Landkreis Oldenburg

Naturschutzverbände schlagen Alarm

Die Naturschützer sorgen sich um die Ahlhorner Fischteiche.

Die Naturschützer sorgen sich um die Ahlhorner Fischteiche.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Die Naturschutzverbände Nabu, BSH sowie der Mellumrat schlagen Alarm und fordern bezüglich der Ahlhorner Fischteiche im Landkreis Oldenburg einen Kurswechsel. „Seit vier Jahrzehnten machen wir auf die Missstände des Naturschutzgebietes und FFH-Gebiet aufmerksam, aber die Bedingungen verschlechtern sich weiter“, berichtet Dr. Remmer Akkermann, Vorsitzender der BSH.

Konkret geht es um den Fluss Lethe, ein lebenswichtiges Gewässer für die Ahlhorner Fischteiche, dem möglicherweise bald das Wasser abgegraben wird. Denn im Nachbarlandkreis Cloppenburg plant ein Antragsteller direkt im Quellgebiet der Lethe Sandabbau auf einer Fläche von 40 Hektar. „Das wäre der sichere Kollaps für die Fischteiche“, sagt Nabu-Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers, „weil der Wasserhaushalt dadurch extrem gestört wäre. Die Teiche würden verlanden.“

„Außerdem ist das Vorhaben nicht mit den dort geltenden Schutzauflagen vereinbar“, stellt Dr. Thomas Clemens, Vorsitzender des Mellumrates, klar, der wie seine Kollegen eine klare Haltung seitens der Politik und der Verwaltung vermisst. Zudem kritisieren die Verbände die Verdichtung der Landwirtschaft. Der Pestizid- und Düngereintrag sei in den Jahren kontinuierlich gestiegen. „Flächentausch und Flächenkauf wären notwendig gewesen. Stattdessen sind die landwirtschaftlichen Intensivflächen bis auf wenige Meter an das Gebiet herangerückt“, gibt Hubert Fenske zu bedenken, der seit fünf Jahrzehnten Flora und Fauna in dem Naturschutzgebiet beobachtet und dokumentiert. „Im Jahr 2000 hat das Areal den Status EU-Vogelschutzgebiet bereits verloren“, erinnert er und fordert Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna.

Hubert Fenske, Rüdiger Wohlers, Remmer Akkermann und Dr. Thomas Clemens fürchten um den Bestand der Ahlhorner Fischteiche.

Hubert Fenske, Rüdiger Wohlers, Remmer Akkermann und Dr. Thomas Clemens (von links) fürchten um den Bestand der Ahlhorner Fischteiche.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Das Interesse des Niedersächsischen Umweltministeriums an den Fischteichen sei eher gering, hieß es weiter. „Es fehlt die ordnende Hand. Früher hätte sich die abgeschaffte Bezirksregierung darum gekümmert“, erklärte Wohlers. Die Verbände wollten nicht länger zusehen, wie aus der einstigen Vielfalt Einfalt und Tafelsilber des Naturschutzes für wirtschaftliche Zwecke geopfert werde. Ohnehin seien von 50 Teichen nur noch 32 übrig geblieben. Wenn im Vorfeld nicht miteinander gesprochen würde, ließe sich eine Verbandsklage nicht vermeiden, kündigte Akkermann an.

Eva-Maria Langfermann, zuständige Dezernentin des Landkreises Oldenburg, versteht auf Nachfrage die Vorgehensweise der Verbände nicht. „Wir sind längst im Gespräch mit dem Landkreis Cloppenburg und haben klargestellt, dass wir beteiligt werden wollen. Das soll passieren. Allerdings können wir derzeit keine Stellung beziehen, weil es bislang keine Unterlagen gibt. Enge Abstimmungen gibt es auch zwischen uns und dem Landesforst. Grundsätzlich nehmen wir das Thema sehr ernst“, weist sie die Kritik der Verbände zurück.

„Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens wurden vom Staatlichen Forstamt Ahlhorn und von einer anerkannten Naturschutzvereinigung erhebliche negative Auswirkungen des geplanten Naßaussandungsvorhabens auf den Wasserhaushalt des FFH- und Naturschutzgebietes ‚Ahlhorner Fischteiche‘ geltend gemacht. Zum angefertigten hydrologischen Gutachten für das geplante Vorhaben wurde angemerkt, dass es keine Aussagen auf etwaige Auswirkungen auf die Wasserführung in der benachbarten Lethe zulässt. Der Antragsteller ist mündlich über die Notwendigkeit einer Ergänzung des hydrologischen Gutachtens informiert worden. Ob und wann er das Gutachten ergänzen wird, ist nicht bekannt. Sollte er an einer Fortsetzung des Verfahrens interessiert sein, wird nach Vorliegen des ergänzten hydrologischen Gutachtens eine erneute Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der anerkannten Naturschutzvereinigungen erfolgen“, teilt Sabine Uchtmann, Sprecherin des Landkreises Cloppenburg, auf Nachfrage mit.

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