Politik

150 Jahre SPD: Empfang mit Sigmar Gabriel

Dennis Rohde, Jürgen Krogmann und Sigmar Gabriel vor der alten Fleiwa.

Dennis Rohde, Jürgen Krogmann und Sigmar Gabriel vor der alten Fleiwa.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Die SPD wurde am 23. Mai 150 Jahre alt. Auch in Oldenburg feierten die Sozialdemokraten das Jubiläum ihrer Partei. Sie hatten zum Empfang in die Alte Fleiwa, EWE-Forum, geladen. Festredner des gestrigen Abends war der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel (MdB). Geladen waren Gäste aus der Politik und der Gesellschaft.

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Eingeläutet wurde der Empfang von den Oldenburger Jazzmusikern Chapeau Manouche und mit einem Film über die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Jürgen Krogmann, Landtagsmitglied und Vorsitzender der SPD Oldenburg, begrüßte anschließend die Gäste, darunter altgediente Genossen wie der ehemalige Landtagspräsident und Oberbürgermeister Horst Milde, der Ex-Oberbürgermeister Dietmar Schütz und der ehemalige Oberstadtdirektor Heiko Wandscher. Vertreter aller demokratischen Parteien des Stadtrates nahmen ebenfalls an dem Empfang teil, der CDU-Kreisvorsitzende Oldenburg Stadt, Olaf Klaukien, überbrachte als Geschenk eine Ausgabe der Oldenburger Nachrichten vom 23. Mai 1863. Das wäre zur 100-Jahr-Feier nicht möglich gewesen, sagte Sigmar Gabriel, heute gebe es glücklicherweise so eine politische Feindschaft nicht mehr.

In der Festrede sprach Gabriel über die Verdienste der SPD, die 1863 mit der Gründung zum Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) in Leipzig ihren Anfang nahm. Er zählte die Verdienste der Sozialdemokratie auf, erinnerte an ihre großen Köpfe und berichtete humorig aus dem Geschichtsnähkästchen, unter anderem über ADAV-Mitbegründer und Lebemann Ferdinand Lassalle. Die Geschichte der SPD sei auch geprägt von „kleinen“ Leuten, die Großes geleistet haben, wie Gastwirtssohn und Tapezierergeselle Otto Wels, der Hitler die Stirn geboten hatte, oder das Dienstmädchen und Schneiderin Marie Juchacz, die die Arbeiterwohlfahrt gründete und die erste Rednerin in der Weimarer Nationalversammlung nach Einführung des Frauenwahlrechts 1919 war. Gabriel berichtete von dem Oldenburger Werftarbeiter, Gewerkschafter und SPD-Mitglied sowie Sozialminister im Großherzogtum Oldenburg, Julius Meyer, der sich aus Verzweifelung am 31. Mai 1934 wegen der Nationalsozialisten das Leben genommen hat.

„Die SPD stand und steht für Kontinuität und als Konstante – auch in den dunklen Phasen der deutschen Geschichte sind die Forderungen nach Freiheit und Demokratie lebendig geblieben“, so Gabriel. „Wir sind die älteste Partei auf unserem Kontinent.“ Stolz erklärt er: „Seit mehr als 120 Jahren trägt die SPD den gleichen Namen. Das ist bei keiner anderen Partei so, weil sie für Verbrechen verantwortlich waren oder Verbrecher unterstützt haben. Immer haben Sozialdemokraten für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit gekämpft.“ In Richtung der Linken-Vertreter meinte Gabriel, dass nur eine geeinte SPD stark sei und nicht eine gespaltene. Vereinzelte Wahlkampfthemen blieben nicht aus: Der SPD-Bundesvorsitzende forderte neben der Einführung des Mindestlohns mehr finanzielle Unterstützung für die europäische Jugend. Junge Menschen müssten die Chance haben, etwas aus sich zu machen. „Wenn es um Banken geht, werden hunderte von Milliarden Euro zu Rettungspaketen geschnürt. Dagegen wirken die Maßnahmen gegen die massenhafte Jugendarbeitslosigkeit wie homöopathische Dosen.“ Im Blick hat Gabriel die Nichtwähler, die der Sozialdemokratie nahe stehen, wenn er sagt: „Wir müssen Politik von unten machen, aus dem Alltag heraus“.

Einen Tipp gab Gabriel dem SPD-Bundestagskandidaten Dennis Rohde mit auf den Weg: „Wenn du gewinnen willst, mach das, was Horst Milde dir sagt. Das habe ich auch getan.“ Auf Nachfrage, an wie vielen Feierlichkeiten er seit dem 23. Mai in Leipzig teilgenommen habe, antwortete Gabriel grinsend: „Ich zähle nicht mehr mit“ und fuhr nach Köln zum nächsten Termin.

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