Kultur

Horst-Janssen-Museum erhält eigene Kunstsammlung

Der Vertrag für den Kunstankauf für das Horst-Janssen-Museum wurde am Mittwoch von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Dr. Stefan Blessin im Beisein von Dr. Nicole Deufel und Dr. Jutta Moster-Hoos unterschrieben.

Der Vertrag für den Kunstankauf wurde von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Dr. Stefan Blessin im Beisein von Dr. Nicole Deufel und Dr. Jutta Moster-Hoos (jeweils von links) unterschrieben.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Erstmals erhält das Oldenburger Horst-Janssen-Museum eine eigene Kunstsammlung. Der Vertrag für den seit längerem vorbereiteten Kunstankauf der Blessin-Sammlung mit über 300 Werken wurde am Mittwoch von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und dem Hamburger Janssen-Biografen Stefan Blessin im Rathaus unterschrieben. Ende Februar soll die Übergabe der Sammlung offiziell gefeiert werden.

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Der Bestand des Horst-Janssen-Museums beruhte bisher überwiegend auf Dauerleihgaben. Mit der Privatsammlung von Stefan Blessin verfügt das Museum nun über eine eigene geschlossene Sammlung. Insgesamt handelt es sich um 315 Zeichnungen, Aquarelle und Skizzen, die für 1,5 Millionen Euro angekauft wurden. „Diese Erwerbung hat für das Horst-Janssen-Museum und die Stadt Oldenburg zukunftsweisende Bedeutung und ist nur dank der Zuwendung und Förderung von vielen Stiftungen möglich geworden“, sagt Oberbürgermeister Krogmann. „Sie macht uns stärker – auch in der Interaktion mit anderen Museen.“

Die erworbene Sammlung besteht aus Porträts, Selbstporträts, Stillleben, Landschaften, erotischen Zeichnungen, illustrierten Briefen und Vorzeichnungen des Künstlers. Sie stammen im Wesentlichen aus den späten 1960er Jahren bis zu Janssens Tod. Die neu erworbene Sammlung könne Ausgangspunkt für viele künftige Sonderausstellungen werden, so Dr. Jutta Moster-Hoos, Leiterin des Horst-Janssen-Museums. Das besondere an dieser Sammlung ist, dass Janssen maßgeblichen Einfluss darauf hatte. Er selbst habe in vielen Fällen dafür gesorgt, dass sie aufgenommen wurden, erzählt Stefan Blessin, der seit 1977 mit dem Künstler befreundet war. Janssen wäre sehr glücklich darüber, dass die Sammlung nun in Oldenburg sei, denn schließlich sei er hier aufgewachsen, so Blessin bei der Vertragsunterzeichnung.

Ende Februar soll die Sammlung offiziell dem Museum übergeben und dabei erste Werke als Vorgeschmack präsentiert werden. Von Mai bis August ist eine große Ausstellung geplant. „Wir möchten den Oldenburgerinnen und Oldenburgern in einer Art Kabinettausstellung mit ausgewählten Werken schon vorab die Gelegenheit geben, sich selbst ein Bild von dieser großartigen Kunstsammlung zu machen, die nun zu den kulturellen Schätzen Oldenburgs gehört“, so Dr. Nicole Deufel, Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser. Blessin hofft, dass für die Bilder ein schlichter weißer Rahmen gewählt wird, denn sie habe Janssen bevorzugt und so kämen seine Vorlieben zum Zuge.

Für die Finanzierung des Ankaufs konnten Sponsoren wie die Kulturstiftung der Länder (500.000 Euro), das Bundesministerium für Kultur und Medien (300.000 Euro), die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung (150.000 Euro), die Stiftung Niedersachsen (100.000 Euro), die Niedersächsische Sparkassenstiftung (50.000 Euro), das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (40.000 Euro), die EWE-Stiftung (20.000 Euro) und der Förderverein des Horst-Janssen-Museums (20.000 Euro) sowie weitere private Spender gewonnen werden. Die Stadt Oldenburg steuert mit 290.000 Euro rund ein Fünftel der Gesamtsumme bei.

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2 Kommentare

  1. Werner Lorenzen-Pranger
    10. November 2016 um 12.08

    Vielleicht sollte so mancher mal seinen Kunstbegriff überprüfen? Janssen war ganz sicher ein sehr guter Handwerker – seine Aussagen gehen allerdings meist ins Leere und in persönliche Befindlichkeiten, die nichts, aber auch gar nichts, über seine Zeit aussagen. Triebhafte Menschen gbs zu allen Zeiten – und die meisten drückten das besser aus als der hier. So bleibt er ein überschätzter Dekorateur seiner selbst.
    Kunst, werter Herr Krogmann, kommt nicht, wie z.B. die Nazis glaubten, von „Können“ – Karl Valentin hat sie damit verspottet – das sich ausdrücken können setzt man bei einem Künstler selbstverständlich voraus, sondern vom „Künden“, also von der Aussage seiner Werke. Die ist bei diesem versoffenen und um sich selbst kreisenden „Genie“ aber nun mal eher recht dürftig. Das Geld wäre für lebende Künstler, etwa am Staatstheater, beim „Hof 19“ oder „theater red“ – auch im Litfaß usw. – besser angelegt, so viel ist sicher.

    • Barbara Klebinger
      10. November 2016 um 15.59

      … diesmal haben Sie meine Gedanken, die mich nicht traue zu schreiben, bestens in Worte gekleidet. Selbst der Bau ist für mich eine Verschandelung unseres alten Stadtmuseums. Wieder einmal danke.