Kultur

Staatstheater: Stuhlpaten für Kleines Haus gesucht

Christian Firmbach, Generalintendant des Oldenburgisches Staatstheaters, nimmt Platz auf einem Prototyp der sanierten Theaterstühle für das Kleine Haus.

Christian Firmbach, Generalintendant des Oldenburgisches Staatstheaters, nimmt Platz auf einem Prototyp der sanierten Theaterstühle für das Kleine Haus.
Foto: Stephan Walzl

Oldenburg(vs) Was vor einigen Jahren mit der Stuhlpatenschaft im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheater auf großen Zuspruch traf, wird jetzt im Kleinen Haus fortgesetzt. Mit dem griechischen Schauspiel „Ödipus“ von Sophokles eröffnete 1998 das Oldenburgische Staatstheater das neugebaute Kleine Haus. Rund 4000 Vorstellungen haben seitdem dort stattgefunden, die von rund einer Million Theatergästen besucht wurden. Das war viel Arbeit für die 350 blauen Theatersessel im Parkett und auf dem Balkon. Grund genug die Stühle mit dem Samtstoff zu restaurieren, damit auch in Zukunft der Theaterabend zum bequemen Erlebnis wird.

Anzeige

In der kommenden Sommerpause sollen die Stühle von einer Spezialfirma nachhaltig neu aufbereitet, gepolstert und bezogen werden. Entschieden hat sich die Theaterleitung für einen hochwertigen blau-grauen Stoff und dunkle Armlehnen und Rückenteil. Aus Gründen der Nachhaltigkeit kam nach den Worten des Generalintendanten Christian Firmbach ein kompletter Austausch des Mobiliars nicht in Frage, da das Grundgerüst der Stühle nach wie vor in Takt sei.

„Dankeschön-Gala“ für Stuhlpaten

Um die Kosten für Material und Aufarbeitung zu decken, können die Theaterfreundinnen und -freunde eine Stuhlpatenschaft übernehmen. Für 500 Euro pro Stuhl können die Paten anschließend auf ihrem neuen Stuhl Platz nehmen. Dieser wird mit einer Plakette mit dem eigenen Namen oder einer Gravur nach Wunsch versehen. Zusätzlich gibt es eine Patenschaftsurkunde. Unternehmen können die Patenschaft auch für mehrere Stühle oder eine komplette Reihe übernehmen. Die Stuhlpatenschaft währt so lange wie ein Stuhlleben, mindestens aber zehn Jahre. Bereits 105 Stuhlpaten haben sich beim Staatstheater für einen der neuen Theatersessel entschieden.

Als zusätzlichen Dank für die Treue zum Theater veranstaltet das Staatstheater eine Art „Dankeschön-Gala“ für die Paten. Diese erhalten für eine Wiederholung der Gala zusätzlich eine kostenlose Eintrittskarte für Menschen, die in der aktuellen Situation an vorderster Stelle für andere Menschen arbeiten, wie Pflegepersonal, Beschäftigte in der Erziehung und des Einzelhandels.

Die Sanierungsarbeiten an den Theatersesseln in der Sommerpause nutzt das Staatstheater auch für weitere Sanierungsarbeiten im Kleinen Haus. So erwartet das Publikum zu Beginn der neuen Spielzeit im Herbst 2021 ein dunkler Fußboden, der ein neues Raumgefühl gibt und den Inszenierungen andere und bessere Lichtverhältnisse bietet. Der Spielvorhang wird ebenfalls erneuert. Die hierfür anfallenden Kosten trägt das Theater selbst.

Staatstheater startklar für Wiederöffnung

Nach den neuen Beschlüssen der Ministerpräsidenten der Länder und der Bundeskanzlerin zur aktuellen Situation, schaut Christian Firmbach in Bezug auf eine Wiederaufnahme des Theaterbetriebes mit großer Zuversicht in die kommenden Wochen. „Wir haben die ganze Zeit gearbeitet und geprobt und stehen in den Startlöchern“, so der Generalintendant. Auch das Personal werde laufend getestet, um Infektionen auszuschließen. Das Hygienekonzept für das Publikum habe sich bereits nach der ersten Schließung zum Spielzeitbeginn als herausragend erwiesen. „Wir sehen es auch als eine Verpflichtung des Theaters, den Menschen in dieser Situation etwas zurückgeben“, sagt Christian Firmbach. Geplant ist, sechs Premieren aller Sparten innerhalb einer Woche zu feiern. Auch der Vorplatz des Theaters soll zusätzlich zur Spielstätte für Veranstaltungen werden.

Wer sich für eine Stuhlpatenschaft interessiert, wendet sich an Angela Weller, Telefon 0441 2225-118 oder per E-Mail an stuehle@staatstheater-ol.niedersachsen.de.

Mehr Informationen gibt es unter www.staatstheater.de.

Vorheriger Artikel

Linke will in Maskenaffäre eigene Abgeordnete überprüfen

Nächster Artikel

Union will Klagerechte für Umweltverbände beschränken