkehrFilmfest
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok