Kultur

Förderverein gibt Stadtmuseum zusätzlichen Schwung

Das triste Dasein des Stadtmuseums Oldenburg soll bald der Vergangenheit angehören.

Das triste Dasein des Stadtmuseums Oldenburg soll bald der Vergangenheit angehören. Ein Förderverein verspricht neue Dynamik.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Über 100 Jahre existiert das Stadtmuseum Oldenburg und jetzt hat es einen Förderverein erhalten. „Der will das Museum bei seiner inhaltlichen und baulichen Neuausrichtung unterstützen“, sagt Inge von Danckelmann, die zur 1. Vorsitzenden des Vereins „Freunde und Förderer des Stadtmuseums Oldenburg“ gewählt wurde.

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17 Personen waren bei der Vereinsgründung anwesend, darunter auch Oldenburgs Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jürgen Krogmann, der die Vereinsgründung als eine Form des bürgerschaftlichen Engagements begrüßt. Auch Dr. Nicole Deufel, Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser, und Dr. Andreas von Seggern, Leiter des Stadtmuseums, freuen sich über die Unterstützung für ihr Museum.

Der Verein, der allen Interessierten offen steht, unterstützt fortan den Prozess der Neuausrichtung des Stadtmuseums, fördert das Haus, insbesondere durch eine engagierte Öffentlichkeitsarbeit, versteht sich als Plattform für das bürgerschaftliche Engagement zugunsten des Museums, betreibt engagierte Lobby-Arbeit für das Museum und sammelt Spenden für die Arbeit und Neuausrichtung des Hauses.

„Das Stadtmuseum direkt neben dem Horst-Janssen-Museum führt ein Schattendasein“, findet Inge von Danckelmann. Tatsächlich ist es optisch kaum wahrnehmbar und inhaltlich ist es nach dem Ersten Weltkrieg stehengeblieben. Das muss sich ändern, sind sich alle Akteure einig. „Außerdem genügt es als Stätte zum Angucken nicht mehr“, sagt die Fördervereinsvorsitzende weiter.

Genau das wurde auch jüngst in einer Bürgerwerkstatt bestätigt, die einen gesellschaftspolitischen Diskurs gefordert hat. Das Stadtmuseum soll nach den Vorstellungen der Bürger ein Ort der Begegnung, ein Treffpunkt sein, an dem man sich offen über aktuelle Fragen austauscht und in die Zukunft blickt, um sich kritisch mit Entwicklungen der Gegenwart auseinander zu setzen. „Es soll ihr Museum werden“, fasste Inge von Danckelmann die Erwartungen der Oldenburger zusammen.

Gabriele Mesch, Hans-Richard Schwartz, Inge von Danckelman, Michael Kroos und Jürgen Müllender gehören dem Vereinsvorstand des Fördervereins für das Stadtmuseum an.

Gabriele Mesch, Hans-Richard Schwartz, Inge von Danckelman, Michael Kroos und Jürgen Müllender (von links) gehören dem Vereinsvorstand an.
Foto: Stadt Oldenburg

Die Stadtgeschichte sei durchaus spannend und genauso müsse sie auch erzählt werden, um viele Menschen ins Museum zu locken. Doch im Stadtmuseum gingen die Besucherzahlen kontinuierlich zurück. Ziel ist es deshalb, „eine Neugestaltung so auszurichten, dass sich möglichst viele Bürger mit dem Museum identifizieren und für das Museum interessieren“, sagt Jürgen Krogmann, der den Prozess der Bürgerwerkstatt angeschoben hatte.

So wurden 2500 Oldenburger angeschrieben. Sozusagen ein Querschnitt durch die Bevölkerung. 50 von ihnen nahmen an dem Forum im Stadtmuseum gemeinsam mit Experten teil. Am Ende waren sich alle einig: Das Stadtmuseum soll viel stärker in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden und zwar sowohl optisch als auch inhaltlich. Dafür wurden Planungsgelder in den Haushalt gestellt. Erste Ergebnisse werden noch in diesem Jahr erwartet.

„Ich hoffe auf viele Vereinsmitglieder, die mit ihrem Interesse und ihrem Engagement das Stadtmuseum unterstützen und fördern“, sagt Inge von Danckelman, die sich einen lebendigen Verein wünscht, von dem wertvolle Impulse für das Stadtmuseum Oldenburg ausgehen. Sobald alle für eine Vereinsgründung notwendigen Formalien erledigt sind, findet voraussichtlich im April eine Informationsveranstaltung für alle an einer Mitgliedschaft Interessierten statt, kündigt sie an.

Wer sich schon jetzt für den Förderverein interessiert, kann eine Mail an freunde-stadtmuseum-ol@online.de senden. Er erhält dann weitere Informationen und Termine.

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