„Das Alltägliche finde ich bezaubernd“

Geeske Janßen bereitet ihre Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg vor, wo sie am kommenden Montag den Förderpreis der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen entgegennimmt.

Geeske Janßen bereitet ihre Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg vor, wo sie am kommenden Montag den Förderpreis der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen entgegennimmt.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) – Während ihres Urlaubs hat Geeske Janßen erfahren, dass sie den Förderpreis Fotografie 2015 der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg gewonnen hat. „Ich habe mich riesig gefreut“, erzählt die 28-Jährige, die in Seefeld im Landkreis Wesermarsch aufgewachsen ist und den Preis am kommenden Montag im Stadtmuseum Oldenburg entgegennimmt. Gegenwärtig bereitet sie ihre Ausstellung vor. Denn die Auszeichnung ist nicht nur mit 8000 Euro sondern zusätzlich mit einer Ausstellung im Stadtmuseum mit begleitender Publikation dotiert.

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Nach der Schulzeit in Tossens wollte Geeske Janßen Schauspielerin werden. Doch das klappte nicht. Sie geht schließlich an die Hochschule für Bildende Kunst nach Braunschweig, macht 2012 ihren Bachelor-Abschluss und immatrikuliert sich anschließend an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, um Medienkunst zu studieren. „Ein furchtbarer Begriff“, findet sie, „weil sich kaum jemand etwas Genaues darunter vorstellen kann.“

Inhaltlich geht es bei ihr um Installationen, Videoarbeiten, Performances und eben auch Fotografie. Denn Geeske Janßen will sich ausprobieren, sich nicht auf eine Richtung festlegen lassen „Ich interessiere mich sehr für das Alltägliche, das Märchenhafte im Kleinen und die inszenierte Wirklichkeit“, sagt sie und macht das an einem Foto von einer Kuh deutlich. Die ist als solche nicht sofort erkennbar, weil die Künstlerin eine spezielle Perspektive wählt und jenen Moment mit einfängt, als das Licht perfekt mitspielt. „Ich bringe das Alltägliche auf eine andere Ebene“, erklärt sie.

Wobei sie vorher nie weiß, wie das Kunstwerk am Ende aussieht. „Ich habe eine Idee, aber kein festgezurrtes Ziel. Ich lass mich vor Ort von Menschen, Natur oder eben einer Kuhherde inspirieren und nach und nach entwickelt sich das Kunstwerk“, beschreibt sie ihre Vorgehensweise. Dass es sich dabei oft um Alltägliches handelt, was in ihrer Kunst eine große Rolle spielt, liegt daran, „dass ich das Alltägliche bezaubernd finde. Es hat allerdings keinen Zauber, wenn ich gleich sehe, es ist eine Kuh.“

Geeske Janßen mag nicht nur die Fotografie. Gerne vermischt sie verschiedene Künste miteinander und so entstehen beispielsweise Installationen. Wichtig ist ihr dabei jedoch das reduzierte. Sie beschränkt sich bevorzugt auf Materialien, die vorhanden bzw. erschwinglich sind. Diese Vorgehensweise ist auf ihr Selbstverständnis zurückzuführen. Sie mag es nicht üppig oder extravagant, sie mag es dicht bei allen Menschen, denn ihre Kunst sollen alle verstehen. „Leider werden in der Kunst gerne Hürden aufgebaut oder Abgrenzungen vorgenommen. Ich bin offen für Experimente und Menschen, weil ich nur so wirklich schöpfen kann.“

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