Kultur

Chagall war Publikumsmagnet

Das städtische Museumsteam (von links): Dr. Jutta Moster-Hoos, Kathrin Jaumann, Dr. Andreas von Seggern und vorne Dr. Friedrich Scheele zogen Bilanz und gaben einen Ausblick auf ihr Programm.

Das städtische Museumsteam (von links): Dr. Jutta Moster-Hoos, Kathrin Jaumann, Dr. Andreas von Seggern und vorne Dr. Friedrich Scheele zogen Bilanz und gaben einen Ausblick auf ihr Programm.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Allein 28.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr ins Oldenburger Horst-Janssen-Museum, um die Chagall-Ausstellung zu sehen. „Sie entpuppte sich als wahrer Publikumsmagnet“ berichtete Dr. Friedrich Scheele, Direktor der städtischen Museen in Oldenburg, der eine Bilanz zog.

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Während Chagall im Horst-Janssen-Museum der Renner war, war es im Stadtmuseum die Ausstellung über den Vorabend des Ersten Weltkrieges. Insgesamt zählten das Horst-Janssen-Museum, das Stadtmuseum und das Edith-Russ-Haus sowie die Artothek 78.608 Besucher im abgelaufenen Jahr. Das sind 15 Prozent mehr als 2012. „Die Besucherzahlen allein sagen aber nicht alles über unsere Museen aus“, meinte Scheele und warnte vor einer Überbewertung der Besucherzahlen. „Wichtig ist vor allem die Qualität der Ausstellungen.“

Möglicherweise sagt er das, weil in diesem Jahr kein vergleichbarer Publikumsmagnet wie Chagall auf dem Programm steht, der nicht nur die Menschen aus Oldenburg und der Region sondern auch aus entfernteren Gegenden und vor allem den Niederlanden angezogen hat. Gleichwohl kann das Museum ein solches Projekt nicht jedes Jahr stemmen. Es bindet nicht nur viel Personal sondern kostet auch sonst viel Geld.

Insgesamt kamen 43.973 Besucher ins Horst-Janssen-Museum, 22.300 ins Stadtmuseum, 8133 ins Edith-Russ-Haus und 4202 in die Artothek. Sehr gut besucht waren Veranstaltungen wie die Nacht der Museen, der Internationale Museumstag und das Sommerfest. Stark nachgefragt waren Schülerführungen und pädagogische Begleitveranstaltungen, ein Angebot, das aufrecht erhalten bleibt. Insgesamt zählten die Museen 435 Führungen sowie 166 Sonderveranstaltungen und Workshops. Um all das auf die Beine stellen zu können, reicht der städtische Etat nicht aus. So gelang es den Museumsmitarbeitern, 396.000 Euro an Drittmitteln einzuwerben. „Das gelingt nur, wenn die Qualität stimmt“, fügte Scheele hinzu.

Die neue Ausstellungssaison beginnt nächste Woche mit „Final Cut“. 17 internationale Künstler präsentieren sensationellen Papierschnitt in ungewöhnlichen Dimensionen. Der Grafiker und Zeichner Emil Orlik, der wie Horst Janssen ein Faible für Japan hatte, fertigte meisterhafte Drucke mit japanischem Einschlag. Sie sind ab 11. Mai zu sehen. Ab 17. Juli dreht sich wieder alles um Horst Janssen und seine Werke zum Thema „Geiles Sybillchen“, die womöglich der Renner des Jahres werden. Neben einschlägig-deftigen Zeichnungen werden auch subtile und versponnene Anspielungen aus dem Frühwerk zu entdecken sein.

Im Stadtmuseum dreht sich ab 16. Februar alles um die Frauenbewegung. „Vom Tomatenwurf zur Frauenquote“ heißt die Ausstellung, die auch an 25 Jahre städtisches Frauenbüro erinnert. Das zeichnerische Werk von Robert Gernhardt, als Mitarbeiter der Satirezeitschrift „pardon“ bekannt, wird Ende März gezeigt, und ab Mitte Juni stehen private Gärten im Rahmen des 200-jährigen Schlossgarten-Jubiläums auf dem Programm.

Bereits ab 23. Januar übt Hannes Waldschütz im Auftrag des Edith-Russ-Hauses zivilen Ungehorsam mit seinem Projekt „Reparieren“. Alle Bürger, die etwas zu reparieren haben, vom USB-Stick bis zum Auto, können den Künstler aufsuchen und ihre kaputten Gegenstände im Dialog mit ihm reparieren. Waldschütz legt den Finger in die Wunde der Wegwerf-Gesellschaft.

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